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| 01:38 Uhr

Erster Spatenstich gegen Anwohner-Frust in Mühlberg

Beim ersten Spatenstich bekamen Hannelore Brendel und Frank-Dieter Manteufel tatkräftige Unterstützung von Maria Horn und Timon Wanka (beide 7) sowie vom sechsjährigen Leo Merzig aus Doberlug, der vorsichtshalber seine eigene Schippe mitgebracht hatte. Foto: A. Posern
Beim ersten Spatenstich bekamen Hannelore Brendel und Frank-Dieter Manteufel tatkräftige Unterstützung von Maria Horn und Timon Wanka (beide 7) sowie vom sechsjährigen Leo Merzig aus Doberlug, der vorsichtshalber seine eigene Schippe mitgebracht hatte. Foto: A. Posern FOTO: A. Posern
Mühlberg. Zweieinhalb Jahre nach der Einweihung der Mühlberger Elbebrücke ist am gestrigen Freitag der erste Spatenstich für die neue Straßenanbindung erfolgt. Sie soll für Anwohner der Straße der Jugend und Am Storchennest im nächsten Jahr endlich für Entlastung sorgen. Von Antje Posern

Seit der Brückenübergabe hoffen die Anlieger auf eine neue Straße. Während auf sächsischer Seite mit der Elbquerung auch die straßenseitige Erschließung verbunden war, müssen Mühlberger noch heute das laute und vibrierende Rumpeln ertragen, das vor allem unbeladene Lkw auf der Kopfsteinpflasterpiste erzeugen. Der 74-jährige Berndt Müller aus dem Triftweg, der mit seinem kleinen Feriengast Leo Merzig am Freitag zum feierlichen Spatenstich gekommen war, kann ein Lied davon singen. "Man kann nachts nicht schlafen", sagt er. Auch wenn es für ihn völlig unverständlich bleibt, warum Planfeststellungsverfahren von Brücken- und Straßenbau nicht in einem Zuge erledigt werden konnten, freut es ihn jetzt, dass es endlich losgeht.

"Ein Ende ist absehbar", atmet auch Petra Werner aus der Straße Am Storchennest auf. Die Rübenkampagne in diesem Jahr werde sie auch noch aushalten. Petra Werner kann gar nicht mehr zählen, wie oft sie gemeinsam mit weiteren Anliegern im Rathaus war und beim Landesbetrieb Straßenwesen für den Straßenneubau Druck gemacht hat. Zu diesen Mitstreitern gehört auch Karin Wendt aus der Straße der Jugend, die aufgrund der bis jetzt schon langen Wartezeit skeptisch bleibt, was das geplante Bauende im Oktober 2012 anbelangt.

Bis dahin bat Frank-Dieter Manteufel, Bereichsleiter Planung beim Landesbetrieb Straßenwesen in Cottbus, die anwesenden Anwohner noch durchzuhalten. Im gleichen Zuge bedankte er sich für das bisherige Stehvermögen und versprach zur Rübenkampagne im nächsten Jahr eine deutliche Verbesserung.

Gemeinsam mit Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel (parteilos) vollzog er den ersten Spatenstich direkt neben einem der beiden Brückenbauwerke über den Radwanderweg und den Brottewitzer Graben, die schon zur neuen Streckenführung gehören und seit dem vergangenen Herbst ohne Anbindung etwas verloren in der Landschaft stehen. Das wird sich jetzt ändern. Bis Mitte nächsten Jahres soll die TS Bau GmbH aus Riesa wesentliche Teile der insgesamt 2,5 Kilometer langen Netzergänzung der Landesstraße 66 vom Ortsausgang Weinberge bis Köttlitz fertiggestellt haben. Die Knotenpunkte am Ortseingang von Mühlberg und am Abzweig nach Brottewitz werden dabei als Kreisel ausgebaut. Vom Gartenweg bis zum Bauende Weinberge erhält die Landesstraße zudem einen Radweg. Als Querungshilfe für die Radfahrer ist dort eine Mittelinsel vorgesehen.

Als letzte Abschnitte sollen laut Landesbetrieb die direkte Anbindung der Elbebrücke bei Köttlitz sowie der Neubau des Bahnüberganges erledigt werden. Zielsetzung hierfür ist Ende 2012.

Zum Thema:

Zum Thema5,5 Millionen Euro werden insgesamt in die L 66-Netzergänzung investiert.17 Durchlässe, davon vier kombiniert für Amphibien und Fischotter sowie vier nur für Amphibien, gehören zum Straßenbau.Bürgermeisterin Brendel: "Die Straße ist nicht nur für Mühlberg, sondern für den südwestlichen Zipfel Brandenburgs wichtig."