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Adventsserie
Fleischerei Geißler in Elsterwerda ist nach wie vor ein Begriff

Die Gebäude der ehemaligen Fleischerei Geißler in Elsterwerda, Hauptsstraße/Ecke Roßstraße, stehen seit Jahren leer.
Die Gebäude der ehemaligen Fleischerei Geißler in Elsterwerda, Hauptsstraße/Ecke Roßstraße, stehen seit Jahren leer. FOTO: Manfred Feller / LR
Elsterwerda. Inschriften an Häusern zeugen oft von einer wechselhaften Geschichte der Gebäude. In einer LR-Adventsserie werden sie aufgespürt.

Obwohl die Elsterwerdaer Fleischerei des Gründers Arno Geißler seit Jahren geschlossen ist, können sich noch sehr viele an den regen Betrieb darin erinnern. Es soll einst die beste Fleischerei der Umgebung gewesen sein, heißt es noch heute. Immerhin vier Generationen der Familien haben den Gebäudekomplex auch mit Schlachthaus und Restauration sowie später einem Imbiss geführt.

Die LR fragt: Welche Erinnerungen haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, an das einstige Geschäft? Schreiben Sie bitte bis Sonntag, 12 Uhr, eine E-Mail an elsterwerda@lr-online.de oder rufen am Sonntag zwischen 11 und 12 Uhr in der Redaktion in Finsterwalde an (Telefon 03531 717424)!

Mehrere Jahrhunderte zurück reicht die Geschichte vom Schützenhaus in Finsterwalde (Adventstürchen Nr. 15) Manfred Woitzik schreibt in „Genius Loci“, seiner Zusammenfassung zur Finsterwalder Siedlungs- und Baugeschichte: „Von der Errichtung eines ,Schießhauses’ wurde erstmals 1601 berichtet. Das jetzt noch vorhandene Schützenhaus wurde 1848 eingeweiht. Es ist zweigeschossig mit Satteldach und besitzt zehn Gebäudeachsen. Im 19. Jahrhundert sind vier Eigentumswechsel des jeweiligen Schützenhauses durch Verkäufe bekannt.: 1825, 1836, 1878 und 1896.“

Hausherrin des ältesten Finsterwalder Gasthauses ist heute Soja Skorobogatowa-Koch – in der fünften Familiengeneration. Kulinarisch verwöhnt sie ihre Gäste mit deutscher und russischer Küche. Sie versucht, mit jungen Partnern und wechselnden Künstlern im Schützenhaus eine kleine Kulturoase zu etablieren. Ausstellungen, Konzerte und Themenabende wie der beliebte „Russische Abend“ wechseln sich ab. Seit 2004 bietet sie Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke auszustellen und in der Region bekannt zu machen.

Seit September 2016 greifen der Gastwirtin jetzt auch Max Siegert und Freunde unter die Arme. Die lose Gemeinschaft nennt sich „Die Feierabendbrigade“. Der 30-Jährige sagt: „Wir kümmern uns um die Werbung, veröffentlichen Termine im Internet und bei Facebook und haben die Tafeln am Haus für Vorbeifahrende eingeführt. Mit Licht und Kerzen sowie frischer Farbe an den Wänden versuchen wir den eigenen Charme des Hauses zu unterstreichen. Für Musikabende gibt es ein Klavier. Zum Männertag und am 1. Mai ist der Biergarten gut besucht.“

Ein spontanes Weihnachtskonzert für Geige, Harfe und Gesang mit Erika Fazekas und Chris Lunatis wird am Mittwoch, 20. Dezember, um 20 Uhr im Schützenhaus stattfinden. Wegen der begrenzten Platzzahl wird um Vorbestellung gebeten unter Telefon 03531 61603.

Und noch eine tolle Idee haben die jungen Leute mit der Gastwirtin: Einen Tag vor Heiligabend, am 23. Dezember, laden sie insbesondere Einsame und Benachteiligte zu einem offenen Weihnachtsessen ins Schützenhaus ein. Ab 18 Uhr sind die Gäste willkommen. Angeboten wird ein Überraschungsessen (auch in veganer  Variante) und eine kleine Überraschung danach mit Weihnachtsmann.

Das Schützenhaus ist die älteste noch bestehende Gaststätte in Finsterwalde. Sie sucht ihren Weg als Kultur-Kultkneipe.
Das Schützenhaus ist die älteste noch bestehende Gaststätte in Finsterwalde. Sie sucht ihren Weg als Kultur-Kultkneipe. FOTO: Heike Lehmann
(mf/leh)