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| 13:53 Uhr

Erneuerbare-EnergieSpar-Messe feiert Geburtstag
Dampfkraft trifft auf E-Mobilität

 Bei der 10. Jubiläums-Messe in Domsdorf wurden mehr als 20 E-Fahrzeuge gezeigt.
Bei der 10. Jubiläums-Messe in Domsdorf wurden mehr als 20 E-Fahrzeuge gezeigt. FOTO: VRS
Domsdorf. So nahe beieinander wie im Technischen Denkmal „Louise“ Domsdorf sind alte und neue Energieformen an kaum einer anderen Stelle anzutreffen. Am Sonntag wurde zur nunmehr 10. Erneuerbare-EnergieSpar-Messe eingeladen.

Während im Technischen Denkmal anlässlich des Dampftages bei Schauvorführungen der Echtdampfbetrieb die Brikettpressen zum Laufen brachte, die Transmissionswerkstatt an die Zeit der technischen Revolution nach dem Mittelalter erinnerte und die Grubenbahn auf Schmalspurgleisen mit Touristen durch die Wälder tuckerte, wurden vor den Werkstoren der „Louise“ munter Informationen zur aktuellen technischen Revolution verteilt. Etwa 30 verschiedene Anbieter aus den Themenbereichen Erneuerbare Energien, alternative Heizungsanlagen, nachhaltige Gebäudesanierung und moderne Mobilität hatten auf dem Gelände ihre Stände aufgebaut.

Interessengemeinschaft auf Erneuerbare-EnergieSpar-Messe

Mit dabei die private Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg. Mitglied Simona Kurzweg (58) aus Trebbin schwört auf Elektrofahrzeuge. In Domsdorf war sie schon mehrmals dabei. Seit acht Jahren nutzt Simona Kurzweg ein E-Auto für den Weg zur Arbeit.

An dem Fahrzeug schätzt sie die Ruhe und die günstigen Kosten, wie sie meint. Natürlich möchte sie auch die Umwelt schonen. Ihr E-Auto hat Simona Kurzweg als Leasing-Rückläufer aus Kalifornien gebraucht erworben. Es sei zehn Jahre steuerbefreit und zu Hause wird der Akku mit Strom von den Solarzellen auf dem Dach geladen.

Über die Ladesäulen in Domsdorf war Simona Kurzweg allerdings verärgert. Bei einer Phase des Drei-Phasen-Wechselstromnetzes sei hier ständig die Sicherung defekt, so dass nur mit eingeschränkter Ladung agiert werden kann, was die Ladezeit deutlich erhöht.

Fragen zur Elektromobilität

Friedrich Raum aus Finsterwalde befasst sich ebenfalls mit dem Thema Elektroauto. Er war bereits mehrmals in Domsdorf bei den Präsentationen dabei und auch eine Probefahrt hat er schon riskiert.

Friedrich Raum staunt über die Beschleunigung von E-Fahrzeugen. Für kurze Strecken, wie eben den Weg zur Arbeit, sieht er die Thematik eher unproblematisch. Doch was passiert, wenn das zu beheizende Fahrzeug bei eisigen Temperaturen im Stau stecken bleibt und es anderen Betreibern genau so ergeht? Und was passiert, wenn das E-Fahrzeug als Gebrauchter verkauft werden soll?

Die Akkus sollen nach zehn Jahren verbraucht sein. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren fristen meist noch Jahrzehnte ein zweites Leben zum Beispiel in nordafrikanischen Ländern. Dort wird sich kein Mensch einen notwendigerweise neuen Akku leisten können, was dazu führen wird, das der Markt an gebrauchten E- Fahrzeugen hierzulande übersättigt wird.

Ausbau des Ladesäulennetzes

Schaltanlagenmonteur Julian Schumann (29) aus Großrössen war für die UESA aus Uebigau als Berater vor Ort. Gemeinsam mit der Energiearchitektur Dresden als Kooperationspartner vertreibt das regionale Unternehmen die Ladesäulen, als öffentliche und als private Anlagen.

Für Bürgermeister Andreas Claus der erste Ansprechpartner, geht es um den Ausbau des Ladesäulennetzes. „Wir wollen keine Fremdanbieter. Wir möchten die Ladeinfrastruktur mit der UESA als einheimische Partner umsetzen. Das machen andere Bundesländer genauso mit ihren Firmen“, meint Andreas Claus.

Virtuelle Rundflüge über die Windkraftanlagen

Was in Sachen Erneuerbare Energien außerdem bereits im Flächengebiet der Stadt Uebigau-Wahrenbrück geleistet wurde, konnten die Besucher bei virtuellen Rundflügen über die Windkraftanlagen begutachten. Drohnen-Pilot Moritz Kertzscher aus Leipzig sorgte per Videoübertragung von einer Drohne auf mehrere 3D-Brillen für eine atemberaubende Medienprojektion.

Die neuen Energieformen Wind, Solar und Brennstoffzelle sind auch das Thema von Peter Feller (75) aus Beutersitz. Der ehemalige Lehrer bietet in Schulen ab der 7. Klasse mit Schülerexperimenten aus drei verschiedenen Themenkoffern zweistündige Beratungen an.

Als Mitarbeiter der Schülerakademie Domsdorf können sich die Kinder und Jugendlichen auch in der Louise das notwendige Fachwissen mit Peter Feller in Form von Experimenten erarbeiten.

 Bei der 10. Jubiläums-Messe in Domsdorf wurden mehr als 20 E-Fahrzeuge gezeigt.
Bei der 10. Jubiläums-Messe in Domsdorf wurden mehr als 20 E-Fahrzeuge gezeigt. FOTO: VRS
(vrs)