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Buchlesung in Elsterwerda
Weshalb Fußballer wie Hündchen über den Rasen kriechen

Ex-Schiri Frank Neubert erklärte den Gästen seiner Lesung im Elsterwerdaer Stadthaus unter anderem, was es mit der schwarzen Karte auf sich hat, die er einmal einem Trainer gezeigt habe.
Ex-Schiri Frank Neubert erklärte den Gästen seiner Lesung im Elsterwerdaer Stadthaus unter anderem, was es mit der schwarzen Karte auf sich hat, die er einmal einem Trainer gezeigt habe. FOTO: Mirko Sattler
Elsterwerda. Der ehemalige Schiedsrichter Frank Neubert schildert Episoden seiner Karriere und will sich jetzt „Behörden-Glanztaten“ widmen.

Die Lesung über die „schwarzen Sau“, wie Ex-Schiri Frank Neubert sich selbst bezeichnet, zog Freitagabend 20 Zuhörer in das Elsterwerdaer Stadthaus. Der 1960 in Gröditz geborene Neubert beschreibt „gelebte Erlebnisse aus dem Leben einer Fußballschiedsrichter-Karriere“. Trotz seiner dritten Buchlesung hat der einstige Mann in Schwarz und ehemalige Elsterwerdaer Wirtschaftsförderer immer noch Lampenfieber. Der Schiedsrichter kam natürlich in Schwarz. Im Gepäck hatte er nicht nur gelbe und rote Karten, sondern auch eine blaue und schwarze. Was es damit auf sich hatte, erfuhren die Zuhörer nicht nur aus den entsprechenden Zeilen im Buch. Neubert malte das Geschriebene wortreich aus. So bekamen die Zuhörer in der Bibliothek mehr Informationen über den Aprilscherz mit der blauen Karte und zur schwarzen Karte, die er einem Trainer verpasste, als die Buch-Leser. Frank Neubert führte die Gesten eines Trainers vor, nachdem er ihn wegen seiner Kommentare am Spielfeldrand verwarnt und Redeverbot erteilt hatte.

Für Lacher sorgte das Kapitel, in dem es um den Damenfußball ging. Da sei er einmal so ungünstig mit einer Spielerin zusammengeprallt, das er am Ende auf ihr und ihrer üppigen Oberweite lag. Im Kapitel „Frauenhooligans“ beschreibt der Ex-Schiri die Erlebnisse mit einer Gruppe Frauenfußballfans aus Vogelsang in einem Spiel in Tettau. Dort habe er sich die Fansprecherin zur Brust genommen und ihr deutlich gemacht, sie solle sich lieber einen Mann suchen, als auf dem Platz dummes Zeug von sich zu geben. Mit den beiden Bonusgeschichten „Schockstarre bei Brieske-Senftenberg“ und „Zahnlos oder die große Krabbelgruppe“, beide noch nicht veröffentlicht, ging die Lesung zu Ende. Das letztere Kapitel berichtet von einer Elf aus Falkenberg, die bei einem Heimspiel die 600 Euro teure Schneidezahnbrücke eines Spielers in Hündchenstellung auf dem Platz suchte.
Frank Neubert kündigte noch sein nächstes Buch an. In „Die Verhinderungsbehörden“ nehme er die Arbeit von Verwaltungen unter die Lupe und zeige den „Mist“, wie er sagt, auf, den sie in Bescheiden praktizieren. So sollen auf der linken Buchseite der Bescheid und rechts die Erläuterungen zu den „Bürokratie-Glanzleistungen“ veröffentlicht werden.