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Erster Storchennachwuchs wird auf alter Esse erwartet

Die Feuerwehr hilft beim Aufsetzen des Flechtwerks.
Die Feuerwehr hilft beim Aufsetzen des Flechtwerks. FOTO: Feller
Elsterwerda. Auf dem alten Schornstein der ehemaligen Elstermode in der Ludwig-Jahn-Straße hat es noch nie Storchennachwuchs gegeben. Storchenfreund Franz Görner, der den von ihm Mitte der 1990er-Jahre angelegten Horst bis heute betreut, hat die Hoffnung jedoch nicht aufgegeben. Manfred Feller

Zu Wochenbeginn hatte er mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Elsterwerda ein selbst gefertigtes, etwa 25 Kilogramm schweres neues Nest aus Weide, Birke und Schilf auf der Esse befestigt. Ein Wagenrad bildet die stabile Grundlage.

Schon am nächsten Tag, am Dienstag, traute der ehrenamtliche Helfer des Naturschutzbundes (Nabu) seinen Augen nicht. Soweit er sich erinnern kann, hatte sich dort noch nie so zeitig, an einem 7. März, ein Storch niedergelassen. "Das früheste mir bekannte Datum ist in Elsterwerda der 28. März", so Franz Görner. In der Gartenstadt befindet sich der zweite Horst. In diesem werde jedes Jahr gebrütet. 2016 habe es allerdings keinen Nachwuchs gegeben, weiß er. Weitere Horste in der Umgebung gibt es auch in Kahla, Plessa, Haida, Reichenhain, Zobersdorf und Bad Liebenwerda.

Bei dem ersten in diesem Jahr im Landkreis Elbe-Elster gesichteten Storch handelt es sich nach Ansicht des Elsterwerdaers mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Westzieher, der aufgrund der relativ milden Witterung einfach in den Osten weitergeflogen ist. Er kommt aus Westafrika und habe mit rund 4000 Kilometern eine deutlich kürzere Flugstrecke als die Ostzieher, die eigentlich hier heimisch sind. Letztere, so hat Franz Görner recherchiert, sollen sich aktuell zum Teil in der ungarischen Tiefebene aufhalten. Sie werden erst Ende März/Anfang April erwartet. Zuerst treffen die Männchen ein, etwa zwei Wochen später die Weibchen. Nach der zügigen Paarung im Horst werden die Eier 32 Tage lang ausgebrütet.

Auf dem Schornstein-Horst in Elsterwerda sind in den Vorjahren immer wieder Störche, auch junge Paare gesehen worden. Einen langen Aufenthalt mit Brutzeit habe es jedoch nicht gegeben.