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| 19:33 Uhr

Zehn Jahre seit Sperrung und Abriss:
Es zieht sich – am Wehr Würdenhain

Flüsse müssen durchgehend für Fische nutzbar bleiben. Deshalb sind Fischtreppen Pflicht beim Einbau von Wehren.
Flüsse müssen durchgehend für Fische nutzbar bleiben. Deshalb sind Fischtreppen Pflicht beim Einbau von Wehren. FOTO: Frank Claus / LR
Würdenhain. Radel frei! im Frühling ist nicht. Gewässerunterhaltungsverband: „Der knackige Winter hat die Arbeiten gestoppt.“ Von Frank Claus

Jetzt klappt es doch noch mit dem Jubiläum. Ob es eins zum Feiern wird? Im Jahr 2008 ist das Wehr Würdenhain samt Überweg gesperrt worden, um beides ein Jahr später abzureißen. Mit der Maßgabe, schnell einen Ersatz-Neubau zu schaffen.

Zehn Jahre hat das gedauert. Denn obwohl die Bauleute an das Widerlager die Jahreszahl 2017 in Beton gegossen haben, nutzbar wird das neue Wehr samt Querung für Fußgänger und Radfahrer erst im Juni 2018 und damit zehn Jahre nach der Sperrung. Zehn Jahre ist damit auch gleichzeitig der touristisch viel genutzte Schwarze-Elster-Radweg unterbrochen. Und sowohl die bei Baubeginn im März 2017 geäußerte Hoffnung, bis zum Jahresende die neue Anlage fertigzubekommen, als auch noch die Ende des Jahres korrigierte Zielstellung   „wir haben nichts dagegen, eher fertig zu werden“ – erfüllen sich nicht. Es bleibt bei Juni dieses Jahres.

Für Planungsingenieurin Anja Kaussow vom Gewässerverband „Kleine Elster – Pulsnitz“ hat an der Verzögerung nur einer Schuld: der Winter. „Wir konnten fast drei Monate nicht arbeiten. Die Baugrube war komplett durchgefroren.“

Dabei sieht der erreichte Baustand so schlecht gar nicht aus: Die Betonarbeiten sind weitgehend abgeschlossen, die Fischtreppe ist fertig, der 1,50 Meter breite Überweg für Fußgänger und Radfahrer ist montiert. Es ist eine Stahlkonstruktion, die mit sogenannten GFK-Profilen belegt ist. Das sind glasfaserverstärkte Kunststoffelemente. Abgeteilt wird es einen, nur für Mitarbeiter des Gewässerunterhaltungsverbandes zugänglichen Steg zur Bedienung der Anlage geben.

Was jetzt noch zu tun ist, das bis Juni dauert? Rückbau Umfluter, Fertigstellung Bedienhaus, Elektrifizierung, Korrosionsschutz – das sind die direkten Arbeiten am Bauwerk. Dazu kommt noch die Deichanpassung im Mündungsbereich zur Schwarzen Elster. Beidseitig ist der alte Radweg an das neue Bauwerk anzubinden und zu asphaltieren. Und die Baukosten? 2,7 Millionen Euro waren einmal geplant. „Den Ausschreibungspreis werden wir nicht halten können“, sagt Anja Kaussow.

Noch mal zurück zum Feiern: Ob nun Frühling oder Sommer: Dass der Schwarze-Elster-Radweg in diesem Jahr wieder durchgängig befahren werden kann, sollte dem Tourismusverband eine kleine Party wert sein. Wie wärs mit einem RUNDSCHAU-Wettbewerb zum Freigabetermin? Wir rufen Radler aus Bad Liebenwerda und Elsterwerda auf, zum Wehr zu radeln. Woher wohl die meisten kommen?

Der Wehr-Ersatzbau bei Würdenhain – kurz bevor die Große Röder in die Schwarze Elster fließt.
Der Wehr-Ersatzbau bei Würdenhain – kurz bevor die Große Röder in die Schwarze Elster fließt. FOTO: Frank Claus / LR
Der Steg für Radfahrer und Fußgänger ist bereits montiert.
Der Steg für Radfahrer und Fußgänger ist bereits montiert. FOTO: Frank Claus / LR