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| 14:40 Uhr

Erster Obstaufkauf 2019
In Hohenleipisch hat die Kirschernte begonnen

 Cordula Anders (63) mit Kirschwein, Marie Michler (14) aus einer alten Obstanbauerfamilie und der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Gert Anders (65).
Cordula Anders (63) mit Kirschwein, Marie Michler (14) aus einer alten Obstanbauerfamilie und der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Gert Anders (65). FOTO: VRS
Hohenleipisch. Die Abgabemenge wird in diesem Jahr deutlich unter der des Vorjahres liegen.

Beim ersten Kirschaufkauf in diesem Jahr beim Obst- und Gartenbauverein Hohenleipisch konnten am Freitag an der Bahnhofstraße 10 die ersten leckeren Früchte abgegeben werden. Aus den Kirschen, die in diesem Jahr ohne Stiele zur Sammelstelle gebracht werden sollen, wird über Bauer-Fruchtsaft Bad Liebenwerda leckerer Kirschmost hergestellt. Alternativ sei auch Kirschwein möglich, erklärt der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Gert Anders. 

Zur Produktion von Kirschmost müssen die Früchte am Morgen geerntet und noch am gleichen Tag in der Kelterei frisch verarbeitet werden.

Die Ernte erweist sich in diesem Jahr als problematisch. Während der Kirschblüte ist es in mehreren Nächten zu Bodenfrost gekommen, der die Früchte geschädigt hat. Sind beim Aufkauf im vergangenen Jahr insgesamt 1700 Kilo abgegeben worden, so werden in 2019 nur insgesamt 700 Kilo perspektivisch erwartet. Der nächste Aufkauftermin ist am 25. Juni (11 bis 12 Uhr). Voranmeldungen bitte unter 03533 60740.

Etwa 100 Hohenleipischer nutzen ihre Obstbäume in den Gärten und auf den Plantagen noch. Nach Schätzungen des Obst- und Gartenbauvereins hängen an mindestens etwa 10 000 Bäumen noch immer Früchte, die meist ungeerntet auf dem Boden landen und dann vertrocknen oder von Vögeln gefressen werden. Am Boden liegende Kirschen locken zudem das Ungeziefer an, wie zum Beispiel die Kirschfruchtfliege.

In Spitzenzeiten standen in Hohenleipisch einmal 40 000 registrierte Obstbäume. Heute werden die Früchte meist nur noch für den Eigenbedarf gepflückt. „Wir wollen die alte Tradition am Leben erhalten und mit verschiedenen Maßnahmen vielleicht wieder ankurbeln“, meint Gert Anders.

(vrs)