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20. Ausbildungsmesse
Gedränge um die besten Lehrstellen

Menschen über Menschen bei der Ausbildungsmesse des Landkreises Elbe-Elster in der Sporthalle der Oberschule Bad Liebenwerda.
Menschen über Menschen bei der Ausbildungsmesse des Landkreises Elbe-Elster in der Sporthalle der Oberschule Bad Liebenwerda. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Bad Liebenwerda. Nach Finsterwalde im Vorjahr war auch die 20. Ausbildungsmesse am Sonnabend in Bad Liebenwerda ein voller Erfolg. Erneut sind etwa 2000 Besucher gekommen, um sich über Studien-, Ausbildungs- und Praktikumsplätze zu informieren. Mirko Sattler / sam1

Für das aktuelle Jahr sind immer noch nicht alle Stellen besetzt, während für den Start im Sommer 2018 der Arbeitsagentur schon viele Plätze gemeldet worden sind.

"Vor allem jene Berufe, bei denen die Azubis zeitig aufstehen müssen, sind nicht so gefragt und deshalb offen", weiß Katrin Wenzel vom Arbeitgeberservice. Ihre Behörde hat deshalb eine Wand aufgestellt, auf der mehr als 100 freie Lehrstellen und die dazugehörigen Ansprechpartner aufgelistet sind.

Nach Angaben der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Elbe-Elster mbH haben sich in der Sporthalle der Robert-Reiss-Oberschule in Bad Liebenwerda so viele Aussteller wie noch nie vorgestellt. "Die Jugendlichen werden vom Handwerk über die Landwirtschaft bis hin bei Banken und Verwaltungen fündig", sagt Geschäftsführer Jens Zwanzig. "Das Interesse ist groß. Hatten wir vor fünf Jahren noch gut 60 Aussteller, so sind es heute rund 90." Die Ausstellungsfläche sei knapp geworden.

Deshalb wird auch der Außenbereich genutzt. Dort stehen die Bundeswehr, der Rettungsdienst und die Nahverkehrs GmbH mit ihren großen Fahrzeugen.

Drinnen drängen sich die jungen Besucher mit ihren Eltern auf der Suche nach der passenden Lehrstelle. Auch Firmen außerhalb des Landkreises sind angereist. "Es herrscht ein Mangel an Azubis. Deshalb ergreifen wir auch in Brandenburg die Möglichkeit, nach diesen zu schauen. Bisher haben wir zwei bis drei interessante Gespräche geführt", sagte Henning Bielich von der PTFE Nünchritz bei Riesa. Gut 40 Prozent der Mitarbeiter sind bereits aus Brandenburg. Für Tom Richter ist die Firma aus Sachsen nicht uninteressant. "Ich bin schon fündig geworden. Meine Interessen liegen beim Stahlbau, beim Verfahrensmechaniker und Flugzeugmechaniker. Insgesamt sind heute sieben Firmen dabei, bei denen ich mich bewerben werde", versichert der 14-Jährige aus Mühlberg, der mit seiner Mutter die Angebote prüft.

Im Nebengang informiert sich derweil Bruno Hübner am Stand von REISS Büromöbel Bad Liebenwerda. "Ich sehe mich eher im handwerklichen Bereich. Deshalb interessieren mich die Berufe Mechatroniker, Fachkraft für Betriebstechnik oder Fliesenleger und Maurer. Was in die engere Auswahl kommt, entscheidet sich beim Praktikum", meint der 14-Jährige aus Bad Liebenwerda. Dass er gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz hat, bestätigt auch Monika Müller von der Personalabteilung von REISS Büromöbel: "Für 2018 haben wir mehrere offene Ausbildungsplätze. Die Nachfrage auf der Messe ist gut."

Dina Monde informiert sich gerade am Stand des Landkreises Elbe-Elster. "Ich interessiere mich für ein duales Studium im Bereich Finanzen oder Naturwissenschaften. Deshalb habe ich mich hier umgeschaut. Fündig bin ich auch schon geworden", verrät die 14-Jährige aus Riesa. Sie ist mit ihrer Familie oft in Brandenburg unterwegs.

Eher weniger besucht ist der Stand des Seniorenzentrums "Albert Schweizer" aus Finsterwalde. "Die Nachfrage nach Pflegehelfern und Altenpflegern ist enorm. Bisher haben wir rund zehn Nachfragen gehabt. Erst wenn es bei anderen Firmen keine freien Ausbildungsplätze mehr gibt, kommen die Jugendlichen zu uns. Das hat bestimmt auch mit der nicht immer positiven Darstellung unseres Berufszweiges zu tun", meint Sigrid Jähnichen vom Seniorenzentrum aus der Sängerstadt.

Neben dem Windflügelhersteller Vestas ist auch der Schwermaschinenbauer Takraf, beide aus Lauchhammer, dabei. "Wir suchen Auszubildende in OSL und Elbe-Elster, weil Bewerbungen aus beiden Landkreisen kommen. Bisher haben wir gute Erfahrungen gemacht", zeigt sich Takraf-Ausbildungsleiter Frank Elsner zufrieden. Der 55-Jährige ist seit 25 Jahren in der Ausbildung tätig und begeht 2018 sein 40-jähriges Betriebsjubiläum.

Die Veranstalter vom Landkreis ziehen ein positives Fazit. Auch die 20. Ausbildungsmesse war ein Erfolg. In diesem Jahr dürften es nicht weniger Besucher gewesen sein als 2016. Bad Liebenwerda übergibt nun den Staffelstab an Doberlug-Kirchhain. Diese Stadt wird im nächsten Jahr die kreisliche Ausbildungsmesse ausrichten.

Zum Thema:
Am Abend vor der Messe ist der 10. Ausbildungs-Star an ein Unternehmen vergeben worden, das sich in besonderer Weise um den Fachkräftenachwuchs bemüht. Der Pokal geht in diesem Jahr nach dem obligatorischen Juryentscheid an die Zuckerfabrik in Brottewitz. Der Betrieb hat in den vergangenen fast zweieinhalb Jahrzehnten 58 junge Leute in den verschiedensten Berufen ausgebildet. Die Ausbildungsquote ist überdurchschnittlich.