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| 09:04 Uhr

Hickhack um Fördermittel
Wonnemar: Erst hüh, dann hott!

 Das Wonnemar in Bad Liebenwerda feiert im Juli 15. Geburtstag und bedarf dringender Modernisierungen und Erweiterungen.
Das Wonnemar in Bad Liebenwerda feiert im Juli 15. Geburtstag und bedarf dringender Modernisierungen und Erweiterungen. FOTO: Wonnemar Bad Liebenwerda
Bad Liebenwerda. Jetzt muss die Stadt Bad Liebenwerda das Wonnemar doch nicht kaufen. Von Frank Claus

Man will es kaum glauben: Zwei Jahre nutzlos vertan! Um das inzwischen 15 Jahre alte Wonnemar mit öffentlichem Geld sanieren zu können, so die Ansage aus dem Land, muss die Stadt Bad Liebenwerda Eigentümerin des Gebäudes sein. Heißt: Sie hätte das Gebäude von der Stuttgarter Interspa, mit der Erbbaurechtsvertrag und Betreibervertrag (beide 35 Jahre Laufzeit) abgeschlossen sind, erwerben müssen. Zähes Verhandeln über den Kaufpreis begann nachdem zuvor Bewertungen des Anlagevermögens vorgenommen wurden.

 Geeinigt haben sich Stadt und Interspa nicht. Verhandelt wurde um einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Am Ende lagen die Vorstellungen doch zu weit auseinander. Die Forderungen der Interspa hätten Bad Liebenwerdas städtischen Haushalt in die Knie gezwungen. Die Interspa freilich, die mit dem Wonnemar schwarze Zahlen schreibt, sah keine Veranlassung, „unter Wert“ zu verkaufen und aus dem noch 20 Jahre laufenden Betreibervertrag einseitig auszusteigen.

Plötzlich geriet sogar der Kurstadt-Status in Gefahr. Was, wenn das Wonnemar wegen unklarer Zukunftsaussichten in die Knie geht? Denn das Wonnemar ist zugleich das Kurmittelzentrum, dessen Existenz zwingende Grundlage für eine Kurstadt ist. Schon jetzt mehren sich kritische Äußerungen über den Wartungszustand in einigen Bereichen des Hauses. Zudem sind im erweiterten Umfeld neue, hochmoderne Einrichtungen mit Übernachtungsanschluss entstanden. Was, wenn in Bad Liebenwerda schrittweise die Besucherzahlen zurückgehen?

Rechtsanwälte, Finanzspezialisten, und weitere Sachverständige grübelten. Ergebnis: Es gibt einen förderunschädlichen Weg, bei dem der jetzige Status beibehalten bzw. nur leicht korrigiert werden muss. 30,7 Millionen Euro hat das Wonnemar gekostet, jetzt sind umfangreiche Investitionen im Mineralforum (10,2 Millionen Euro), in der Saunalandschaft (6,7 Millionen Euro) und im Spa-Bereich (eine Million Euro) geplant. Die Stadt hat einen Antrag auf Fördermittel bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) gestellt – Umfang 18,5 Millionen Euro. Zugleich, und das habe das Brandenburger Wirtschaftsministerium immer deutlich gemacht, müsse endlich der seit 2005 geplante Hotel-Neubau kommen. Denn nur so könne der Standort Bad Liebenwerda nachhaltig touristisch aufgewertet werden. Für die Erweiterung und Sanierung ist ein Fördersatz zwischen 60 und 90 Prozent in Aussicht gestellt worden. Der Eigenanteil der Stadt zur Modernisierung soll über ein Darlehen finanziert und über die Pacht des Betreibers refinanziert werden, so Kämmerer Gerd Engelmann. Alle Schritte seien eng mit der Kommunalaufsicht des Landkreises abgestimmt. Bürgermeister Thomas Richter (CDU) ist nun, wie er sagt, „sehr optimistisch“ – das war er schön öfter – dass der Vergabeausschuss der ILB noch im September beiden Vorhaben, die getrennt behandelt werden, zustimmt.

Das Vital-Resort, ein Gesundheitshotel mit 180 Betten wolle die Interspa bauen. Vor zwei Jahren war die Rede von einer 15-Millionen-Euro-Investition. Für das Hotel sei die Leistungsphase 4 erreicht. Das ist die detaillierte Kostenberechnung.

Für die Erweiterung und Modernisierung solle die baufachliche Prüfung, die festlegt, was in welchem Umfang getan werden müsse, bis Ende Juni abgeschlossen sein. Wann – vorausgesetzt der Fördermittelbescheid kommt  – gebaut werden kann, bleibt trotzdem weiter unklar. Beide Vorhaben müssen europaweit ausgeschrieben werden.

 Das Wonnemar in Bad Liebenwerda feiert im Juli 15. Geburtstag und bedarf dringender Modernisierungen und Erweiterungen.
Das Wonnemar in Bad Liebenwerda feiert im Juli 15. Geburtstag und bedarf dringender Modernisierungen und Erweiterungen. FOTO: Wonnemar Bad Liebenwerda