Die Löwen-Apotheke war eines der ersten Gebäude, die vor dem Hochwasser mit Sandsäcken geschützt wurden.Die Mühlberger Löwen-Apotheke ist „die älteste Apotheke östlich der Elbe“ , weiß Dr. Peter Stenger, der das Haus seit 1991 führt. Sie wurde im Jahr 1673 erbaut. Seit dieser Zeit hat sie viele Pharmazeuten kommen und gehen sehen. Einer von ihnen war Heinrich Ludwig Fontane. Er leitete die Apotheke in den Jahren 1837 und 1838 und war der Vater von Theodor Fontane. Nun hat Peter Stenger natürlich interessiert, ob Theodor Fontane selbst auch in Mühlberg war. „Die älteren Mühlberger haben sowas immer mal erzählt, aber niemand konnte es beweisen.“
Beim Fontane-Archiv in Potsdam erfuhr Peter Stenger, dass Fontane in den Jahren, in denen sein Vater in Mühlberg tätig war, durchaus auch selbst in der Elbestadt gewesen sein könnte. „Aber in keiner Biographie ist Mühlberg je aufgetaucht“ , berichtet der Apotheker.
Dann kam die Idee, im Taufregister der Frauenkirche nachzuschauen. Und Peter Stenger und Pfarrerin Kerstin Höpner-Miech wurden tatsächlich fündig: Theodors Schwester Elisabeth Charlotte wurde am 23. April 1838 in Mühlberg geboren und auch dort getauft. Als einer der Taufpaten ist eingetragen: „Theodor Fontane, angehender Pharmazeut“ . Also war Peter Stenger klar: „Zumindest zur Taufe seiner Schwester muss Theodor Fontane in Mühlberg gewesen sein.“ Auch das Fontane-Archiv war für den Auszug aus dem Taufregister äußerst dankbar.
Die Fontanes haben die alten Regale in der Apotheke und die hölzernen Teepötte nicht mehr erlebt, aber hundert Jahre haben sie auch schon hinter sich. Erst im vergangenen Jahr waren die umfangreichen Restaurierungsarbeiten abgeschlossen, im Zuge derer auch die alten Regale komplett restauriert wurden. „Und dann kam das Hochwasser“ , erzählt Peter Stenger. „Aber wir hatten unheimliches Glück. Wir hatten nicht einen Tropfen Wasser im Haus.“ Ob er noch einmal von vorn angefangen hätte, wenn das Wasser die alten Regale zerstört hätte, das weiß Peter Stenger heute nicht mehr zu beurteilen. Aber dageblieben wäre der gebürtige Sachse auf jeden Fall. „Aber man kann gar nicht abschätzen, welchen Schaden das für die Stadt Mühlberg bedeutet hätte, auch wenn die Apotheke nichts abbekommen hätte.“