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Eltern kritisieren übel riechenden Unterrichtsraum

Symbolbild: Nase zuhalten
Symbolbild: Nase zuhalten FOTO: Michael J Berlin (113035845)
Elsterwerda. Im Friedrich-Starke-Grundschulzentrum in Elsterwerda stinkt's im ehemaligen Physikraum. Das sagen Eltern, die sich an die RUNDSCHAU gewandt haben. Frank Claus

Die Eltern gehen von gesundheitsschädlichen Einflüssen aus und sind in Sorge um ihre Kinder. Dass nun eine von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebene Sperrschicht auf dem Fußbodenbelag helfen soll, das Problem zu lösen, zweifeln sie an. "Wie lange soll das halten? Stühlerücken, Kratzer von Steinchen an den Schuhen und die Dauerbelastung in Klassenräumen, wir glauben nicht, dass das eine Lösung ist", meinten die besorgten Eltern. Am Donnerstag haben sich etwa 15 von ihnen mit Bürgermeister Dieter Herrchen in der Schule getroffen.

Gegenüber der RUNDSCHAU erläutert er den Sachverhalt, den es so nicht nur in Elsterwerda gebe. In der Schule ist neuer Fußbodenbelag verlegt worden. Dabei gehe der Klebstoff mit dem alten Estrich scheinbar eine chemische Reaktion ein, die zu diesen Gerüchen führt. Die Stadt habe ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben. Das habe diese Gerüche bestätigt, eine Gesundheitsgefährdung aber ausgeschlossen. "Ich habe den Eltern erklärt, dass wir in der Gewährleistungsphase mit dem Unternehmen über die Lösung einig geworden sind", sagte er. Dabei habe das Unternehmen versichert, dass es in solchen immer wieder auftretenden Fällen eine Spezialbehandlung des Fußbodens gebe, die sich schon mehrfach bewährt habe und die auch die Praxistauglichkeit nachgewiesen habe.

Jetzt sollen die gegenwärtigen Herbstferien ausgenutzt werden. Morgen sollen die Arbeiten beginnen. Interessierte Eltern könnten gern zur Fachfirma Kontakt aufnehmen. Der Bürgermeister stellt auch klar: "Niemand von uns will eine Gesundheitsgefährdung für die Kinder. Wir hören jetzt zuerst auf die Fachleute und wollen das Verfahren anwenden."

Sollte das nicht den gewünschten Erfolg bringen, müssten sich die Abgeordneten der Sache auch aus finanzieller Sicht annehmen. Denn dann müsse geprüft werden, ob nicht der gesamte Fußbodenaufbau entfernt und neu aufgebaut werden muss. "Wir sind als Kommune Träger der Schule und werden für gute Lernbedingungen sorgen", sagt der Bürgermeister. Jetzt bittet er die Eltern jedoch, erst einmal das Ergebnis der Gewährleistungsarbeiten abzuwarten.