Von Frank Claus

Für Lothar Thieme vom Kulturverein Plessa ist schon der Umstand, dass die weitere Sanierung des Kulturhauses in Plessa in die Liste der förderwürdigen Projekte aufgenommen wurde, ein Riesenerfolg. Für ihn sind damit „die Weichen gestellt“.

Die Lebensqualität in der durch Bergbaufolgelandschaften geprägten Plessaer Region, so sieht er das Sofortprogramm, solle neben der Schaffung zukunftsfähiger neuer Arbeitsplätze erhöht werden. „Die Attraktivität für das Wohnen auf dem Lande wird entscheidend sein, um dem demografischen Wandel und einer Landflucht entgegenzuwirken“, glaubt er. Ein Baustein sei das Kulturhaus Plessa.

Die Liste der nötigen Sanierungsarbeiten sei lang und müsse nach und nach abgearbeitet werden. Brandschutz und Barrierefreiheit seien jetzt vordringlich. Nach der erfolgreichen Bestandssicherung durch ein neues Dach, wärmedämmende Maßnahmen und den Austausch der meisten maroden Fenster stünden jetzt wichtige Maßnahmen im Inneren an.

Seit Jahren seien Ehrenamtler aktiv dabei, das Kulturhaus zu erhalten, Schritt für Schritt zu sanieren und den Spielbetrieb auch ohne hauptamtliches Personal abzusichern. Vision sei die Schaffung von hauptamtlichen Stellen für Management und Haustechnik.

Das Kulturhaus solle entsprechend der vorliegenden Machbarkeitsstudie zu einem zukunftsfähigen sozio-kulturellen Zentrum entwickelt werden und für Bürger und Vereine als Gemeinschaftsort zur Verfügung stehen. Ortsansässige Vereine, Privatpersonen und professionelle Veranstalter würden das Haus inzwischen wieder mit Leben erfüllen. Namhafte Künstler aus dem In- und Ausland wie Prof. Ludwig Güttler und das Lucerne Festival Orchestra Brass hätten bei Gastspielen ihre Begeisterung über die Akustik des Saales zum Ausdruck gebracht.

In der ehemaligen Kulturhaus-Gaststätte haben Plessaer Bürger durch den Einbau einer Bergmanns-Bar (Foto) ihre Verbundenheit mit der Bergbaugeschichte ihres Heimatortes zum Ausdruck gebracht. Aus Schrottmasse wurden die Originalteile, schwer und massiv, in einen ansehnlichen Zustand verwandelt.

Plessas Amtsdirektor Göran Schrey freut sich über das enorme Engagement zum Erhalt des Kulturhauses Plessa, bleibt aber hinsichtlich möglicher Fördermillionen aus dem Strukturfonds zurückhaltend. „Ich kann dem Optimismus von Lothar Thieme noch nicht folgen. Es kursieren derzeit mehrere Listen zum Sofortprogramm im Land Brandenburg. Es ist auch noch nicht festgelegt, welche Maßnahmen umgesetzt werden. In einer Runde mit dem Lausitzbeauftragten Dr. Klaus Freytag wurde klargestellt, dass es sich um Projekte handeln soll, die kurzfristig umsetzbar und im Sinne des Strukturwandels sofort sichtbar sind.“

Deshalb setzt er weiter auf die eigene Kraft, um voranzukommen. Für den Einbau einer Brandmeldeanlage seien 80 000 Euro im Haushalt eingestellt. Langfristig sei der Einbau eines Fahrstuhl geplant.