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Kröbelner Feuerwehr wird strategisch bedeutsamer
Es brennt: Kröbelns Feuerwehr setzt den Notruf ab

Das jetzige Gerätehaus lässt sich nicht erweitern. Der Bau am neuen Standort ist beschlossene Sache, über die Bauausführung wird gestritten.
Das jetzige Gerätehaus lässt sich nicht erweitern. Der Bau am neuen Standort ist beschlossene Sache, über die Bauausführung wird gestritten. FOTO: Frank Claus
Kröbeln. Nach den Festlegungen im Gefahrenabwehrbedarfsplan der Kurstadt wird die Kröbelner Feuerwehr strategisch bedeutsamer. Die Ortsfeuerwehr Kröbeln soll in Verbindung mit der Ortsfeuerwehr Zeischa Hauptsitz für die gesamte Einheit Süd werden. Frank Claus

Dazu kommt, dass das jetzige Tragkraftspritzenfahrzeug perspektivisch durch ein neues, größeres ersetzt werden muss und somit nicht mehr in die vorhandene Garage passt. Zusätzlich soll Kröbeln einen Stellplatz für ein Mannschaftstransportfahrzeug erhalten, da nach heutigem Stand die Zukunft der Feuerwehr in Oschätzchen nicht vollends gesichert ist.

Fest steht, dass das jetzige Depot für diese Entwicklungen nicht ausreichend ist. Eine Erweiterung am Standort geht räumlich nicht, sodass ein Neubau am Sportplatz bereits beschlossene Sache ist. Doch über die Bauausführung und die Kosten wird trefflich gestritten. Knapp 400 000 müssen jetzt kalkuliert werden.

Aus dem Haushalt ist das momentan nicht finanzierbar, sodass Kämmerer Gerd Engelmann nur eine weitere Kreditaufnahme für den Planungszeitraum 2017 bis 2020 als möglich erachtet. Bad Liebenwerdas Kreditvolumen würde sich damit auf 1,82 Millionen Euro erhöhen. In der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, 4. Oktober, soll die Entscheidung fallen. Vor diesem Termin meldet sich jetzt Mathias Kluth, Ortswehrleiter der Feuerwehr Kröbeln, mit einem Brief mit der Überschrift "112 - Hilferuf der Feuerwehr Kröbeln" zu Wort. Zum geplanten Ausbaugrad meint er: "Sollen einige Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kröbeln ihre Sachen zu Hause lagern, weil der Neubau des neuen Depots zu klein geplant wird?" Seinen Aussagen zufolge hat die Ortswehr gegenwärtig 24 Kameradinnen und Kameraden. 27 Aktive gehören zur Kinder- und Jugendfeuerwehr. Der Neubau des Depots werde allerdings für weniger Kameraden geplant.

"Was ist mit dem Rest? Sollen sie ihre Dienstkleidung nach den Einsätzen zu Hause aufbewahren? An anhaftende Kontamination gar nicht zu denken", schreibt er und schildert mögliche Konsequenzen: "Wenn die Informationen zutreffen sollten, dann sind sich einige Kameraden darüber einig, dass sie nicht mehr gebraucht und ihren Feuerwehrdienst beenden werden." Ein gemeinsamer Stützpunkt für die Einheit Süd würde zudem dringend einen Schulungsraum benötigen. "Aber auch ein solcher ist nicht in Aussicht. Dafür soll das Vereinshaus des ansässigen Fußballvereins mit genutzt werden. Die Kröbelner Kameraden sind jedoch der Auffassung, dass dieser Raum ungeeignet ist", schreibt der Ortswehrleiter und fragt: "Wie soll sich die Ausbildung unserer Kinder- und Jugendfeuerwehr künftig gestalten? Wo soll der Unterricht, die Ausbildung stattfinden?" Mathias Kluth erklärt, dass die Wehr stolz sei, dass die Feuerwehrarbeit "in unserem kleinen Ort von so einer großen Anzahl angenommen wird."

Die Stadtverwaltung habe bis jetzt nur eine Planungsgrundlage vorgelegt und halte daran fest, anstelle Alternativen zu prüfen. Vor allem der Abgeordnete Hagen Hentschel (CDU) hatte mehrfach diese Varianten eingefordert.

"Wir wollen doch nicht mehr und nicht weniger als ein Gebäude, was ausreichend Platz bietet und wo alles an Ort und Stelle ist und wir nicht mehr in einem ,Drecksloch` hausen müssen, wie es ein Stadtverordneter richtig betitelte", so der Ortswehrleiter.