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| 02:38 Uhr

Erster Stempel auf dem Lutherpass

EE-Marketingkoordinatorin Janine Kauk bittet Dietmar Woidke in Herzberg um den ersten Stempel auf dem Lutherpass.
EE-Marketingkoordinatorin Janine Kauk bittet Dietmar Woidke in Herzberg um den ersten Stempel auf dem Lutherpass. FOTO: Rudow
Herzberg/Mühlberg. Großer Medienrummel gestern im Elbe-Elster-Kreis. Die diesjährige Sommer-Tourismus-Pressefahrt von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sich auf die Spuren der Reformation begeben. Da kommen Politiker, Journalisten und Tourismusexperten an Herzberg und Mühlberg nicht vorbei. Birgit Rudow und Frank Claus

Kurz vor 13 Uhr rollt er auf den Herzberger Markt, der Bus aus Potsdam. Neben Dietmar Woidke und Mitarbeitern von Tourismusverbänden steigen vor allem Presse-, Rundfunk und Fernsehjournalisten aus Brandenburg und Berlin aus. Sie wollen vor allem eines wissen: Was verbindet Herzberg mit der Reformation und wie bereitet man hier das Jubiläum 2017 vor. Sofort werden Kameras und Diktiergeräte gezückt. Ein besonderes Fotomotiv bietet der erste Stempel von Dietmar Woidke auf dem Lutherpass - ein Reisepass, der durch die verschiedenen Orte der Reformation in Elbe-Elster, Wittenberg, Jüterbog und Torgau führt, und für den es an jedem Ort einen besonderen Stempel gibt. Wie sich später in Mühlberg herausstellt, ist es nicht das einzige Bonbon, mit dem Elbe-Elster, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen gemeinsam punkten wollen. Die Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH wird nach der Naturtourismus-Kampagne in diesem Jahr das Jahr 2017 gemeinsam mit "Kulturland Brandenburg" komplett unter das Thema Reformation stellen. Die Reiseregion Fläming hat mit den Nachbarkreisen Erlebnis-Radtouren aufgelegt, in die die Reformationsstätten eingebunden sind. Und es wird viele kleine neckische Dinge geben: Luther-Futter zum Beispiel, eine Nuss-Mischung, wie Elbe-Elster-Marketingkoordinatorin Janine Kauck verrät.

Herzbergs Pfarrerin Anika Scheinemann-Kohler führt die Gäste in die Kirche, in der Kantorin Solveig Weigel die Orgel kraftvoll erklingen lässt. Anika Scheinemann-Kohler erklärt den Gästen, wie nah Luther und Melanchthon Herzberg gewesen seien, warum in Herzberg die Reformation schon so früh einsetzte, warum die Herzberger ihre Reformatoren so sehr verehrten und warum die Reformation eine große Relevanz für die Geschichte von heute hat. Die Journalisten haben viele Fragen, so zum Aufenthalt Luthers in Herzberg im April 1522 oder zu den aktuellen Auswirkungen des Reformationsjubiläums in der Kirchengemeinde.

Ministerpräsident Dietmar Woidke ist auf allen Stationen der Tour, so in Jüterbog, Herzberg und Mühlberg, ein ebenso viel gefragter Gesprächspartner wie die zahlreichen Reformations-Akteure vor Ort. Der Regierungschef zeigt sich am Ende begeistert: "Das Interesse der Medienvertreter, und das waren nicht irgendwelche, sondern zahlreiche ,Edelfedern' ist enorm. Wir konnten gar nicht alle im Bus mitnehmen, einige sind mit dem Auto die Tourstationen angefahren."

Bei Elbe-Elster-Kulturamtsleiter Andreas Pöschl hat die Vorfreude auf das Lutherjahr längst die Dimensionen der hervorragenden, länderübergreifenden Zusammenarbeit, die sich bereits im Jahr der Landesausstellung entwickelt hatte. Janine Kauck bestätigt das und macht es mit Worten deutlich, die die Wittenberger Tourismuschefin Kristin Kruske gern sagt: "Im Lutherjahr müssen wir die Kuh nur noch melken. Aber wir brauchen die Kälbchen danach." Der nie zuvor so starke Verbund Wittenberg, Torgau, Herzberg und Mühlberg gebe ihr da große Zuversicht. In der Staatskanzlei habe man von Kirchenseite von einem enormen Interesse im Ausland erfahren. Demnach werden es immer mehr Gruppen aus den USA, Skandinavien, Südkorea und Südafrika, die sich Reise- und Ausstellungsinformationen einholen würden.