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| 02:41 Uhr

Flutscht's wirklich noch?

FOTO: Frank Claus
Bad Liebenwerda. Neubau der Oberschule Robert Reiss in Bad Liebenwerda: "Es flutscht!", so titelte die RUNDSCHAU im März dieses Jahres. Gestern war wieder Bauberatung und der erste Eindruck wirkt ernüchternd: Hat sich seit März wirklich viel getan? Freilich: Die Wände in den Räumen sind verputzt, die elektrischen Leitungen verlegt. Frank Claus

Die Heizung ist auch installiert. Die Türzargen sind drin. Ein Teil der Außendämmung ist angebracht. Am Sonnenschutz wird seit Wochenbeginn gebaut. In der oberen Etage spachteln zwei Maler die ersten Wände. Danach kommt Flies drauf. In einigen Räumen ist die Akustikdecke installiert. Auf dem Dach arbeitet ein Lüftungstechniker, im Erdgeschoss zwei Trockenbauer. An der Glasfassade des künftigen Eingangsbereichs sind auch zwei Monteure zugange. In der vergangenen Woche wurde noch Estrich gegossen, wohl später als ursprünglich geplant. Thomas Mierzwa, Architekt im Planungsbüro F.I.plan in Finsterwalde, bestätigt, dass der viele Regen im Frühjahr zu Verzögerungen geführt habe, sieht die Fertigstellung im Frühjahr nächsten Jahres aber nicht gefährdet. Auch Lutz Lehmann, der für den Bauherren, den Landkreis, den Baufortschritt überwacht, meint: "Nun machen Sie mal nicht die Pferde wild, wir schaffen das."

Die Skepsis beim Reporter weicht nicht ganz angesichts des Rohbauzustandes in vielen Innenbereichen. In der Aula samt Vorraum scheint sich bis auf verlegte Kabel und Lüftungstechnik nicht wirklich viel getan zu haben. Oder sind es wirklich eben nur die Innenausbauarbeiten, die verdammt aufhalten und von denen man glaubt, sie gehen nicht voran? Auf der Baustelle ist die Rede davon, dass mitunter nur wenige Bauleute am Werkeln seien. Und wenn ein Gewerk in Verzug gerate, habe das meist Auswirkungen aufs nächste. Inzwischen ist Urlaubszeit. Auch in den Firmen wird die Belegschaft dünner.

Trügt der Eindruck? Viele Firmen haben so prall gefüllte Auftragsbücher, dass sie an mehreren Baustellen gleichzeitig arbeiten. Schlagkraft sieht anders aus. Zumindest das bestätigt Lutz Lehmann: "Ja, wir müssen dazu mit den Firmen noch mal Klartext reden."

In der nächsten Woche sollen die ersten Fliesen verlegt werden. Die Maler wollen Ende August mit stärkerer Besatzung "angreifen".

Für 7,2 Millionen Euro (davon rund 1,5 Millionen Euro Bundes- und Landesfördermittel) entsteht das Schulgebäude, das nach der Fertigstellung barrierefrei zugänglich sein und über moderne Unterrichtsräume und eine Aula mit rund 200 Plätzen verfügen soll.