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| 22:48 Uhr

Elsterwerda testet neues Festformat
Neues Image für die alte Agreda

Die Sorbische Volkstanzgruppe Zeißig ist am Sonnabend beim Erntefest der Lausitz am Elsterschloss-Gymnasium in Elsterwerda dabei.
Die Sorbische Volkstanzgruppe Zeißig ist am Sonnabend beim Erntefest der Lausitz am Elsterschloss-Gymnasium in Elsterwerda dabei. FOTO: Mandy Decker
Elsterwerda. Elsterwerdas Landwirtschaftsschau wird jetzt zum „Erntefest der Lausitz“ Von Frank Claus

Kaum noch Technik und Tiere, ein eher dünnes Kulturprogramm, weniger Aussteller und am Ende seit Jahren auch sinkende Besucherzahlen – Elsterwerdas einst mit dem sächsischen Gröditz ins Leben gerufene Landwirtschafts- und Verbraucherausstellung Agreda hatte an Akzeptanz verloren.

Elsterwerdas Bürgermeisterin Anja Heinrich (CDU) will das Fest neu aufstellen – als „Erntefest der Lausitz“. Ihr Konzept: An die Kirmes anknüpfen – das zu Ende gehende Erntejahr gebührend würdigen. „Die Landwirtschaft hat öffentliche Wertschätzung verdient“, sagt Anja Heinrich.

Nicht nur der neue Veranstaltungsort rund um das Elsterschloss-Gymnasium Elsterwerda soll neues Flair bringen, vor allem auch das Programm, das nun noch mehr auf Unterhaltung setzt und Firmenpräsentationen trotzdem nicht außen vor lässt. Ganz neu ist ein Empfang für die Landwirtschaft bereits am Freitagabend, für den sich regionale Agrarunternehmen anmelden konnten. Mehr als 100 Mitarbeiter aus Unternehmen werden erwartet. „Ein schöner Start“, wie Anja Heinrich meint. Perspektivisch, so eine RUNDSCHAU-Idee, könnte das zu einem großen Ball der Landwirtschaft ähnlich des Tierparkfestfrühschoppens in Herzberg werden.

Anja Heinrich: „Hochsommerliche Temperaturen bereits zu Jahresbeginn, anhaltende Wasserknappheit, das hat ernste Folgen in diesem Jahr. Während sich die Obstbauern über eine reiche Apfelernte freuen, weil Hagel und Frost erspart blieben, litten die Erträge beim Getreide und besonders beim Futtermais. Das ist doppelt schlimm, weil auch die Milchbauern angesichts vertrockneter Weiden schon Futter zukaufen müssen.“

Ihr Credo: Kopf in den Sand stecken hilft nicht, nun gilt es noch intensiver als vorher zusammenzuarbeiten. Der Empfang solle auch Möglichkeiten weiterer Kontaktaufnahme bieten. Deshalb freue sie sich, mit dem Brandenburger Agrarmarketingverband pro agro, dem Kreisbauernverband und der Sparkasse Elbe-Elster Förderer dieses Veranstaltungsformats im Boot zu haben. Auch der Kreis sei mit seiner Wirtschaftsförderungsgesellschaft wieder stärker eingestiegen.

Die Bürgermeisterin möchte regionale Kreisläufe weiter verstetigen und irgedwie auch Verbrauchern ins Gewissen reden: „Unsere gesamte Lebensqualität, die Versorgung von Mensch und Tier, hängt von einer funktionierenden und weitsichtigen Landwirtschaft, von regional produzierenden Landwirtschaftsunternehmen ab, gleichermaßen aber auch von Verbrauchern, die durch ihr Kaufverhalten und den Umgang mit Lebensmitteln eine nachhaltige Produktion ermöglichen.“ So soll auch in Elsterwerda beim Erntefest an diesem Sonnabend und Sonntag vor allem Regionales gekauft und verkostet werden können – vom deftigen Steak bis zu knackigen Gemüse- und Obstspezialitäten und süffigem Bier.