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| 17:52 Uhr

Welche ist die schönste Krone?
Röderland-Landfrauen setzen noch eins drauf

Insgesamt acht Erntekronen nahmen in diesem Jahr an dem Wettkampf um die schönste Erntekrone in Elbe-Elster teil und außer der Wertung ein mit leckeren Landwirtschaftsprodukten geschmückter Anhänger sowie drei dekorativ geschmückte, handgefertigte Riesenkörbe.
Insgesamt acht Erntekronen nahmen in diesem Jahr an dem Wettkampf um die schönste Erntekrone in Elbe-Elster teil und außer der Wertung ein mit leckeren Landwirtschaftsprodukten geschmückter Anhänger sowie drei dekorativ geschmückte, handgefertigte Riesenkörbe. FOTO: Veit Rösler
Prestewitz. Mit ganz viel Herzblut sind die Teilnehmer des Erntekronenwettbewerbes in den Wettstreit nach Prestewitz zum Bauernmarkt gezogen. Von Veit Rösler

Insgesamt acht Erntekronen haben in diesem Jahr an dem Wettkampf um die schönste Krone des Elbe-Elster-Kreises teilgenommen. Außer der Wertung waren ein mit leckeren Landwirtschaftsprodukten geschmückter Anhänger sowie drei dekorativ geschmückte handgefertigte Riesenkörbe ins Rennen gegangen.

Über 160 Wähler beteiligten sich an der Stimmabgabe. Danach stand fest: Der erste Platz geht an die Erntekrone der Landfrauen aus Röderland. Das Highlight: Auf ihre mächtige Krone haben die Konstrukteure eine weitere kleine Minikrone installiert. Insgesamt 25 Frauen haben an der Siegerkrone gebastelt, welche bei dieser Gelegenheit auch gleich noch eine zweite Krone in das Rennen nach Prestwitz geschickt haben. Diese landete dann sogar auf dem dritten Platz. „Voll abgeräumt, kann man da nur sagen“, brachte es der Mitorganisator des Wettbewerbes, Dieter Kestin aus Falkenberg, auf den Punkt. Am zweiten Platz, der Krone aus Wahrenbrück, haben nur acht Frauen gewerkelt. Jede Erntekrone ist ein individuelles Meisterstück für sich. „Eigentlich sollte es so eine Auszeichnung für einzelne Kronen gar nicht geben. In jeder Krone steckt unendlich viel Mühe, Fingerspitzengefühl und Kreativität. Da müssten eigentlich alle eine gleichgroße Anerkennung bekommen“, meinte am Rande der Geschäftsführer des Landwirtschaftsunternehmens Stolzenhain Prösen, Waldemar Dietrich aus Stolzenhain.

Die „Interessengemeinschaft Historisches Feld“ aus Kolochau beteiligte sich neben einer Wettkampf­erntekrone unter dem Motto „Das Brot fällt nicht vom Himmel“ mit einem mit Brot, Brötchen, Getreide, mit Blumen und allerlei Obst und Gemüse bunt geschmückten Erntedankwagen. Die Hohenleipischer Erntekronenkonstrukteure zeigten im Erntekronenstil dekorierte Handarbeitskörbe aus der alten Korbmacherhochburg Dreska. Beide Hingucker aus Kolochau und Hohenleipisch sollen in dieser am 8. September am 15. Brandenburger Dorf- und Erntefest in Neuzelle teilnehmen.

Über 20 Stände und Wagen mit regionalen Produkten haben wieder mehrere Hundert Besucher zum von der Wirtschaftsfördergesellschaft Elbe-Elster, vom Landwirtschaftsamt und von der Sparkassenstiftung unterstützten Prestewitzer Bauernmarkt gelockt. Der erstmals 1999 und seitdem sechs Mal im Jahr veranstaltete Bauernmarkt soll nur noch bis Jahresende in Prestewitz durchgeführt werden, war von Dieter Kestin zu erfahren. Als Vorsitzender der Prestewitzer Agrar GmbH wurden die ersten Märkte von ihm ins Leben gerufen und seitdem über den Ruhestand hinaus regelmäßig mit begleitet. „Viele Händler sind von Anfang an dabei. Auch haben uns über die Jahre viele Stammkunden die Treue gehalten. Ich selber bin jetzt 78 Jahre. Viele in meinem Alter können aber einfach nicht mehr. Sie können nicht mehr laufen, sie kommen mit Stock oder dem Rollator. Die Euphorie von vor 20 Jahren ist leider nicht mehr zu spüren“, so der rüstige Ruheständler.

So war wohl auch der diesjährige Erntekronenwettbewerb der letzte seiner Art. Zumindest in Prestewitz. „Wir haben das Problem im Auge und wir wollen gegensteuern“, war daneben von Bürgermeister Andreas Claus zu erfahren. So sollen ab 2019 die Bauernmärkte von Prestewitz zur wenige Kilometer weit entfernten historischen Brikettfabrik „Louise“ nach Domsdorf umziehen. Auch ein Erntekronenwettbewerb soll dort stattfinden.

Womit allerdings das nächste Problem ruchbar wird. Denn auch die Erntekronenkonstrukteure bewegen sich im Altersdurchschnitt mittlerweile zwischen 70 und 80 Jahren. Gerade mal in Hohenleipisch konnten zwei Nachwuchskräfte gewonnen werden. Bei den Landfrauen in Röderland wurden jetzt von der 84-jährigen Erntekronen-Hauptflechterin Ruth Dietrich die Nachwuchskräfte Ingetraud Tkocz (78) und Veronika Böhrdel (70) in den sensibelsten Arbeiten an einer Erntekrone ausgebildet.