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Fachfrau gibt gern Tipps zum Baumschnitt

Baumschulgärtnerin Antje Fender und Geschäftsführerin Anke Schenk (r.) beim Pflanzschnitt an einem Apfelbaum.
Baumschulgärtnerin Antje Fender und Geschäftsführerin Anke Schenk (r.) beim Pflanzschnitt an einem Apfelbaum. FOTO: sam1
Saathain. Zur Eröffnung der Obstzeit bot die Baumschule "Saathainer Mühle" im Rahmen der diesjährigen Apfeltage den Besuchern einen ganz besonderen Service an. "Über 65 verschiedene Apfelsorten haben wir vom Bundessortenamt aus Wurzen zur Verkostung bekommen. sam1

Viele der Sorten sind nur schwer zu bekommen", ist von Anke Schenk von der Baumschule zu erfahren. Unter den zu verkosteten Sorten sind jene dabei, die die Baumschule selbst anbietet, aber auch jene, die nur äußerst schwer zu bekommen sind und heute nur noch vereinzelt produziert werden. "Viele kennen das Unkraut Ambrosia. Was keiner weiß: Es gibt davon auch eine Apfelsorte. Ebenso sind die Sorten Erbachhofer Weinapfel, der Altländer Pfannkuchenapfel oder der Apfel mit der Nummer CH101 eher unbekannt. Letzterer hat vom Bundessortenamt noch keinen Namen bekommen und läuft daher nur unter einer Nummer. Im Ranking der Verkostung bei unseren Besuchern schnitt dieser Apfel besonders gut ab", so die Geschäftsführerin weiter, die dafür plädiert, mehr Obstbäume zu pflanzen.

"Obstbäume wie Äpfel, Birnen oder Kirschen haben offene Blüten und die sind gut für die Bienen. Der Trend geht vor allem bei Rosen zu gefüllten Blüten, mit denen die Bienen nichts anfangen können. Einzig die Wildrose hat noch offene Blüten", meint die Baumschulexpertin, die vor allem auf Pflanzen aus der Region setzt. Sie selbst schwört auf die Apfelsorte "Berlepsch" aus dem Jahre 1880.

Neben der Verkostung bot die Baumschule noch eine Demons tration von verschiedenen Pflanz- und Erziehungsschnitten an. "Bäume sollte man möglichst Ende Februar, Anfang März schneiden, bevor der Baumzyklus beginnt. Den Pflanzschnitt machen wir hier noch selbst für unsere Kunden, da wir die Bäume als Wurzelware anbieten. Hierzu schneiden wir die Äste zu gut dreiviertel weg, lassen aber noch mindestens eine Knospe, die nach außen zeigen sollte, stehen. Das ist wichtig, damit die Wurzeln weniger zu tun haben, um den Baum anwachsen zu lassen", erzählt die 51-Jährige Geschäftsführerin. Beim Erziehungsschnitt bilden drei bis vier gleichmäßig verteilte und kräftige Seitentriebe das Grundgerüst. Senkrecht wachsende Treibe werden entfernt. Triebe oberhalb einer nach außen stehenden, von der Gehölzmitte weg gerichteten Knospe werden geschnitten.

Bei älteren Bäumen wendet man den Erhaltungsschnitt an. "Mit wenigen Schnitten formt man einen klaren Aufbau des Baumes. Senkrecht sowie nach innen wachsende triebe werden geschnitten", weiß Anke Schenk, die gern Fragen zum Obstgehölzschnitt beantwortet.