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| 20:02 Uhr

Einstige Agreda
Gelungener Neustart als Erntedankfest

Eine sichere Bank in Elsterwerda: Wenn das Sportensemble auftritt, sind die Plätze gut besetzt.
Eine sichere Bank in Elsterwerda: Wenn das Sportensemble auftritt, sind die Plätze gut besetzt. FOTO: Mirko Sattler
Elsterwerda. Die „Agreda“ im neuen Gewand mit viel mehr Kultur und dennoch attraktiven Ausstellerständen. Von Frank Claus und Mirko Sattler

Alles richtig gemacht. Das „Erntedankfest der Lausitz“, wie die ehemalige Landwirtschafts- und Verbraucherschau in Elsterwerda jetzt heißt, fand am vergangenen Wochenende trotz kühlem Sonntag sehr guten Zuspruch. Auch der neue Veranstaltungsort im Park des Elsterschloss-Gymnasiums fand viele Befürworter. Lediglich die Parkplatzsuche gestaltete sich für den einen oder anderen etwas schwierig.

Schon am Freitagabend ist mit dem „Empfang für die Landwirtschaft“ eine Veranstaltung organisiert worden, die ausbaufähig ist. Künftig, so die Vorstellung, sollen hier Mitarbeiter aus allen Landwirtschaftsunternehmen alle zwei Jahre zusammenkommen.

„Elsterwerda ist immer für eine Überraschung gut“, staunte Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) mit Blick auf die Ananas, die er und die zahlreichen Organisatoren und Helfer des Erntefestes aus den Händen von Anja Heinrich in einer Schale mit einem Muster aus dem ehemaligen Steingutwerk Elsterwerda überreicht bekamen. „Die Ananas“, so erklärte Elsterwerdas Bürgermeisterin stolz, „ist einst gleich nebenan, im schmuck sanierten Gärtnerhäuschen gezüchtet worden.“

Der Agrarminister bezeichnete die diesjährige als die bisher schlechteste Ernte nach der Wende und hob umso mehr die Dringlichkeit gemeinsamer Zusammenarbeit hervor. Der Agrarmarketingverband pro agro, „der größte in Mitteldeutschland“, wie der Minister meinte, unterstütze dabei „herausragend“ die Schaffung regionaler Kreisläufe.

Bemerkenswert der Auftritt der Aussteller in der kleinen Sporthalle. Komprimiert, attraktiv, unterhaltsam und gut moderiert – in der Halle gab es ein ständiges Kommen und Gehen. An vielen Ständen auf dem weiträumigen Schlosshofgelände  war immer etwas los. In der als Messehalle umfunktionierten Turnhalle stellten regionale Erzeuger ihre Waren aus. Nicht nur Marmeladen, Honig oder Wasser waren dort zu finden. Am Stand von Michael Ihlo war immer etwas los. Der Chefkoch des Gasthofes „Zum Elstertal“ aus Zeischa kochte den ganzen Tag leckere Gerichte rund um den Kürbis und herbstliches Gemüse.  Bereitete er am Vormittag zusammen mit Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) noch eine Kürbissuppe, die am Nachmittag natürlich alle war, so kochte er dann zusammen mit den zahlreichen Zuschauern rings um seinem Kochstudio weitere herbstliche Gerichte. „Die Suppe mit Kürbis, Kartoffeln und Möhren ist lecker“, meinte ein Senior und fügte an: „Das Fest ist gut organisiert. Viele regionale Erzeuger sind vertreten.“
Auf eine 120jährige Firmengeschichte kann ein Elsterwerdaer Unternehmen zurückblicken. „Das Fest wird sehr gut angenommen. Unser Stand ist immer ständig besucht.  Zum zweiten Mal sind wir hier dabei und diesmal ist es besser als auf dem Parkplatz am Elster-Center“, meinte Lutz Friedel vom Brennstoffhandel Friedel, der sich freut, dass die Bürgermeisterin ihr Wort gehalten hat. 
Die Geschichte der Landkrämerei speziell aus dem Fläming brachten Marlies und Caharles Koppenhele den Besuchern näher. „Es ist ein sehr kleines, schönes Fest. Wir erzählen den Leuten, wie es war vor 120 Jahren, als Landkrämer  übers Land zogen und ihre Waren feilboten.  Gleichzeitig machen wir auf das Deutsche Trachtenfest 2019 aufmerksam“, sagte Charles Koppenhele, der genau wie seine Frau eine Tracht aus dem Fläming trug.
Der Außenbereich rund um den Springbrunnen verwandelte sich zu einer kulinarischen Meile mit außergewöhnlichen Sachen wie zum Beispiel Bratwurst von der Gans.
Was wäre ein Erntefest ohne landwirtschaftliche Technik und Tiere?  Konnte man gleich am Eingang des Erntefestes modernste Erntetechnik bestaunen, so fand man im hinteren Teil Landtechnik aus einstigen Zeiten, so auch die Lanz Bulldogs aus Lindena  Eine kleine Tierschau des Kleintierzüchtervereins „Elsterperle“ und Ponyreiten rundeten das landwirtschaftliche Bild ab.
Für kulturellen Part des Erntefestes sorgten einerseits die Tanzdarbietungen der Sorbischen Volkstanzgruppe aus Zeißig, das Sportensemble aus Elsterwerda und Künstler wie Steffen Heidrich, der Roland Kaiser doubelte. Remmi Demmi und DJ Hamster Mario aus Lauchhammer sorgten für Partystimmung.

Witzig: „Bauer Korl“ beim Empfang für die Landwirtschaft.
Witzig: „Bauer Korl“ beim Empfang für die Landwirtschaft. FOTO: LR / Frank Claus
Anstoßen mit Agrarminister Jörg Vogelsänger (3.v.l.), Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (4.v.l.) und Bürgermeisterin Anja Heinrich (2.v.l.).
Anstoßen mit Agrarminister Jörg Vogelsänger (3.v.l.), Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (4.v.l.) und Bürgermeisterin Anja Heinrich (2.v.l.). FOTO: LR / Frank Claus
Gefiel in Elsterwerda: die sorbische Volkstanzgruppe Zeißig.
Gefiel in Elsterwerda: die sorbische Volkstanzgruppe Zeißig. FOTO: LR / Frank Claus