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Elsterwerdas "Germanische Vergangenheit" beleuchtet

Elsterwerda. Bereits im 3. Jahrhundert n.Chr. ging es heiß her im Bereich des heutigen Industrie- und Gewerbegebietes (IGG) Elsterwerda Ost. pm/leh

Die damals dort siedelnden Germanen verhütteten Raseneisenerz recht erfolgreich zu metallischem Eisen. Noch heute findet man die Brocken der Eisenschlacke aus dieser Zeit. Die Vielzahl der gefundenen Stücke deutet darauf hin, dass über den Eigenbedarf der Siedler hinaus Eisen geschmolzen wurde.

Die Siedlungszeit wie auch Details zum Leben dieser frühen "Eisen-Hüttenleute" konnten im Rahmen der archäologischen Erschließung des Gewerbegebietes näher bestimmt werden.

So fand der von 1991 bis 1994 dort tätige Archäologe Dr. Martin Salesch, heute Direktor des Vogtland-Museum Plauen, auch Spuren einer etwa 90 Jahre lang existierenden Siedlung der zu den germanischen Stämmen zählenden Burgunden. Diese wanderten, aus Richtung Schweden - von östlich der Oder kommend, unter dem Druck der nachrückenden Goten langsam quer durch Europa bis in das heutige Frankreich. Diese Bewegung ging als Völkerwanderung in die Geschichte ein. Den meisten Lesern ist sicher Burgund (Bourgogne) als französische Landschaft bekannt. Die Burgunden bzw. Burgunder haben nicht nur daher oder ob des wohlschmeckenden Burgunder-Weins einen hohen Bekanntheitsgrad.

Es werden Interessierte gesucht, die aktiv zum Beispiel im Rahmen eines Projektes diese Zeit der Elsterwerdaer Burgunden einschließlich der damaligen Eisengewinnung aufarbeiten, um diese Seite der Vergangenheit wieder in das Geschichtsbewusstsein der Stadt zu bringen und sie für das Stadtmarketing verstärkt zu nutzen. Aus diesem Grund findet an diesem Freitag, 7. Juli, eine Informationsveranstaltung in der Elsterwerdaer Stadtbibliothek statt. Beginn ist um 18 Uhr.

Als Referent für den Abend konnte Archäologe Dr. Martin Salesch gewonnen werden. Vorstellungen zur Umsetzung dieses Themas in Elsterwerda erläutern Anja Heinrich und Günter Zimmermann. Beide hoffen, dass auch Vertreter der Firmen aus dem Gewerbegebiet Elsterwerda Ost teilnehmen. Denn diese Geschichte der Germanen dürfte sich möglicherweise auch für die eine oder andere Firmenwerbung eignen.