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| 18:32 Uhr

Es hat sich erst mal ausgedonnert

Bad Liebenwerda. Das ist bitter: Auch in diesem Jahr wird es wieder nichts mit einem Spatenstich für das geplante Hotel in Bad Liebenwerda. Zuletzt ist es unter dem vielsagenden Namen "Bio-Vital-Resort" gehandelt worden. Frank Claus

Noch im Frühjahr hatte Bürgermeister Thomas Richter (CDU) erklärt, dass spätestens im Mai die letzten Verhandlungen abgeschlossen sein sollen. Im Februar dieses Jahres hatte Volker Scheerer, beim Stuttgarter Investor Interspa, der auch das Wonnemar betreibt, für Finanzen und Controlling zuständig, den Bad Liebenwerdaer Stadtverordneten Prospektunterlagen vorgelegt, wonach das Hotel Ende 2019 in Betrieb gehen sollte. Auf die Frage, wann Baubeginn ist, meinte er damals vielsagend: "Sie werden dann einen großen Donnerschlag in Bad Liebenwerda hören."

Den hat Bad Liebenwerda jetzt gehört - aber nicht als Zeichen des Aufbruchs. Interspa-Geschäftsführer Volker Kurz hat die Hosen runtergelassen und erklärt, dass sich das Projekt von 17 auf 19 Millionen Euro verteuern würde und, dass diese Steigerung die Interspa nicht allein stemmen könne. Die Begründung scheint sogar plausibel, wenn man gegenwärtig verfolgt, was in der Baubranche abgeht. Die Baupreise hätten sich enorm verteuert. "Da hilft uns auch das niedrige Zinsniveau nicht. Die Vorteile werden durch die gestiegenen Baupreise wieder aufgefressen", meinte Volker Kurz gegenüber der RUNDSCHAU.

Eine ähnliche Situation ist in dieser Woche vom Bad Liebenwerdaer Konkurrenten, wo ebenfalls ein Hotelneubau entsteht, zu hören. Statt der geplanten 8,2 Millionen Euro werde das Projekt zur Erweiterung des Spreeweltenbades in Lübbenau 10,4 Millionen Euro kosten. Auch diese 2,2-Millionen-Euro-Steigerung wird vordergründig mit den gestiegenen Baupreisen erklärt. Teilweise würde man nicht mal mehr Fachfirmen finden und könne so gar nicht unter mehreren Anbietern vergleichen.

Doch wie nun die Zwei-Millionen-Euro-Lücke in Bad Liebenwerda abfangen? Kann der Landkreis einspringen? Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) wehrt ab: "Das würde uns das Innenministerium nie und nimmer gestatten. Das Projekt ist wieder mal an einem kritischen Punkt angelangt", räumt er ein, wolle aber nicht aufgeben. "Wir müssen andere Modelle finden", sagt er.

Die wiederum prüft bereits Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter. Im Kern gehe es darum, die geplante Gesundheitsetage aus dem Projekt herauszulösen und anders zu finanzieren. "Wir sind dazu bereits mit mehreren Partnern im Gespräch und haben erste optimistisch klingende Aussagen gehört", so der Bürgermeister.

Denn der Kern des Finanzierungsgerüstes bleibe unverändert. "Die finanzierende Bank steht zu ihrem Wort und das Land hat die Zehn-Millionen-Euro-Bürgschaft bekräftigt", weiß der Kurstadt-Chef.

Doch steht die Interspa jetzt überhaupt noch zum Vorhaben? Volker Kurz: "Unbedingt. Wir wollen in Bad Liebenwerda unser zweites Hotel bauen." Das in Wismar im November des vergangenen Jahres eingeweihte Hotel laufe gut, sei im Juni erstmals zu fast 80 Prozent ausgelastet gewesen. Nach Aussage der Interspa sei der Antrag zur 15-prozentigen Förderung des Hotels in Bad Liebenerda bereits Anfang des Jahres gestellt worden.

Zum Thema:
Das Bio-Vital-Resort in Bad Liebenwerda werde kein reines Hotel. Eine Etage sei präventiven Gesundheitsanwendungen für Selbstzahler vorbehalten. Geplant sind 210 Betten in 55 Doppelzimmern, 15 Superior-Doppelzimmern, fünf rollstuhlgerechten und 15 Familienzimmern. Im 120-Sitzplätze-Restaurant mit teils sichtbarem Kochbereich, Buffet, Bar, Biergarten und Seminarraum wird auf edles Design wert gelegt. Bestandteil der Investition ist eine Saunaweiterung. Panoramasauna, neue Ruheräume und ein künstlicher See mit Holzliegedeck und Seesauna sollen entstehen.