Am Dienstagmorgen waren noch immer rund 160 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Elbe-Elster und einer Brandschutzeinheit aus Märkisch-Oderland vor Ort im Einsatz, hieß auf Nachfrage seitens der Leitstelle Lausitz in Cottbus. Sie würden vor allem jetzt die Oberfläche des riesigen Brandherdes im Lobener Moor kühlen.

Gefährliche Munition im Moorboden

Das ist offenbar auch nachdem das Feuer unter Kontrolle ist, nicht ungefährlich, denn am Pfingstdienstag mussten durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst zwei Granaten gesprengt werden.
„Wir haben einen Stand erreicht, der nicht mehr als kritisch bezeichnet werden kann“, sagte der diensthabende Landrat Marten Frontzek zuvor am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausdehnung des Brandes im Moorgebiet „Loben“ bei Plessa sei gestoppt worden, werde die Feuerwehr aber noch länger beschäftigen. „Das kann noch Tage gehen“, schätzte er ein.
Ein großes Dankeschön an die Einsatzkräfte
- Ein großes Dankeschön von Annett (45) und Jens Lenke (45) aus Döllingen an die Einsatzkräfte zur Bekämpfung des Moorbrandes. Das ist noch mal gut gegangen! In relativ kurzer Zeit haben die Einsatzkräfte den Moorbrand im Lobenmoor zwischen Gorden, Hohenleipisch, Döllingen und Plessa unter Kontrolle bekommen. Die Hohenleipischer Straße in Döllingen war Durchfahrtstrecke zu den Einsatzorten und einer der Sammelpunkte für die Wehren. Die Ortsumfahrung von Döllingen bietet daneben optimalen Raum, um die großen Fahrzeuge zu wenden. So waren Annett und Jens Lenke seit Freitag mitten im Geschehen. Kurzerhand wurde ein Tischtuch bemalt und am Hoftor angebracht.
Ein großes Dankeschön an die Einsatzkräfte - Ein großes Dankeschön von Annett (45) und Jens Lenke (45) aus Döllingen an die Einsatzkräfte zur Bekämpfung des Moorbrandes. Das ist noch mal gut gegangen! In relativ kurzer Zeit haben die Einsatzkräfte den Moorbrand im Lobenmoor zwischen Gorden, Hohenleipisch, Döllingen und Plessa unter Kontrolle bekommen. Die Hohenleipischer Straße in Döllingen war Durchfahrtstrecke zu den Einsatzorten und einer der Sammelpunkte für die Wehren. Die Ortsumfahrung von Döllingen bietet daneben optimalen Raum, um die großen Fahrzeuge zu wenden. So waren Annett und Jens Lenke seit Freitag mitten im Geschehen. Kurzerhand wurde ein Tischtuch bemalt und am Hoftor angebracht.
© Foto: VRS
Das Feuer war am Freitag ausgebrochen und hatte sich innerhalb weniger Stunden immer weiter ausgedehnt, von zunächst zehn auf 100 Hektar. Ein Moorgebiet, ein angrenzendes Waldstück und ein Schilfgürtel brannten. Ortschaften waren nicht in Gefahr.

Minister Vogel am Dienstag vor Ort

Die Brandursache war zunächst noch unklar. Der Brand gilt als das erste Großschadensereignis in diesem Jahr in Brandenburg. Umweltminister Axel Vogel (Grüne) will sich am Dienstag vor Ort ein Bild von der Lage im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft machen.

Plessa/Hohenleipisch

Die Feuerwehr war zu Pfingsten mit bis zu 200 Einsatzkräften vor Ort. Mithilfe von Wärmebildkameras wurden unterirdische Torf- und Moorbrandherde lokalisiert. Diese seien gefährlich, weil sie unter angrenzende Wälder ziehen könnten, sagte Frontzek. Sorge bereitete den Einsatzkräften der immer wieder auffrischende und böige Wind, der Glutnester an einigen Stellen wieder anfachte.

Dauerregner an den Brandrändern installiert

Einsatzkräfte installierten sogenannte Dauerregner an den Brandrändern, um ein Überspringen der Flammen auf an das Moor angrenzende Nadelwälder zu verhindern. Auch ein Hochleistungspumpensystem aus Landesbestand sollte helfen, den Boden noch stärker zu bewässern. Das benötigte Wasser werde aus kleinen Tagebaurestlöchern entnommen, die bereits geflutet seien, erläuterte Frontzek.
Großbrand bei Plessa

Bildergalerie Großbrand bei Plessa

Auch ein Löschhubschrauber der Bundespolizei war im Einsatz. Er kann 2000 Liter aufnehmen und damit gezielt Glutnester in dem schwer zugänglichen Gebiet beregnen. Zusätzlich wird Frontzek zufolge ein 20 Meter breiter und ein Kilometer langer Waldbrandschutzstreifen errichtet. Die Arbeiten seien wegen des Verdachts auf dort lagernde Munition allerdings am Abend unterbrochen worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst wollte das Gebiet zunächst danach absuchen.

Hilfe durch Feuerwehren aus Brandenburg

Einsatzkräfte aus Märkisch-Oderland unterstützten am Montag die Feuerwehrleute vor Ort. Am Sonntag waren Kräfte aus der Prignitz angereist. Am Samstag kam Unterstützung aus der Uckermark, dem Barnim und dem Landkreis Teltow-Fläming. Am Dienstag werden Feuerwehrleute aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz erwartet.
„Das Problem ist der extreme Wind, der den Boden nicht nur austrocknet, sondern das Feuer wieder anfachen kann“, bestätigte Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter des Landes.

Kleinere Waldbrände in Neu Zauche

Seinen Angaben zufolge meldeten die Leitstellen am Sonntag einige weitere kleinere Brände, darunter Waldbrände in Neu Zauche (Dahme-Spreewald) auf einem Hektar und in Busendorf im Landkreis Potsdam Mittelmark auf 1000 Quadratmetern. Beide Brände seien inzwischen unter Kontrolle, berichtete Engel.
Der Wind habe am Montag etwas nachgelassen. Er hofft auf etwas Entspannung durch das vom Deutschen Wetterdienst prognostizierte unbeständige Wetter für Brandenburg in der zweiten Wochenhälfte.

Brandmeldesensoren haben gut funktioniert

Umweltminister Axel Vogel (Grüne) bedankte sich am Montag bei den Einsatzkräften. Die Kommunikationskette zum Ausbruch des Brandes habe gut funktioniert, sagte er. Die Brandmeldesensoren hätten Feuer im Wald- und Moorgebiet frühzeitig erkannt und an die erst im Frühjahr eingeweihte Waldbrandzentrale Süd in Wünsdorf gemeldet. Nur kurze Zeit später seien die Einsatzkräfte vor Ort gewesen.
Nach Angaben des Umweltministeriums vom Montag gilt derzeit für die Hälfte der Landkreise in Brandenburg die höchste Waldbrandwarnstufe fünf, darunter auch im Brandgebiet im Elbe-Elster-Kreis. In den anderen sieben Landkreisen wurde die zweithöchste Gefahrenstufe vier ausgerufen.
(mit dpa)