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| 01:08 Uhr

Fußball in der Halle: Bad Liebenwerdaer schauen in die Röhre

Bad Liebenwerda.. Eine Kreismeisterschaft im Hallenfußball – die Kurstädter Fans werden die in diesem Jahr nicht zu sehen bekommen. Und damit weder Vorrundenspiele noch Finals – egal ob im Nachwuchsbereich oder in den Männer-Staffeln. Frank Claus

Der Grund? Der Fußballkreis Elbe-Elster kann die hohen Stundensätze, die die Bad Liebenwerdaer Stadtverwaltung für die Nutzung der Sporthalle einfordert, nicht zahlen. Denn während Vereine aus dem Stadtgebiet günstigere Konditionen in Anspruch nehmen können, muss für den Fußball auf Kreisebene satt bezahlt werden.
Schon im Vorjahr hat sich der Fußballkreis Elbe-Elster gehörig auf den Hosenboden gesetzt: 2000 Euro knöpfte die Stadt Bad Liebenwerda dem Fußball-Kreisverband ab - eine Summe, die einigen Mitgliedsvereinen im Kreis noch heute schwer im Magen liegt. Da werden auch Vorwürfe gegen Verantwortliche laut, die seinerzeit die Verträge mit der Stadt Bad Liebenwerda geschlossen haben. „Da sind unsere Beiträge verpulvert worden“ , meinten einige Sportfreunde, mit denen die RUNDSCHAU gestern telefonierte.
Der Preisvergleich spricht Bände: Die lukrativste Halle für den Sport auf Kreisebene ist die Elsterlandhalle in Herzberg. Hier sind zehn Euro pro Stunde zu bezahlen. Wie Wolfgang Schurig vom Fußball-Kreisverband erklärte, würde die Halle nicht nur optimale Bedingungen bieten, sondern auch mit einem pfiffigen, jederzeit einsatz- und hilfsbereiten Hallenwart glänzen.
Knappe 20 Euro pro Stunde müssen in der Finsterwalder Halle in der Tuchmacherstraße, in der Halle des Ober stufenzentrums Herzberg, in der Massener Sporthalle und in der Mehrzweckhalle in Elsterwerda entrichtet werden. Ähnlich sei das auch in Doberlug-Kirchhain - allerdings würde man hier dem Fußballverband die Stunden bis 21 Uhr berechnen, auch wenn man die Halle nur bis 17 Uhr benötige.
Der Hammer ist freilich Bad Liebenwerda: 40 Euro pro Stunde verlangt die Stadtverwaltung - auch nach neuerlichen Bitten, moderater zu sein.
Kein Wunder, dass die Fußballer diese Halle nun nicht mehr buchen. Eine pfiffige Lösung gibt es in Finsterwalde, wo am 30. Januar ab 13 Uhr das sicher wieder hochkarätige Finale der Hallenkreismeisterschaften ausgetragen wird. Hier hat der einheimische Verein Hertha Finsterwalde die Halle für den Kreisverband gebucht und zahlt somit auch die günstigen Konditionen.
Im Gegenzug hat sich der Verein das Recht des Kartenverkaufs und der Versorgung gesichert. Also: Null Kosten für den Kreisverband und damit auch für alle Vereine des Kreises, ein attraktives Sport-Event in der Sängerstadt und bei sicher wieder zahlreichen Zuschauern auch kein Minusgeschäft für Hertha.