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| 02:46 Uhr

Frühling schnuppern in Schönborn

Auch Petra Wendt aus Schönborn will sich in der heimischen Gärtnerei in Frühlingsstimmung bringen.
Auch Petra Wendt aus Schönborn will sich in der heimischen Gärtnerei in Frühlingsstimmung bringen. FOTO: Dieter Babble
Schönborn. "Eine herrliche Blütenpracht. Nicht nur was fürs Auge, auch für Herz und Seele", schwärmt Birgit Tillich – die ihre Augen über die tausenden Blüten streifen lässt. Sie will schon mal "den Frühling schnuppern", wie die Frau aus Dobra sagt. Und nicht nur sie: Ein Kommen und Gehen herrscht am Wochenende bei der großen Primelschau in Schönborn. Dieter Babbe / –db-

Viele schleppen den Frühling aus den Gewächshäusern der Gärtnerei Winde mit nach Hause: Stiefmütterchen, Narzissen, Tausendschönchen, vor allem aber Primeln, die die Gärtnermeister Rüdiger Winde in mehr als 25 Sorten und in allen Farben angeboten hat - darunter viele neue Arten, wie die Nelkenartigen, die erst im vorigen Jahr bei der Internationalen Pflanzenmesse in Essen der Renner waren.

Birgit Tillich kommt aber nicht nur, um Pflanzen für ihren Steingarten zu holen. Staunend steht sie vor Windes riesigem Affenbrotbaum: "Wie kriegen Sie den bloß zum Blühen? Meiner hat in zehn Jahren erst einmal geblüht, dann nie wieder", fragt sie Rüdiger Winde.

Der Fachmann hat eine kurze Antwort: "Einfach mal ein paar Wochen trocken stellen. Das gibt der Pflanze einen Blütenstoß, wie das auch bei den Klivien und den Amarillos funktioniert." Ein große Traube Zuhörer lauscht den Worten des Gärtnermeisters, der ein paar Tipps zum Kalken weiter gibt.

"Viele wässern und düngen den Boden - und wundern sich, dass ihre Pflanzen dennoch verkümmern. Hier fehlt meist Kalk. Der Boden ist zu sauer, die Nährstoffen können die Pflanzen nicht erreichen - Kalk ist der Katalysator und ebnet den Weg. 100 Gramm Kalkmergel je Quadratmeter ist die richtige Dosis", berichtet Rüdiger Winde.

Doch nicht nur der Gärtnermeister erzählt am Wochenende in der "Gartenschule im Gewächshaus" - ebenso Inge Schicketanz aus Maasdorf. "Auch der Mond spielt beim Düngen eine Rolle. Bei zunehmenden Mond wird gedüngt, was über der Erde wächst, bei abnehmenden, was unter der Erde wächst", hat sie festgestellt. Rüdiger Winde stimmt zu und meint: "Bei meinen Beratungen tauschen immer auch Besucher ihre eigenen Erfahrungen untereinander aus."

Das nächste Mal lädt die Schönborner Gärtnerei am 26. und 27. April zu den Gurkentagen ein. Dann will der Gärtnermeister erklären, wie man schmackhafte Gurken und auch Tomaten erntet und sie vor Krankheiten schützen kann.

Am 1. Mai ist Teetag - dann werden alte, bei vielen längst vergessene, aber auch neue Kräuter vorgestellt. Höhepunkt ist der Kreisgärtnertag am 3. und 4. Mai.

Zum Thema:
Seit 1956 gibt es die Gärtnerei Winde in Schönborn - eine der letzten Gärtnereien in der Region. "Zur Wende gab es Kreis Finsterwalde immerhin 17, jetzt sind es noch zwei", muss Rüdiger Winde nicht lange zählen. Teure Investitionen und enorme Energiekosten verursachen das Gärtnerei-Sterben. So sei beispielsweise der Heizölpreis um das Achtfache gestiegen, sagt der 50-Jährige. -db-