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| 01:02 Uhr

Fachmann muss jetzt Kosten schätzen

Die Strommasten erregen in Stolzenhain die Gemüter. Zu weit stehen sie auf dem Gehweg.Ortsbürgermeister Harald Atlas (l.) auf dem Rundgang durch Stolzenhain mit Heiderose Hubrig (m.), Bürgermeisterin der Gemeinde Röderland.Zu schmal, zu niedrig, zu schlecht ausgestattet. Stolzenhain braucht ein größeres Feuerwehrgerätehaus. Wehrführer Reinhard Naumburger (2.v.l.) zeigte das alte Gerätehaus.
Die Strommasten erregen in Stolzenhain die Gemüter. Zu weit stehen sie auf dem Gehweg.Ortsbürgermeister Harald Atlas (l.) auf dem Rundgang durch Stolzenhain mit Heiderose Hubrig (m.), Bürgermeisterin der Gemeinde Röderland.Zu schmal, zu niedrig, zu schlecht ausgestattet. Stolzenhain braucht ein größeres Feuerwehrgerätehaus. Wehrführer Reinhard Naumburger (2.v.l.) zeigte das alte Gerätehaus. FOTO: Fotos: Rösler
Stolzenhain.. Stolzenhain war am Dienstag das Ziel von Vertretern der Gemeinde Röderland. Der Ortsbegehung zweiter Teil stand auf dem Programm. Um den Haushalt für 2006 vorzubereiten, lässt Bürgermeisterin Heiderose Hubrig sich alle Ortsteile zeigen. Harald Atlas, der Ortsbürgermeister von Stolzenhain, machte sie auf Punkte im Ort aufmerksam, die eine Investition vertragen könnten. 490 Einwohner leben hier. Von Christina Dirlich

Eine einzige Zahl ist es, die zu Beginn des Rundganges in Stolzenhain die Gemüter erhitzt. Die Sieben. Keine große Zahl, aber eine wichtige. Denn sie bezeichnet eine Hausnummer - die der Schule. Und sie fehlt. „Zwei Mal hatten wir das Thema in der Ortsbeiratssitzung“ , sagt Harald Atlas. „Das Schild ist schon da“ , erklärt Heiderose Hubrig. Trotzdem wurde es noch nicht aufgehängt. Eigentlich eine Kleinigkeit. Doch in Stolzenhain scheint es an solchen Kleinigkeiten zu haken.
Am Gemeindehaus startet der Rundgang. Neben der Bürgermeisterin der Gemeinde haben sich Klaus Rokitte, Vorsitzender des Bauausschusses, Wilfried Höntzsch, Leiter des Bauhofes der Gemeinde Röderland sowie die beiden Ortsbeiratsmitglieder Steffen Atlas und Raimund Just angeschlossen. Bei strahlender Herbstsonne machen sie sich auf den Weg in Richtung Sportplatz. Am Abzweig in die Straße Am Sportplatz stoppt Harald Atlas die Gruppe ein erstes Mal. Mit dem Finger seiner linken Hand weist er in Richtung Ortsausgang. „Die Strommasten stehen zu weit auf dem Gehweg, welche Möglichkeiten haben wir, hier etwas anzuschieben“ , fragt er in Richtung Bürgermeisterin.
Sechs breite Betonmasten stehen mitten auf dem Gehweg. Dicke schwarze Kabel schlängeln sich am oberen Ende entlang. „Du kriegst bei envia niemanden, der die Masten umsetzt“ , antwortet Heiderose Hubrig. Die Stromgesellschaft ist für die Masten zuständig. An anderen Straßen des Ortes seien die Masten entfernt worden, sagt Harald Atlas.

Gestrüpp wuchert am Sportplatz
„Uns geht es um die Sicherheit“ , meint Raimund Just, „und auf dem Weg geht kein Kinderwagen vorbei.“ Auf der Ortsausfahrtsstraße seien die Fahrzeuge nicht mit 50 oder 80 km/h unterwegs, sondern mit 100. Ob eine Anfrage bei der Stromgesellschaft gestellt wird, bleibt offen. Würde die Maßnahme tatsächlich geplant, müsste die Gemeinde Eigenmittel einstellen, so Heiderose Hubrig.
Zweite Station: Der Sportplatz. Links neben dem Sportlerheim wuchern Gestrüpp und Gras. Schräg versetzt ein künstlich aufgeschütteter Hügel - „unser Rodelberg“ , so Harald Atlas. „Was mir nicht gefällt ist, dass hier haufenweise Bauschutt liegt“ , erklärt der Ortsbürgermeister. Gerne würde er die Fläche begradigen, damit sie gepflegt werden kann. „Die Baumstümpfe, die hier mit liegen, müssten dann auch raus“ , meint Heiderose Hubrig.
Der nächste Klagepunkt liegt in Sichtweite: Am Jugend- und Freizeitzentrum hängt ein Schild, dessen Neonbeleuchtung Tag und Nacht brennt. Wieder so eine Kleinigkeit. Aufgabe der Verwaltung, meinen die einen. Das könnten die Jugendlichen doch selber regeln, meinen die anderen. „Als wir Bretter unterm Dach ersetzen wollten, wurde uns gesagt, das solle eine Fachfirma machen. Und bei der Elektrik dürfen wir das machen, das verstehe ich nicht“ , sagt Steffen Atlas verärgert.
Am Eingang zum Zentrum müsste der Boden neben dem Pflaster angehoben werden - hier könnten Besucher stolpern -, das Hinweisschild, das den Fluss Röder markiert, fischte ein Gemeindemitarbeiter kürzlich aus dem Wasser. Es müsste neu aufgestellt werden. Am gemeindeeigenen Bauernhof, der zu Lagerzwecken genutzt wird, fehlt das Tor. Es soll nicht mehr eingesetzt werden und muss entsorgt werden. Viele Details treten am Dienstagnachmittag zu Tage.
Am Bauhof dann geht es um ein größeres Projekt: Ein neues Feuerwehrgerätehaus muss her. Zur Diskussion steht, ob das alte Gebäude an der Elsterwerdaer Landstraße erweitert wird oder die Feuwehr mit aufs Bauhof-Gelände zieht. „Im Ortsbeirat haben wir vergangene Woche entschieden, dass die Feuerwehr mit in den Bauhof soll. Denn wir wollen kein zusätzliches Objekt in der Gemeinde“ , erklärt Harald Atlas. Ob die Variante Feuerwehr in den Bauhof tatsächlich die bessere ist, darüber muss noch diskutiert werden. „Es muss ein Fachmann kommen und die Kosten schätzen, ich lege mich hier heute nicht fest“ , beschließt Heiderose Hubrig die Diskussion.
Dass die Frage dringend geklärt werden muss, unterstreicht der Stolzenhainer Wehrführer Reinhard Naumburger, indem er die Tore zum jetzigen Stellplatz für das Löschfahrzeug öffnet. „Wir müssen die Seitenspiegel abklemmen, sonst kommen wir nicht raus.“ An den Wänden hängen Schutzkleidung und Helme, erst wenn die Garage leer ist, können sich die Kameraden umziehen.

Kinderkrippe steht leer
„Hier müsste der Boden rausgerissen werden und mal von einem Gemeindearbeiter erneuert werden“ - Harald Atlas steht vor dem Eingang zu Kindertagesstätte und zeigt auf den Betonboden. Die ehemalige Kinderkrippe steht leer. Dahinter liegt der Kindergarten. Rund 15 000 Euro wurden dieses Jahr dort investiert, die obere Etage sei tiptop, meint der Ortsbürgermeister. Doch im Erdgeschoss gebe es noch genug zu tun. „Die Fundamente müssten freigelegt und die Wände getrocknet werden“ , so Harald Atlas. Zu 75 Prozent ist die Kita ausgelastet, Kinder im Alter von eineinhalb bis zehn Jahren werden hier betreut.
Alle Punkte, die beim Rundgang angemerkt wurden, landen auf einer Liste. Jetzt muss entschieden werden, welche Arbeiten kurzfristig, welche langfristig erledigt werden. „Es müsste sich mehr bewegen“ , ist Harald Atlas mit dem Vorankommen in Stolzenhain nicht ganz zufrieden. „Aber wenn wir 80 Prozent von dem machen, was wir heute besprochen haben, sind wir sehr gut“ , sagt er.

Service Ortsbegehungen
 15. November, 14 Uhr: Reichenhain , der Treffpunkt ist am Kindergarten.
22. November, 15.30 Uhr: Saathain , der Treffpunkt ist am Kindergarten.
29. November, 14 Uhr: Haida ,
der Treffpunkt ist am Bürgerhaus.
6. Dezember, 14 Uhr: Wainsdorf ,
der Treffpunkt ist am Mehrzweckgebäude.
13. Dezember, 14 Uhr: Prösen ,
der Treffpunkt ist am Rathaus.