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| 15:15 Uhr

Für die Rettung der Kirche Döllingen
Lauschiger Sommerabend in der Kirche in Döllingen

Bürgermeisterin Anja Heinrich hat den Abend mit Antje Schaffranietz aus Bad Liebenwerda (Violine) und Ulli Zech aus Herzberg (Gitarre) organisiert.
Bürgermeisterin Anja Heinrich hat den Abend mit Antje Schaffranietz aus Bad Liebenwerda (Violine) und Ulli Zech aus Herzberg (Gitarre) organisiert. FOTO: Veit Rösler
Döllingen. Einen ruhigen und besinnlichen Abend im Kerzenschein mit Musik und Gedichten haben die Besucher in der Nacht zum Sonntag in der voll besetzten Barockkirche Döllingen erlebt. Von Veit Rösler

Elsterwerdas Bürgermeisterin Anja Heinrich hatte das Konzerterlebnis zusammen mit den Mitgliedern des Gemeinderates und des Gemeindekirchenrates Plessa-Döllingen sowie den Musikern Antje Schaffranietz aus Bad Liebenwerda (Violine) und Ulli Zech aus Herzberg (Gitarre) organisiert. Neben den klassischen Melodien las Anja Heinrich Gedichte, während vor der geöffneten Kirchentür die Vögel in der lauen Sommernacht zwitscherten.

Das Konzert ist eine von zahlreichen Maßnahmen zur Rettung der Döllinger Kirche. Bescheiden besuchte Gottesdienste und auch an den religiösen Feiertagen kaum noch Besucher. Mit dem Krippenspiel am Heiligen Abend war die kleine Döllinger Dorfkirche in den vergangenen Jahren praktisch nur noch einmal im Jahr mit Menschen gefüllt. Seit 2008 finden daher keine Gottesdienste mehr statt. So ist im September 2017 ein Antrag an den Kreiskirchenrat gegangen, um das weitere Schicksal des Döllinger Gotteshauses zu prüfen. In diesem Zuge war sogar die Entwidmung und der Verkauf des Hauses Thema. In einer Krisensitzung in der Kirche hatten sich im März die Einwohner ausnahmslos für den Erhalt der Kirche ausgesprochen und zahlreiche Vorschläge zur Nutzung des Gebäudes unterbreitet. Bereits am 24. Juni wurde ein Johannisfest zur Sommersonnenwende mit Konzert und Kaffeenachmittag veranstaltet.

Wie wichtig den Döllingern ihre Kirche in der Vergangenheit immer schon war, zeigt ein Blick in die von Anja Heinrich am Kerzenscheinabend vorgetragenen Auszüge aus der Kirchenchronik. 1559 ist an dieser Stelle einen Holzkirche nachweisbar, auf deren Grundmauern das jetzige Gebäude im Jahre 1739 errichtet wurde. Am 10. Juni 1739 wurde die alte Kirche abgerissen und der Grundstein am Folgetag gelegt. Bereits am 30. August 1739 fand hier der erste Gottesdienst statt.