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Ganz besonderer Besuch auf der Elbe in Mühlberg

Der Probst des Klosters Heilig Kreuz alias Helge Landmann (61) wird mit seinen Nonnen von Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel und den zwei Gästeführerinnen Rosemarie Bauer und Kathrin Brunk begrüßt.
Der Probst des Klosters Heilig Kreuz alias Helge Landmann (61) wird mit seinen Nonnen von Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel und den zwei Gästeführerinnen Rosemarie Bauer und Kathrin Brunk begrüßt. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Mühlberg. Jedes Jahr im Sommer legt ein selbst gebautes Floß der Flößermannschaft Meißen in Mühlberg an. Im Jahr des Reformationsjubiläums wollten die Gästeführerinnen Rosemarie Bauer und Kathrin Brunk etwas ganz Besonderes daraus machen und erfanden das Reformationsflößen. Mirko Sattler

"Die Klöster Mühlberg, Riesa und Meißen haben entscheidend in der hiesigen Geschichte mitgespielt. Anlass des Flößens sind 500 Jahre Reformation sowie die Tradition des Elbflößens, die bis ins 16. Jahrhundert zurückführt", verriet Gästeführerin Rosemarie Bauer beim Anlegen der Besucher am Sonntag.

Aufgrund der Reformation wurden die Klöster Mitte des 16. Jahrhunderts aufgelöst. Die Nonnen sollen auch durch Flöße in andere Klöster verbracht worden sein. Daran wolle man erinnern. "Die Veranstaltung mit dem Floß gibt es schon lange. Da gab es noch den Fremdenverkehrsverein, der sich 2004 aufgelöst hat. Wir beide, Kathrin Brunk und ich, sind Mitglieder im Gästering Südbrandenburg/ Nordsachsen und so ist die Idee gereift, das Flößen als Nonnenflößen in einen interessanten Veranstaltungstag in Mühlberg zu integrieren. Die Besucher können einem Vortrag über die Geschichte der Klöster Meißen, Riesa und Mühlberg und der Geschichte des Nonnenflößens beiwohnen", so Rosemarie Bauer.

Damit es den Kindern bis zum Eintreffen des 15 Meter langen Floßes nicht so langweilig wurde, veranstalteten sie einen kleinen Wettbewerb. "Zusammen mit den Kindern haben wir im Kindergarten gut zehn Flöße, die eigentlich heute gegeneinander starten sollten, gebaut. Leider sind nur drei selbst gebaute Flöße für acht Kinder an den Start gegangen", sagte die 74-jährige Gästeführerin. Unter den selbst gebauten Flößen war auch jenes von Adrian Richter. "Mein Papa hat mitgebaut. Zusammen haben wir einen Vormittag damit verbracht. Unser Holz haben wir vom Nachbarn bekommen", erzählte der Vierjährige, der einer der Sieger im Wettbewerb war.

Wenige Augenblicke nach dem Ende des mit Unterstützung des Rudervereines stattgefundenen Kinderfloßwettbewerbs sahen die neugierigen Besucher schon am Eingang des Hafens das eigentliche Floß auftauchen, auf welches gewartet wurde. Mit der Kraft von acht Mannen kam das Holzfloß langsam näher. Darauf unter anderem der Probst des Heiligen Kreuzes mit seinen Nonnen. "Wir sind auf Werbefeldzug und machen auf den 800-jährigen Standort des Meißner Klosters Heilig Kreuz aufmerksam. Unsere Nonnen kommen aus Meißen, Riesa und Mühlberg und sie wollen auch einmal die andere Seite, die der Altgläubigen, beleuchten. Nicht immer nur Luther", so Helge Landmann, der den Probst des Klosters Heilig Kreuz, Paul Vomheckel, mimte.