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| 14:16 Uhr

Funkweltmeisterschaft der Amateure
Sogar der „Oberguru“ der Funkamateure ist am Start

In der Station bei Marxdorf sitzt eine Ikone des Funkamateursports: Tim Duffy aus Pennsylvania (USA). In den Wettbewerb startet er mit Alexandra Räker aus Höxter (Deutschand), rechts der Schiedsrichter mit dem geheimnisvollen Umschlag.
In der Station bei Marxdorf sitzt eine Ikone des Funkamateursports: Tim Duffy aus Pennsylvania (USA). In den Wettbewerb startet er mit Alexandra Räker aus Höxter (Deutschand), rechts der Schiedsrichter mit dem geheimnisvollen Umschlag. FOTO: LR / Frank Claus
Elbe-Elster. Viel Spannung bei der Funk-WM der Amateure. Von Frank Claus

Es ist eine ganz außergewöhnliche Atmosphäre bei der am Sonnabend, exakt 14 Uhr, gestarteten Weltmeisterschaft der Funkamateure (WRTC), die in Sachsen-Anhalt und in Elbe-Elster in Brandenburg stattfindet. 63 Teams aus aller Herren Länder versuchen, in 24 Stunden die meisten und am entferntesten Kontakte rund um den Erdball zu knüpfen.

Funken ist eine Leidenschaft, die in Deutschland etwa 70 000 Menschen teilen. Und wer weiß schon, dass sie sich dabei in ganz prominenter Gesellschaft befinden. Unzählige Kosmonauten und Astronauten, darunter auch Dr. Alexander Gerst, der gerade im Weltraum unterwegs ist, waren oder sind Funker. Schauspieler wie Priscilla Presley oder Marlon Brando waren oder sind es auch. Und Politiker. Spaniens einstiger König Juan Carlos oder der ehemalige Ministerpräsident Indiens Rajiv Gandi sitzen oder saßen am Funkgerät.

Bei Saxdorf sind Holger Hannemann (2.v.r.) und Tochter Xenia Berger aus Neuseeland am Start. Er stammt aus Brandenburg und ist 2009 ausgewandert. 15 Minuten vor Wettkampfbeginn müssen die Handys abgegeben werden.
Bei Saxdorf sind Holger Hannemann (2.v.r.) und Tochter Xenia Berger aus Neuseeland am Start. Er stammt aus Brandenburg und ist 2009 ausgewandert. 15 Minuten vor Wettkampfbeginn müssen die Handys abgegeben werden. FOTO: LR / Frank Claus

Die Ikone im Funkamateursport heute ist ein Amerikaner: Tim Duffy, dessen Rufzeichen K3LR (Kilo3LimaRadio) jeder Funkamateur kennt. Seine Funkanlagen in Pennsylvania sind legendär. Am Wochenende sitzt er auf einer Wiese bei Marxdorf gemeinsam mit der Deutschen Alexandra Räker aus Höxter. Ihr Rufzeichen: DL1QQ (Delta Lima 1 Queen Queen).

Weltmeisterschaft der Funkamateure 2018, hier Station bei Saxdorf Holger Hannemann und Tochter Xenia Berger aus Neuseeland - stammen aus Brandenburg und sind 2009 ausgewandert - hier mit Andreas Claus, Bürgermeister der Stadt Uebigau-Wahrenbrück (l.), der vor dem Start viel Erfolg wünscht.
Weltmeisterschaft der Funkamateure 2018, hier Station bei Saxdorf Holger Hannemann und Tochter Xenia Berger aus Neuseeland - stammen aus Brandenburg und sind 2009 ausgewandert - hier mit Andreas Claus, Bürgermeister der Stadt Uebigau-Wahrenbrück (l.), der vor dem Start viel Erfolg wünscht. FOTO: LR / Frank Claus

Etwa 3000 Verbindungen werden die Funker bis Sonntag 14 Uhr bringen müssen, um eine Siegchance zu haben. Alles wird exakt überwacht. Anders als in anderen Wettbewerben funken die Teilnehmer bei der WRTC mit identischen Antennen aus derselben geografischen Region, so dass für alle die Voraussetzungen gleich sind. Eine Viertelstunde vorher haben die Funker an den 63 Stationen ihre für den Wettbewerb geschaffenen Rufzeichen, die kein anderer kennt, bekommen. Ihre Handys mussten sie zu diesem Zeitpunkt abgeben, um ihr Zeichen nicht auf anderen Wegen weitergeben zu können. Erst am Montag wird nach der Auswertung feststehen, wer der Champion ist.