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| 01:00 Uhr

Fünf Milliliter Blut für eine gute Sache

Dr. Dirk Mittag.
Dr. Dirk Mittag. FOTO: Mona Claus
Elsterwerda.. Morgen findet von 11 bis 18 Uhr im Elsterwerdaer Stadthaus eine Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) statt. Betreut werden Bürgerinnen und Bürger dabei vom Plessaer Orthopäden Dr. Ralf Hirsch und dem in Hohenleipisch praktizierenden Allgemeinmediziner Dr. Mona Claus

Dirk Mittag, den die RUNDSCHAU vorab befragte.

Wie läuft diese Typisierung ab„
Wer sich in der DKMS als möglicher Stammzellenspender registrieren lassen möchte, unterschreibt zunächst eine Einverständniserklärung. Danach werden fünf Milliliter Blut aus der Vene entnommen. Diese Menge reicht bereits aus, um die notwendigen Gewebemerkmale feststellen zu können.

Im Fall des Falles, wie geht es dann weiter“
Sollten diese mit den Gewebemerkmalen eines Patienten übereinstimmen - die Wahr-scheinlichkeit, in den nächsten zehn Jahren als Spender in Frage zu kommen, liegt bei einem Prozent - liegt es am Spender, sich festzulegen, ob er sich tatsächlich als Lebensspender zur Verfügung stellen will. Vor dieser Entscheidung steht in jedem Fall eine eingehende ärztliche Beratung.

Wieviel Spender werden durchschnittlich vermittelt„
Täglich werden laut Angaben der DKMS durchschnittlich vier Spender vermittelt. Inzwischen finden 75 Prozent der Patienten im weltweiten Verbund einen passenden Spender. In den letzten 14 Jahren konnten DKMS-Spender in über 8000 Fällen Patienten im In- und Ausland eine Chance auf neues Leben geben.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, einen geeigneten Spender zu finden“
Die Wahrscheinlichkeit einen „genetischen Zwilling“ zu finden, liegt zwischen 1:2000 und 1:mehreren Millionen. Zwar sind in der DKMS bis Oktober 2005 bereits mehr als 1,2 Millionen Spender registriert, aber noch immer finden rund 20 Prozent der Leukämiepatienten, die lebensnotwendig eine Stammzelltransplantation benötigen, keinen geeigneten Spender.

Wie läuft eine Knochenmarkspende ab„
Bei der Knochenmarkentnahme wird dem Spender unter Vollnarkose etwa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch - das sind ungefähr fünf Prozent des Gesamtvolumens - aus dem Beckenknochen und nicht wie oft irrtümlich angenommen, aus dem Rückenmark entnommen und dem Patienten übertragen. Das entnom-mene Knochenmark bildet sich innerhalb von 14 Tagen vollständig nach. Das Risiko für den Knochenmarkspender beschränkt sich im Wesentlichen auf das Narkoserisiko.

Eine solche Knochenmarkspende ist mit Zeit verbunden, wie verhält es sich mit dem Verdienstausfall“
Verdienstausfall und alle anderen Kosten des Spenders werden von der Krankenkasse des Patienten übernommen.

Welche Vorausssetzungen muss man für eine Typisierung mitbringen„
Für die Aufnahme in die DKMS sollte man zwischen 18 und 55 Jahre alt sein und an keiner ernsthaften Erkrankung leiden.

Ist diese Typisierung mit Kosten für den Spender verbunden“
Eine Registrierung kostet 50 Euro. Für Bürgerinnen und Bürger, die diese Kosten nicht selbst übernehmen möchten, besteht die Möglichkeit, diese Kosten über Spenden für die DKMS bereitzustellen.

Es fragte FRANK HILBERT.