Im Abstand von nur wenigen Metern, ja teilweise nur Zentimetern, erlebten die Besucher die Raubvögel in Aktion. Dirk von Bargen und seine Lebensgefährtin Nancie Braschoß erzählten und zeigten Interessantes über die Aufzucht und den Umgang mit den gefiederten Jägern.

Doch der Versuch, die Siegerin des Großen Preises von Massen, Nadine Hennig und ihren Wallach Bernstein mit dem Steinadler auf ein Foto zu bekommen, verhinderte die gegenseitige Scheu der Tiere.

Uhu "Erna" frisst dem Falkner aus der Hand, und doch macht der Vogel nicht immer, was er soll. "Die Tiere kommen mit einem Zettel auf die Welt, auf dem sie notieren, wie man mit ihnen umgeht", scherzte der Falkner. So wissen Steinadler, Uhu oder Falke, dass ihnen auf dem Handschuh von Dirk oder Nancie keine Gefahr droht.

Als Uhu "Ernie", der bis zu 80 Jahre alt werden kann, sich in die umliegenden Baumwipfel verdrückte, kommentierte von Bargen: "Es ist ja nicht so, dass wir nur einen Vogel mithaben." Auch Jimmi, der Grifftöter, ein Wüstenbussard, zog seine Kreise und ward erst einmal nicht mehr gesehen. "Bei dieser Art füttern die Männchen die Weibchen dick und rund", erläuterte der Falkner. "Nicht, damit sie ihm nicht wegfliegt, sondern weil das Weibchen bei der Brut die Schwingfedern abwirft und so der Vogel allein für die Brut und sein Weib sorgen muss."

Manuela Spahn war aus Frankfurt angereist, um zu bestaunen, wie Falkner Andreas von Bargen demonstrierte, dass er die Tiere gezähmt und abgerichtet hat. Er ließ sie fliegen, lockte mit Fleischködern oder einem Federspiel. Doch der Steinadler mit einer Spannweite von 2,20 Meter hatte ein Küken so schnell verspeist, dass sie bat, ihm noch eines zu servieren. Der Adler wiegt dreieinhalb Kilogramm und durfte nicht fliegen, weil der Hund einer Zuschauerin "genau in sein Beuteschema passt. Das wäre zu gefährlich" , sagte von Bargen.

Mit dem Steinadler geht er gewöhnlich auf Fuchsjagd, während die anderen Raubvögel für die Flugschau abgerichtet sind. Von Bargen will, wie er sagt, bei Kindern Lust auf Natur wecken und zeigen, dass es neben Fernsehen und Computerspielen auch andere Dinge Spaß machen. Um als Falkner zu fungieren, muss allerdings erst der Jagdschein gemacht und dann die Falknerausbildung absolviert werden.

Die Gäste machten sich Sorgen, dass sich Uhu und Wüstenbussard auf Nimmerwiedersehen verabschiedet hätten. Doch schließlich landete der Uhu erst auf dem Eisstand, dann in der Nähe von Organisator Bernd Große und schließlich auf Nancies Hand. Auch der Wüstenbussard hatte sich auf Bargens Hand eingefunden.

Dirk von Bargen ist einer von wenigen Falknern in Brandenburg. Schon als Kind hatte er sich für Raubvögel interessiert. Sein einstiges Hobby ist jetzt sein Beruf. Schauvorführungen bilden einen Teil seiner Beschäftigung mit den etwa 20 Vögeln, die er in Werchow hat. Er geht mit speziell für die Jagd abgerichteten Tieren auf Beute, vom Kleinsäuger bis zum Fuchs, vom Hasen bis zum Damwildkalb.

Die Zuschauer spendeten dieser interessanten und gelungenen Ergänzung zum großen Reit- und Springturnier großen Applaus.