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Festliche Klänge für lange Partnerschaft in Bad Liebenwerda

Unter der Leitung von Thomas Grote boten die über 80 jungen Musiker mit ihrem Festkonzert einen würdigen Rahmen für die 25-jährige Partnerschaft der Landkreise Märkischer Kreis und Elbe-Elster.
Unter der Leitung von Thomas Grote boten die über 80 jungen Musiker mit ihrem Festkonzert einen würdigen Rahmen für die 25-jährige Partnerschaft der Landkreise Märkischer Kreis und Elbe-Elster. FOTO: Rico Meißner/rmr1
Bad Liebenwerda. Der Märkische Kreis und der Landkreis Elbe-Elster feiern eine seit 25 Jahren andauernde Zusammenarbeit und einen regen Austausch. Rico Meißner / rmr1

Dieses Konzert am Samstagabend in der Nikolaikirche war einem Jubiläum in allen Punkten würdig. Anlässlich der 25-jährigen Partnerschaft zwischen den Landkreisen Märkischer Kreis und Elbe-Elster hatte das Märkische Jugendsinfonieorchester mit ausgewählten Musikschülern der Kreismusikschule "Gebrüder Graun" in das Gotteshaus geladen. Dem Festkonzert vorangegangen war ein enormes Arbeitspensum.

Bis zu zwölf Stunden täglich haben die 85 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 13 bis 23 Jahren geprobt. Mit einem beachtlichen Hörergebnis. Auf dem Programm stand schließlich eine bunte musikalische Palette. Eingeleitet wurde das Konzert "Philharmonische Partnerschaft" unter Leitung von Thomas Grote mit der Sinfonie D-Dur von Johann Gottlieb Graun. Es folgte die Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107 von Felix Mendelssohn Bartholdy, auch bekannt als "Reformationssinfonie", die sich perfekt für das diesjährige Jubiläumsjahr anbot.

Einzigartig war das anschließende Stück, denn immerhin handelte es sich hierbei um ein Auftragswerk. "Wo wir uns finden 2017" von John Rausek und Lars Weber hat sich den Anspruch gesetzt, sowohl "500 Jahre Reformation" als auch das Partnerschaftsjubiläum der Landkreise musikalisch zu vereinen. Dessen Schöpfer beschreiben es so: "Es ist ein Werk entstanden, das am Beispiel unserer Landkreise verschiedene Aspekte der Partnerschaft thematisiert und damit verallgemeinert. Denn die Notwendigkeit partnerschaftlichen Denkens endet nicht an irgendwelchen Grenzen. Im Gegenteil! An diesen beginnt sie erst."

Nach einer Pause bildete die Musik von Sergej Prokofjew den weiteren Rahmen. Zu hören war eine Auswahl aus Romeo und Julia. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski zeigte sich beeindruckt: "Das hier in Bad Liebenwerda erleben zu können, ist fantastisch. Es ist eine Freude, die jungen Menschen zu sehen und zu erleben, welche Leistung sie nach den unglaublich intensiven Arbeiten der vergangenen Tage hier zeigen."

Schon diese Vorarbeiten waren eine logistische Herausforderung. "Wir brauchten allein fünf bis sechs Räume für die Registerproben", erinnert sich Kulturamtsleiter An- dreas Pöschl. Die Musiker waren dafür dezentral untergekommen. "Um alles zu organisieren und auch die Verpflegung zu gewährleisten, waren wir mit acht Kleinbussen am Start." Überzeugt ist er von der generellen Partnerschaft der Kreise in dem zurückliegenden Vierteljahrhundert. "Ich denke nicht, dass eine solche Verbindung zwischen zwei Landkreisen schon einmal so gut gepflegt wurde oder in Zukunft so gepflegt wird, wie bei uns."

Eines bedauert Andreas Pöschl ein wenig. "Normalerweise wollen wir den jungen Leuten immer die Gelegenheit geben, etwas in unserer Region zu erleben. Aber dieses Mal brauchten wir erst gar keine Vorschläge zu machen. Bei dem straff gespannten Übungsrahmen blieb einfach keine freie Zeit."

Die Qualität des Orchesters entschädigt für die Übungsstunden. Das Publikum sparte nicht mit Beifall. Am Sonntag wurde in Wittenberg gespielt. Die restlichen drei Konzerte finden in Meinerzhagen, Lüdenscheid und Schwerte statt. Wer also noch einmal in diesen musikalischen Genuss kommen möchte, der muss weit fahren.