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| 14:31 Uhr

Hirschfeld pflegt Traditionen
Hirschfelder zücken ihre Taschenmesser

Die „Schleifer“ des Hirschfelder Heimatvereins hatten viel zu tun. Messer oder Scheren wurden hier fachgerecht und kostenlos geschärft.
Die „Schleifer“ des Hirschfelder Heimatvereins hatten viel zu tun. Messer oder Scheren wurden hier fachgerecht und kostenlos geschärft. FOTO: Wolfgang Kniese
Hirschfeld. Freude über die eingebrachte Ernte war und ist ein Grund, um zu feiern. Es verbindet Historisches und Modernes. Es macht auf eindrucksvolle Weise darauf aufmerksam, was die Region zu bieten hat. So geschehen am vergangenen Wochenende beim Hirschfelder Erntedankfest mit Bauernmarkt. Von Wolfgang Kniese

Eine wunderschöne Erntekrone zierte das Innere der Hirschfelder Kirche. Ein weiterer Blickfang war die Ausstellung vor dem Altar. Hier waren die verschiedensten Früchte wie Obst, Gemüse, Kürbisse und Blumen aus den Gärten, Getreide und Rüben von den Feldern, zur Schau gestellt. Besonders erwähnenswert ist, dass die ausgestellten Naturalien als eine Spende dem Dresdner Verein „Stoffwechsel“ überreicht werden, der bedürftige Kinder, Jugendliche und Familien unterstützt.

Nach dem Erntegottesdienst trafen sich Hirschfelder mit ihren Gästen auf dem Gelände rund um die Heimatstube, das zu einem Bauernmarkt umfunktioniert war. Mitglieder des Heimatvereins präsentierten hier altes Handwerk. Viele Männer zückten vor dem historischen Schleifbock, mit der sandsteinernen Schleifscheibe, ihre Taschenmesser. Vereinsmitglieder schärften diese mit der alten Technik fachkundig. Auch Seile wurden auf Wunsch der Besucher in der gewünschten Länge und der notwendigen Stärke, für jedermann sichtbar, gedreht. Die Technik des Sense dengelns (schärfen) war für Interessierte ein Ausflug in die alte Handwerkskunst. An den Verkaufsständen zeigten die Händler die Ergebnisse ihrer Arbeit. So machten sie mit ihren Produkten auf die Region aufmerksam. Während die Kinder beim Basteln und bei Spielen beschäftigt wurden, nutzten die „Größeren“ die Gelegenheit, um sich kulinarisch bei einem kleinen Schwätzchen verwöhnen zu lassen. Die Plinsenbäcker des Heimatvereins und die Helfer, die sich mit Kürbisgerichten und mit den verschiedensten Getränken um das leibliche Wohl der Gäste sorgten, hatten alle Hände voll zu tun, um den Appetit ihrer Gäste zu stillen.

„Klein aber fein und sehenswert!“ – so beurteilten Besucher den „Markt“. „Es war ein Bauernmarkt ohne musikalische Umrahmung. Um so mehr wurden die persönlichen Gespräche gepflegt“, so die Vereinsvorsitzende Heidrun Lösche.