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| 13:48 Uhr

Informationen und Protest
Fahrraddemo gegen zu viel Kiesabbau rund um Mühlberg

Am Bahnübergang sprach Hans-Joachim Harnack, Ortsvorsteher von Neuburxdorf, zu den Protestradlern.
Am Bahnübergang sprach Hans-Joachim Harnack, Ortsvorsteher von Neuburxdorf, zu den Protestradlern. FOTO: Thomas Böhm
Neuburxdorf/Burxdorf. Mehr als 130 Teilnehmer an Radtour und Inforunde in Burxdorf. Bürgerinitiative sieht sich in ihren Bemühungen bestärkt.

Genau 66 Teilnehmer bei der Fahrraddemo am Sonnabend gegen den ausufernden Kiesabbau um Mühlberg und etwa 130 Zuhörer bei der Informationsveranstaltung in Burxdorf. Sigrid Käseberg, Vorsitzende des organisierenden Verein, der Bürgerinitiative „Für eine Heimat mit Zukunft“, ist sehr zufrieden mit der Resonanz. Die Teilnehmer kamen aus Burxdorf, Neuburxdorf, Mühlberg, Fichtenberg, Altenau und Umgebung. „Als ihnen die Dimensionen des geplanten Kiesabbaus dargestellt wurden, waren viele sehr betroffen“, begrüßte Sigrid Käseberg auch einige, die sich bislang mit dem brisanten Thema nicht so intensiv beschäftigt hatten.

Dieses Jahr thematisierten die Organisatoren der alljährlichen Radtour vor allem die beantragte Erweiterung um 178 auf insgesamt 266 Hektar durch die Firma Berger Rohstoffe GmbH, inklusive Gleisanschluss nahe Neuburxdorf, sowie das von der Elbekies GmbH gekaufte Bergwerksfeld „Mühlberg/Neuburxdorf“ mit 236 Hektar, informiert Lisa Schöne von der Bürgerinitiative. Anwohner befürchten demnach eine verminderter Lebensqualität durch Lärm und Staub, wie bereits in Mühlberg und Altenau kritisiert wird.

Die Fahrradtour führte durch das Lagergelände und die Neuburxdorfer Siedlung, die durch Einwände engagierter Einwohner aus dem Bergwerkseigentum entlassen wurden. Dies, so Lisa Schöne, sei ein erster Erfolg. Unverständnis zeigte sich auf vielen Gesichtern, als von den Plänen eines unbeschrankten Bahnüberganges neben dem bestehenden Bahnübergang in Neuburxdorf-Siedlung berichtet wurde: Das Hupsignal für einen durchfahrenden Kies-Zug, wie vor Ort demonstriert, werde schwer zu ertragen sein, hieß es vor Ort vielfach.

Die Sitzplätze reichen nicht für die Informationsrunde in Burxdorf. So groß ist der Andrang.
Die Sitzplätze reichen nicht für die Informationsrunde in Burxdorf. So groß ist der Andrang. FOTO: Thomas Böhm

Endstation der Tour war das ehemalige Kulturhaus in Burxdorf. Dort folgte ein informativer Vortrag zur aktuellen Abbau- und Genehmigungssituation. Anmerkungen von Betroffenen sowie von Unterstützern der Bürgerinitiative vervollständigten das Bild. Angereiste Vertreter aus Politik und von Organisationen sicherten ihre Hilfe zu. Darunter waren Iris Schülzke (Landtag Brandenburg, parteilos), Diana Bader (Landtag Brandenburg, Die Linke), Joachim Pfützner (Kreistag Elbe-Elster, Die Linke), Uve Gliemann (Kreistag Elbe-Elster, LUN), Axel Heinzel-Berndt (BUND), Michael Ganschow (Grüne Liga) und Martina Mieritz (SPD).

Im anschließenden ökumenischen Gottesdienst durch Pater Alois Andelfinger, Martina Schneider, ehrenamtliche Lektorin aus Altbelgern, und  Christiane Böhm vom Gemeindekirchenrat Burxdorf wurde die Bedeutung der Ressourcen Boden und Wasser betont und zur Nachhaltigkeit aufgerufen. Bei Kaffee und Kuchen, dem Film „Wem gehört der Osten? Die neuen Seen“ (MDR) und angeregten Gesprächen klang der Nachmittag aus.

Die Bürgerinitiative sei mit der Veranstaltung sehr zufrieden. Am Ende waren sich alle einig: „Wir bleiben am Ball und kämpfen weiter für eine lebenswerte Heimat.“

Der Kiesabbau um Mühlberg zerstört die Landschaft.
Der Kiesabbau um Mühlberg zerstört die Landschaft. FOTO: Thomas Böhm
(mf)