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| 02:39 Uhr

Faszination Lanz Bulldog und weitere historische Technik – da staunt jeder

528 Maschinen - die weiteste Anfahrt per Achse hat ein Aussteller aus dem Erzgebirge.
528 Maschinen - die weiteste Anfahrt per Achse hat ein Aussteller aus dem Erzgebirge. FOTO: M. Claus/mcl1
Lindena. Ist es das unnachahmliche Blubbern der Lanz-Bulldog-Motoren, ist es die Vielfalt der Fahrzeuge oder die Anordnung in vier Fahrerlagern im Ort? Oder ist es einfach die Atmosphäre, die in Lindena einmalig ist? Wer den Gesprächen der Aussteller und Besucher lauscht, weiß, es ist von Jedem etwas. Mona Claus/mcl1

"Das sind die Porsches unter den Lanz Bulldogs", zeigt Cheforganisator Hartmut Müller (64) auf drei mitten auf dem Platz aufgereihte Fahrzeuge. Schon rein optisch stechen sie hervor mit ihren metallicfarben blitzenden Aufbauten. Alles ist auf Hochglanz poliert. "Da steckt ganz viel Liebe drin", sagt der Chef und fügt an: "Aber jeder, der hierher kommt, hat einen Narren an Landwirtschafts- und Forsttechnik gefressen." Mindestens 25 Jahre alt müssen die Zwei- und Vierräder sein, die gezeigt werden und eben jenen Bezug zu ihrer einstigen Nutzung haben. "Den musst Du Dir angucken", sagt Hartmut Müller dann und zeigt auf einen Lanz, der unweit daneben steht. "Dass wir den Holzvergaser hier haben, ist was ganz Tolles." Aus der Nähe von Kassel ist er nach Lindena gekommen. Besitzer Eckhard Finger muss viele Fragen beantworten. Wie war das damals, als der Sprit kaum noch zu haben war? Wie wurde die Maschine umgestellt? Und natürlich lassen es sich die Technikfans nicht nehmen, in den Kessel mit Buchenholz zu schauen.

Das 14. Lanz-Bulldog-Treffen am vergangenen Wochenende steht seinen Vorgängern in nichts nach. Obwohl die Konkurrenz von Traktorentreffen immer größer wird - Lindena ist und bleibt was ganz Besonderes. Schon am Donnerstag sind die ersten Aussteller angereist. Die meisten ziehen einen Wohnwagen hinter sich eher. Fast alle bleiben ein oder mehrere Nächte. Am Freitag ging der harte Kern - 50 Fahrzeuge mit 60 Teilnehmern - auf Ausflug, längst eine schöne Tradition. Diesmal war der Kleine Spreewald bei Wahrenbrück Ziel. Und am Freitagabend hatte Yvonne Müller, Schwiegertochter des Chefs und Herrin in der Anmeldung, schon mal alle Hände voll zu tun. Bis gegen 22.30 Uhr gibt sie Anmeldeformulare heraus. Am Samstagfrüh das gleiche Bild. Am Nachmittag steht fest: 468 Maschinen werden ausgestellt. "Zum Umzug am Sonntag sind wir wieder über 500, weil einige extra dafür nach Lindena kommen", sagt sie. Sie hat recht. 528 Maschinen stehen Sonntagmittag in der Anmeldeliste. Wer in Lindena ausstellt, zahlt übrigens nichts, sondern erhält als Dankeschön noch ein Erinnerungsgeschenk, diesmal eine Fettpresse. Und dennoch, die gestiegenen Sicherheitsanforderungen, die Logistik, alles kostet Geld. "Etwa 10 000 Euro brauchen wir inzwischen. Deshalb sind wir auf den Eintritt angewiesen", sagt Hartmut Müller. Unterdessen röhrt ein alter Schiffsdiesel, den Aussteller aus Grünewalde angeworfen haben. Nebenan zieht ein Steppke auf einem Mini-Lanz-Bulldog die Blicke auf sich. Immer wieder drehen Traktoren ihren Runden durch die Menschenmenge und wie in den Vorjahren: alles bleibt unfallfrei.

"Das ganze Dorf zieht mit, Feuerwehr, Sportverein und jede Menge weiterer Helfer packen mit an. Und ohne unsere Agrargenossenschaft geht gar nichts. Schreibt doch mal, dass ich allen Danke sagen möchte", sagt Hartmut Müller und wird schon wieder gerufen.