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| 19:05 Uhr

Eugal und Gascade wollen unterstützen
Nach Fischsterben: Kein saures Grundwasser mehr in Schwarze Elster

 Das Landesumweltamt hat festgelegt: In die Schwarze Elster darf kein Grundwasser mehr eingeleitet werden, dass einen pH-Wert unter sechs hat und sauer ist. Das Wasser des Flusses ist jetzt schon viel zu sauer. Nadine Kolbe von der Unteren Naturschutzbehörde misst jeden Tag den pH-Wert des Flusses.
Das Landesumweltamt hat festgelegt: In die Schwarze Elster darf kein Grundwasser mehr eingeleitet werden, dass einen pH-Wert unter sechs hat und sauer ist. Das Wasser des Flusses ist jetzt schon viel zu sauer. Nadine Kolbe von der Unteren Naturschutzbehörde misst jeden Tag den pH-Wert des Flusses. FOTO: LR / Frank Claus
Potsdam/Plessa. In einer Krisensitzung im Landesumweltamt sind jetzt Maßnahmen festgelegt worden, um der starken Versauerung der Schwarzen Elster zwischen Plessa und Neumühl zu begegnen. Dort hat es nach Bauarbeiten an der Erdgastrasse Eugal ein großes Fischsterben gegeben, in weiten Teilen ist der Fluss tot. Von Frank Claus

In der Sitzung am 18. Juli 2019 wurde entschieden: „Ab sofort wird kein gehobenes Grundwasser mit pH-Werten unter sechs direkt in Oberflächengewässer eingeleitet. Wasser mit pH-Werten unter sechs wird auf abgeerntete Felder, auf waldbrandgefährdete Wälder oder andere geeignete Flächen ausgebracht.“

Damit ein Rück­fluss in die Oberflächengewässer vermieden werden könne, verlängere der Auftragnehmer Gascade die Rohrleitungen auf den Rieselflächen oder lege zum Schutz Verwallungen an. Darüber hinaus solle an der bereits erhöhten Messdichte festgehalten werden. Zudem seien klare Kommunikationsstrukturen abgesprochen worden.

Gascade und Eugal unterstützen Maßnahmen

Nach Angaben des Brandenburger Umweltministeriums habe Gascade in Aussicht gestellt, „sich angemessen an Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands des Gewässers zu beteiligen“. In einer Mitteilung am Abend versicherte auch Eugal-Gesamtprojektleiter Ludger Hümbs, dass „auch unser Mitwirken an der Suche einer Lösung des Problems selbstverständlich ist“.

Ungünstige Rahmenbedingungen hätten, so das Landesumweltamt, die Situation begünstigt. Das zweite extreme Trockenjahr in Folge, sehr niedrige Abflussmengen, hohe Wassertemperaturen und der „entgegen der Niederschlagsverhältnisse steigende Grundwasserspiegel im Raum Plessa“ hätten nach einer ersten Einschätzung der Wasserexperten die negativen Auswirkungen des für die Eugal-Baustelle gehobenen Grundwassers auf die Schwarze Elster begünstigt.

Hinzu komme, dass die der Elster zufließenden Gewässer bereits „bergbaubedingt stark versauert“ seien. In durchschnittlichen Jahren könne die pH-neutrale Schwarze Elster diesen Zufluss kompensieren, sodass das verdünnte Wasser keinen Einfluss auf Fauna und Flora des Flusses habe.

Drei Millionen Kubikmeter saures Grundwasser

Seit Jahresbeginn wurden nach Angaben des Ministeriums durch Grundwasserabsenkungen im Bereich der Eugal-Baustellen zusätzlich drei Millionen Kubikmeter überwiegend saures Grundwasser über den Hammergraben und weitere kleinere Gräben der Schwarzen Elster zugeführt.

Zur Krisensitzung hatte das Landesamt für Umwelt am Donnerstag einen Arbeitsstab einberufen: Dazu gehören: Landesbergamt, zuständige Untere Wasserbehörde des Landkreis Elbe-Elster und das Landesamt für Umwelt Brandenburg sowie Vertreter des Eugal-Bauvorhabens.

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Gascade reagiert Donnerstagabend

Am Abend reagiert dann auch das mit dem Bau beauftragte Unternehmen mit einer Pressemitteilung und schreibt darin, dass angesichts der Situation rund um den Fluss Schwarze Elster Gascade weiterhin in Gesprächen mit den Behörden und handlungsbereit sei. In diesem Zusammenhang und unabhängig von der Frage der Verursachung würden zudem weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Lage in der betroffenen Region umgesetzt.

„Umweltschutz und ressourcenschonender Bauablauf haben bei Gascade eine hohe Priorität. Darum ist auch unser Mitwirken an der Suche einer Lösung des Problems selbstverständlich“, Wie Eugal-Gesamtprojektleiter Ludger Hümbs. Aufgrund der Situation im Bereich der Schwarzen Elster hat Gascade bereits seit dem 8. Juli 2019 Maßnahmen ergriffen.

So lässt das Unternehmen gehobenes Grundwasser fast ausschließlich auf landwirtschaftlichen Flächen versickern. Zudem soll über weitere Maßnahmen der Rückfluss in bestehende Grabensysteme und die Schwarze Elster verhindert werden. Außerdem leitet Gascade nur Wasser direkt in bestehenden Gräben ein, welches einen pH-Wert von mindestens 6 hat. Damit wird die Wasserqualität der Zuflüsse zusätzlich verbessert.

Die Gascade Gastransport GmbH betreibt ein deutschlandweites Gasfernleitungsnetz. Die Netzgesellschaft bietet ihren Kunden mitten in Europa hochmoderne und wettbewerbsfähige Transportdienstleistungen über das unternehmenseigene Hochdruckfernleitungsnetz von über 2400 Kilometern Länge an.