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| 02:46 Uhr

Es gibt vermutlich einen zweiten Feuerteufel

Kurz nach 6.30 Uhr steht am Sonntagmorgen in Bad Liebenwerda das Nebengebäude eines Wohnhauses komplett in Flammen.
Kurz nach 6.30 Uhr steht am Sonntagmorgen in Bad Liebenwerda das Nebengebäude eines Wohnhauses komplett in Flammen. FOTO: Frank Claus
Bad Liebenwerda. In Bad Liebenwerda ist am Sonntagmorgen gegen 5.30 Uhr ein Nebengebäude eines Wohnhauses mit zwei Garagen und einem Wirtschaftsraum komplett ausgebrannt. Nach jetzigem Stand der Erkenntnisse muss die Polizei einen zweiten Feuerteufel suchen. Frank Claus

Sirenen kurz nach 5.30 Uhr am Sonntagmorgen in Bad Liebenwerda: Ein Nebengebäude in der Karl-Marx-Straße steht komplett in Flammen. Vieles erinnert in der Vorgehensweise an die Brandserie in Zeischa und Umgebung, wo der Täter am 6. März dieses Jahres vollumfänglich geständig war. Nach RUNDSCHAU-Informationen soll der geständige Täter der Zeischaer Brandserie in der Vernehmung gegenüber der Polizei und auch gegenüber einem Freund geäußert haben, dass er nicht für alle Brände in und um Zeischa verantwortlich sei. Seit Donnerstag der vergangenen Woche, so bestätigen zugleich der Wehrführer und sein Stellvertreter, befinde sich der Täter zudem auf ärztliches Anraten in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung. Damit gibt es mit großer Sicherheit also einen zweiten Feuerteufel.

Auch diesmal befindet sich das betroffene Grundstück am Ortsrand von Bad Liebenwerda und ist kaum wahrnehmbar. Das Feuer ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in einem am Nebengebäude aufgeschichteten Holzstapel unter einer Terrasse entzündet worden. Die Polizei spricht bereits von Brandstiftung. Ein darüber liegendes Holzregal und das Terrassen-Dachgebälk haben blitzschnell Feuer gefangen. Der böige Wind hat dann dazu beigetragen, dass das Feuer sehr schnell auf das gesamte Nebengebäude übergriff. Wie der Hausbesitzer berichtet, habe sein Sohn die Sirene gehört, Brandgeruch bemerkt und daraufhin die Eltern geweckt. "Ich bin raus und konnte noch ein Auto aus der Garage fahren. Dann war es so heiß, dass ich an das zweite nicht mehr herangekommen bin", erzählt der Familienvater. Der BMW blieb somit unversehrt, der Polo ist komplett ausgebrannt.

Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr kann verhindert werden, dass die Flammen auf das unweit entfernte benachbarte Fertigteil-Wohnhaus übergreifen. Wie hoch der Schaden am Nebengebäude, in dem unter anderem auch zahlreiches Werkzeug und allerlei Hausbedarf lagerten, ist, ist noch unklar.

Der Hausbesitzer bleibt ratlos. "Warum wir? Woher weiß der Täter vom Holzstapel an der Rückwand des Nebengebäudes und wieso kennt er überhaupt unser Grundstück? Das liegt doch völlig abgelegen." Fragen, die noch nicht beantwortet werden können. Dabei hätten alle aufgeatmet, nachdem der Brandstifter von Zeischa und Umgebung gefasst worden war. Doch nun beginne die Unruhe von Neuem, so der Bad Liebenwerdaer. Polizeipressesprecher Torsten Wendt erklärt, dass es am Sonntag wegen laufender Ermittlungen keine Aussagen zum Brand geben wird.

Zum Thema:
Seit Sommer vergangenen Jahres hat es in den Bad Liebenwerdaer Ortsteilen Zeischa, Prieschka und Zobersdorf etwa 25-mal gebrannt. Der Täter konnte ermittelt werden und ist laut gemeinsamer Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei "voll geständig". In der Zeischaer Ortswehr, so der stellvertretende Wehrführer, habe es bereits Vermutungen gegeben, wonach der Täter nicht alle Brände gelegt haben kann.