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Bahn und Bus
Fahrgastzentrum in Elsterwerda wie neu

Der Elsterwerdaer Bürgermeister Dieter Herrchen (2.v.r.) ist Stammgast im Fahrgastzentrum des Bahnhofes und bei den Servicebüro-Mitarbeiterinnen Kerstin Ullrich (r.) und Rosel Bernstein. Im Hintergrund Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und Andrea Koch von der Büro- und Objektausstattung Finsterwalde als Einrichter dieses Büros.
Der Elsterwerdaer Bürgermeister Dieter Herrchen (2.v.r.) ist Stammgast im Fahrgastzentrum des Bahnhofes und bei den Servicebüro-Mitarbeiterinnen Kerstin Ullrich (r.) und Rosel Bernstein. Im Hintergrund Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und Andrea Koch von der Büro- und Objektausstattung Finsterwalde als Einrichter dieses Büros. FOTO: Manfred Feller / LR
Elsterwerda. Im Vergleich zu anderen ländlichen Kreisen ist Elbe-Elster für serviceorientierte Bahnkunden noch halbwegs gut ausgestattet. In Falkenberg gibt es eine private Agentur, die Fahrkarten verkauft und in Finsterwalde den „Shop am Gleis“ und die Tourist-Information.

Vorzeigbar ist jetzt auch das Fahrgastzentrum im Elsterwerdaer Bahnhofsgebäude. Es wurde binnen weniger Tage renoviert und neu ausgestattet. Am Freitag ist es feierlich übergeben worden. Betreiber in Lizenz der Deutschen Bahn AG ist seit 2004 die VerkehrsManagement Elbe-Elster GmbH, die als kommunales Unternehmen des Landkreises den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) plant, organisiert und vermarktet. Nach Auskunft des Geschäftsführers Holger Dehnert nutzen täglich zwischen 100 und bis zu 150 Personen den persönlichen Fahrkartenservice. Im Jahr sind es mehr als 25 000 Fahrgäste aus der gesamten Region bis hinein nach Sachsen.

Trotz Digitalisierung, Computer und Smartphone werde der direkte Kundenkontakt nach wie vor gewünscht, begründet Holger Dehnert das strikte Festhalten an diesem Angebot in Elsterwerda. Als  vor Jahrzehnten die ersten Geldautomaten aufgestellt worden waren, erinnert er, sagten einige das Ende von Bankfilialen voraus. Das Gegenteil sei der Fall, auch wenn das Netz ausgedünnt worden ist.

Elbe-Elster hat zwar keinen direkten Autobahnanschluss, dafür aber als ländliche Region ein dichtes Eisenbahnnetz, so Landrat Christian Heinrich-Jaschinski. Umso wichtiger sei ein derartiger Service. „Von hier kann man in alle Richtungen der Welt verreisen, wenn man eine Karte kauft“, unterstreicht er die Drehscheibenfunktion von Elbe-Elster beim Schienennetz.

„Es gab Zeiten, da wackelte so ein Service unter den wirtschaftlichen Zwängen“, bemerkt der Elsterwerdaer Bürgermeister Dieter Herrchen über die Einsparungen bei der Bahn. „Die Leute brauchen einen Ansprechpartner, wenn sie nicht zurechtkommen. Das geht mit einem seelenlosen Automaten nicht“, spricht er vielen verzweifelten Bahnfahrern aus dem Herzen, die nicht selten an den Fahrkartenausgabegeräten scheitern.

Dieter Herrchen outet sich als Stammkunde. Seine Lieblingsfahrt führt ihn einmal jährlich binnen acht Stunden über Dresden und Prag nach Wien. Dort besucht er den Traditionsverein der Esterhazy-Husaren, zu denen Elsterwerda seit 2007 Kontakt hält.

In dem Elsterwerdaer Fahrgastzentrum gibt es nicht nur Bahnfahrkarten, sondern Tickets für den gesamten ÖPNV in Elbe-Elster, für den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, den Verkehrsverbund Oberelbe in Sachsen und für deutschlandweite Bahnfahrten.

Öffnungszeiten des Fahrgastzentrums Elsterwerda: montags bis freitags von 6.30 bis 11.45 Uhr sowie montags, dienstags, donnerstags und freitags von 13.15 bis 17 Uhr.

(mf)