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| 18:48 Uhr

Bayern-Fans trinken aus Elsterwerdaer Mehrwegbechern
Elsterwerdaer lassen die Bayern bechern

Seit dieser Saison wird beim FC Bayern aus Trink-Mehrwegbechern getrunken, die in Elsterwerda hergestellt werden. Der Becher für das Abschiedsspiel für Bastian Schweinsteiger ist vergriffen, wird inzwischen bei Ebay gehandelt.
Seit dieser Saison wird beim FC Bayern aus Trink-Mehrwegbechern getrunken, die in Elsterwerda hergestellt werden. Der Becher für das Abschiedsspiel für Bastian Schweinsteiger ist vergriffen, wird inzwischen bei Ebay gehandelt. FOTO: LR / Frank Claus
Von Frank Claus. Verpackungsspezialist Gizeh fertigt die Mehrwegbecher für den FC Bayern. „Basti is back“ geht durch die Decke. Von Frank Claus

Ratz-fatz ausverkauft! Nicht ein einziger Becher mehr da. Als 75 000 Fans beim Abschiedsspiel von Bayern-Legende Bastian Schweinsteiger feierten, tranken sie aus eigens gefertigten Mehrwegbechern des Verpackungsspezialisten Gizeh aus Elsterwerda. Fünf Motivbecher gibt es inzwischen, darunter einen, der Stürmer Thomas Müller, Mittelfeldstratege Joshua Kimmich, Torwart Manuel Neuer und Abwehrbollwerk Mats Hummels abbildet. Weitere zeigen die Allianz-Arena bei Nacht oder sind mit FC Bayern- und Sponsoren-Logos versehen .

Doch nur einer ist komplett vergriffen – der vom Abschiedsspiel „Basti is back“. 33 000 Becher sind allein mit diesem Motiv gefertigt worden. Chantal Jung, Assistentin der Geschäftsführung von Gizeh Verpackungen GmbH in Elsterwerda, muss schmunzeln, als sie berichtet, dass der Becher schon bei der Produktion im Elsterwerdaer Werk bei Teilen der Mitarbeiterschaft großes Interesse hervorgerufen hatte. Inzwischen wird „Basti is back“ bei Ebay hoch gehandelt, kostet dort zwischen zehn und 55 Euro.

Der Trend zum Mehrwegbecher, den der FC Bayern in dieser Saison eingeführt hat, ist in Fußballstadien nicht neu. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe setzen in der ersten Fußball-Bundesliga elf Bundesligisten auf Mehrwegbecher. Dass es damit höchste Zeit wurde, belegt eine weitere Zahl: Der Umwelthilfe zufolge habe es in den Stadien der ersten und zweiten Bundesliga in der Saison 2017/18 einen Müllberg von 11,5 Millionen Einweg-Plastikbechern gegeben. Allein beim FC Bayern seien rund 1,4 Millionen Wegwerfbecher zusammengekommen.

Das neue Mehrwegbecher-System wurde beim FC Bayern beim ersten Heimspiel der Saison gegen die TSG 1899 Hoffenheim offiziell eingeführt. „Wir haben schon lange über eine Mehrwegbecher-Lösung für die Allianz Arena diskutiert“, so Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG. Doch erst als der FC Bayern im Sommer 2017 alleiniger Stadionbenutzer wurde, hätten auch die logistischen Kapazitäten zur Verfügung gestanden, die man für eine Mehrwegbecher-Verwendung mit Pfandsystem benötige.

Denn so wie der „Basti is back“-Becher wird auf alle Becher ein Pfand von zwei Euro erhoben. An zahlreichen Ständen im und um das Stadion wird der Pfandbetrag in bar erstattet. Wer möchte, kann die Becher auch spenden. Der Pfanderlös komme sozialen Projekten zugute. Auch logistisch gehe der FC Bayern dabei neue Wege. Zurückgegebene Becher würden am Spieltag nicht im Stadion gespült, sondern gesammelt und in der Nähe Münchens hygienisch wieder aufbereitet.

Für die Elsterwerdaer Verpackungsspezialisten ist der Auftrag aus Bayern nicht der erste Großauftrag. Auch für das Fußball-Pokalfinale kamen die Trinkgefäße aus Elsterwerda. Bei Konzertveranstaltungen wie Rock im Park und Rock am Ring in Nürnberg oder dem Hurricane-Festival zwischen Bremen und Hamburg trinken Besucher ebenfalls aus Gizeh-Bechern. Aufhorchen ließ das Unternehmen gerade erst mit einer Lieferung von Spezialbechern für die Schweizer Garde des Vatikans.

Gizeh-Geschäftsführer Ralf Jung mit dem Spezialbecher bei der Schweizer Garde im Vatikan in Rom
Gizeh-Geschäftsführer Ralf Jung mit dem Spezialbecher bei der Schweizer Garde im Vatikan in Rom FOTO: Gizeh Verpackungen GmbH

Im Konzept des Unternehmens ist das jedoch immer noch eher eine Nische. Denn der Verpackungsspezialist stellt jährlich etwa 3,7 Milliarden Verpackungen her und erzielt damit einen Jahresumsatz von etwa 120 Millionen Euro. Gizeh ist Europas größte in Privatbesitz befindliche Unternehmensgruppe im Segment steife Verpackungen – ein Spezialist für Kunststoffbehälter. Abgefüllt wird darin zumeist Süßes und Herzhaftes – so für die Milchwirtschaft, die Süßwarenindustrie sowie die Feinkost- und Fleischwarenbranche.