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| 06:45 Uhr

Bahnhof Bad Liebenwerda
Fahrkartenautomat in Bad Liebenwerda gesprengt

Der Fahrkartenautomat auf dem Bahnhof in Bad Liebenwerda ist am 5. Juni kurz nach 2 Uhr gesprengt worden. Der Zugriff auf die Geldkassetten misslang.
Der Fahrkartenautomat auf dem Bahnhof in Bad Liebenwerda ist am 5. Juni kurz nach 2 Uhr gesprengt worden. Der Zugriff auf die Geldkassetten misslang. FOTO: LR / Frank Claus
Bad Liebenwerda. Kurz nach 2 Uhr ist am Dienstagmorgen der Fahrkartenautomat auf dem Bahnhof Bad Liebenwerda gesprengt worden. Der Zugriff auf die Geldkassette misslang. Es ist bereits der fünfte Angriff seit 2010. Von Frank Claus

Es hat einen heftigen Knall, der vom Bahnhof kam, gegeben. Mit diesen Worten meldete sich kurz nach 2 Uhr am Dienstagmorgen eine Anruferin bei der Polizei. Die Vermutung, dass erneut der Fahrkartenautomat gesprengt wurde, bestätigte sich wenig später. Die Frau, die unweit des Bahnhofs entfernt wohnt, habe nach Polizeiangaben jedoch keine weiteren Informationen zu dem oder den Tätern geben können.

Durch die Wucht der Detonation, vermutlich durch Böller ausgelöst, wurde die Automatentür gesprengt und das Gerät so stark deformiert, dass auch Wölbungen auf der Rückseite entstanden sind.

Die Leitstelle Lausitz hatte vorsorglich die Feuerwehr Bad Liebenwerda informiert, die allerdings nach Begutachtung des Automaten wieder abrücken konnte. Nach einer ersten Inspektion des Innenlebens des Automaten durch Einsatzkräfte der Polizeiinspektion konnte der Schaden noch nicht klar ermittelt werden. Wenig später eintreffende Spezialisten der Bundespolizei und des Landeskriminalamtes bestätigten nach Polizeiangaben, dass es nicht gelungen sei, die Geldkassette zu entfernen. Vermutlich hatte die Detonation die Tür so stark deformiert, dass sie sich nicht mehr richtig öffnen ließ und der Zugriff zum Geld verwehrt blieb. Die genaueren Untersuchungen, in die jetzt auch die zuständigen Fachleute der Bahn eingeschaltet sind, laufen noch.

Der Fahrkartenautomat in Bad Liebenwerda ist immer wieder das Ziel von Angriffen. In mehreren Fällen misslang in Bad Liebenwerda jedoch die Entnahme des Bargeldes. Spektakulär war ein Versuch im Jahr 2010. Damals legten die Täter eine Kette um den Automaten und die benachbarten Bahngleise. Dann betätigten sie eine sogenannte Ratsche. Doch die hebelte nicht die „Tür“ zum Bargeld auf, sondern brachte den gesamten Automaten ins Wanken und schließlich zu Fall. In ihrem Tun offenbar gestört, verließen die Unbekannten den Bahnhof. Weitere Angriffe gab es in den Jahren 2011, 2016 und 2017. Zumeist leiteten die Täter Gas in die Automaten ein oder verwendeten selbst gebaute Böller.

Die Bahn beziffert in Berichten zu ähnlichen Fällen bundesweit den Schaden nur für die Automaten auf etwa 30 000 Euro pro stark zerstörter Anlage.