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Aus dem Claretiner-Orden:
Internationale Gäste in Mühlberg

Besonderer Besuch im Kloster Marienstern in Mühlberg: Die Familia Claretiana tagt noch bis Sonntag. Zentrale Frage in einer immer komplizierter werdenden Welt: Wie gelingt es besser, die christliche Botschaft zu den Menschen zu bringen?
Besonderer Besuch im Kloster Marienstern in Mühlberg: Die Familia Claretiana tagt noch bis Sonntag. Zentrale Frage in einer immer komplizierter werdenden Welt: Wie gelingt es besser, die christliche Botschaft zu den Menschen zu bringen? FOTO: Frank Claus / LR
Mühlberg. Die Familia Claretiana tagt zum ersten Mal in Deutschland und beschäftigt sich im Kloster der Elbestadt mit der Fortführung ihrer weltweiten Missionsarbeit. Von Frank Claus

Für Pater Alois Andelfinger sind es besondere Tage. Seit Dienstag und noch bis zum Sonntag beherbergt er im Kloster Mühlberg zwölf Gäste aus verschiedenen Ländern der Erde. Allesamt gehören zur Familia Claretiana. Das ist ein Zusammenschluss selbstständiger Klösterverbünde und Institutionen, die auf ihren Gründer Antonius Maria Claret zurückzuführen und in seinem Geist tätig sind. Allen gemeinsam ist die missionarische Arbeit. Die claretinische Familie, so ist in den Tagungsmaterialien nachzulesen, ist „die Realisierung eines Traums von Claret und eine große Bewegung für eine Evangelisierung der Welt“.

Seit 1984 trifft sich dieser Claretiner-Verbund alle vier Jahre. Erster Tagungsort war 1984 Rom. Es folten Vic (Spanien), Yaroa slabs (Dominikanische Republik), Fontfroide (Frankreich), Santiago (Kuba), Bangalore (Indien), noch einmal Vic (Spanien) sowie Bata (Äquatorialguinea). Mit Mühlberg ist in diesem Jahr zum ersten Mal eine Stadt in Deutschland Gastgeber. Angereist sind Vertreter aus Indien, Brasilien, England, Polen, Spanien und Portugal. Eigentlich sollte es noch internationaler zugehen, doch mehrere Claretiner hätten in ihren Ländern keine Visa erhalten.

Im Dialog der Kulturen der Welt helfe das Evangelium, so der Generalobere Mathew Vattamattam aus Indien. Deshalb berate man auch in Mühlberg, wie es noch besser gelingen könne, die „christliche Botschaft zu den Menschen zu bringen“.

In etwa 70 Ländern seien die Claretiner aktiv, überall gäbe es differenzierte Projekte, deren Umsetzung oft auch von den unterschiedlichen politischen Bedingungen in den Ländern abhänge. Dabei gebe es Länder, in denen Missionare verfolgt und getötet würden. Eins verbinde alle Vertreter der Familia Claretiana: Das sei die Arbeit zur Bildung der Menschen, die Unterstützung von Flüchtlingen, die Beseitigung sozialer Ungerechtigkeiten sowie die Hilfe im Gesundheitswesen und für ein menschenwürdiges Dasein im Geiste des Ordensgründers.

Orientierung im Alltag suchen – das wollen, so berichtet Pater Alois Andelfinger, auch im Kloster Mühlberg immer mehr Menschen. 2284 Übernachtungen wurden in diesem Jahr bereits gezählt. Insgesamt wurden etwa 8500 Mahlzeiten ausgereicht. Schon jetzt gebe es für das Jahr 2018 knapp 3000 fest zugesagte Buchungen.

Auch das Interesse, das Kloster kennenzulernen, sei groß. 1848 Tagesgäste seien bei Kloster- und Kirchenführungen in diesem Jahr begrüßt worden. „Das klingt vielleicht nicht viel“, sagt Pater Alois, unterstreicht aber: „Das ist keine Massenabfertigung. Es sind oft ganz individuelle Führungen für kleine Gruppen oder auch nur zwei, drei Leute, die vom Elberadweg abgebogen sind.“

Noch bis zum 21. Januar lädt das Kloster Marienstern in Mühlberg täglich zwischen 10 Uhr und 16 Uhr zu einem „weihnachtlichen Weg“ durch seine Gemäuer ein. Alles sei festlich dekoriert, eine Krippenausstellung werde im Innenhof aufgebaut. Alle Räume können besichtigt werden.