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| 16:40 Uhr

Elsterwerdaer Wirtschaft
Auf der Schiene ist noch reichlich Platz

Es ist ruhig, zu ruhig auf dem Gelände des LDZ Logistikzentrums am Heizkraftwerk in Elsterwerda. Inhaber Hans-Peter Hofmann (r.) und sein  Sohn Denis Hofmann als Leitender Angestellter arbeiten daran, dass der Güterumschlag deutlich zunimmt.  Foto: Manfred Feller
Es ist ruhig, zu ruhig auf dem Gelände des LDZ Logistikzentrums am Heizkraftwerk in Elsterwerda. Inhaber Hans-Peter Hofmann (r.) und sein Sohn Denis Hofmann als Leitender Angestellter arbeiten daran, dass der Güterumschlag deutlich zunimmt. Foto: Manfred Feller FOTO: Manfred Feller / LR
Elsterwerda. Elsterwerdaer Unternehmer sieht belastete Straßen und Transportpotenzial auf den Gleisen. Von Manfred Feller

Die stark vom Lastwagenverkehr in Anspruch genommenen Straßen schreien regelrecht nach Entlastung. Der internationale Waren- und Güterstrom auf dem oftmals desolaten Asphalt fernab der Autobahnen schwillt weiter an, während auf der Schiene noch genügend Platz ist.

Das sagt Hans-Peter Hofmann, Inhaber des Logistik-Dienstleistungszentrums (LDZ) am Heizkraftwerk in Elsterwerda. Sein Sohn Denis Hofmann, leitender Angestellter in dem Unternehmen, möchte den ausgebauten Umschlagplatz endlich in die Nähe einer guten Auslastung bringen. Die Bemühungen des 39-Jährigen laufen.

Zwischen 1998 und 2006 seien dort jede Woche drei Ganzzüge mit Rohmilch auf die Reise nach Italien geschickt worden. „Dann war Schluss. Seitdem suchen wir nach Alternativen“, so Denis Hofmann. Er möchte diesen kleinen Umschlagplatz für Container und Schüttgüter von der Straße auf die Schiene und umgekehrt zwischen den großen Terminals bei dem Chemieunternehmen BASF in Schwarzheide und dem Hafen Riesa ausbauen und etablieren.

Dies soll mit Geschäftspartnern erreicht werden. Voraussichtlich ab 1. April werden pro Woche drei Züge zu den Nordseehäfen in Bremerhaven und Hamburg rollen. Dabei handele es sich um Container von Firmen aus der Region.


Auf dem Gelände des Terminals in Elsterwerda sind einst deutlich mehr Container von der Schiene auf die Straße und umgekehrt verladen worden als heute. So soll es bald wieder werden.
Auf dem Gelände des Terminals in Elsterwerda sind einst deutlich mehr Container von der Schiene auf die Straße und umgekehrt verladen worden als heute. So soll es bald wieder werden. FOTO: Hofmann

Der Anfang wäre getan. Das Grundproblem sei aber, sagt Hans-Peter Hofmann, dass es im weiten Umkreis nicht so viele produzierende Unternehmen gibt, die dieses Terminal nutzen könnten. Also werde der Radius weiter gezogen. „Das LDZ hat eine Tageskapazität von zwei Containerzügen oder einem Zug mit Schüttgütern“, zeigt er die Möglichkeiten auf. Aktuell landen je Woche auf der Schiene etwa 1000 Tonnen Stahlprodukte aus Spanien, Polen und anderen Ländern für eine heimische Firma an. Der Weitertransport erfolgt mit dem Lkw. Im Herbst werden dann die großen Rohre für die zu erneuernde überregionale Erdgasleitung erwartet, die durch Elbe-Elster führt.

„Von hier aus ist ganz Europa zu erreichen und wir können von jedem Bahnhof in Europa angesteuert werden“, beschreibt Hans-Peter Hofmann die Möglichkeiten. Während andere Länder wie Italien, die Schweiz, Österreich und die Niederlande stark auf den Bahntransport setzen, habe Deutschland große Schritte zurück gemacht. „Im Preis schlägt die Straße die Schiene. Die privaten Akteure halten die Fahne noch hoch“, bedauert der LDZ-Inhaber die Entwicklung. „Dies kann nur politisch reguliert werden, indem der Schienenverkehr interessanter gemacht wird. Zum Beispiel durch das Senken der Netzgebühren“, schlägt Hans-Peter Hofmann vor. Denis Hofmann sieht angesichts der teilweise chaotischen Verhältnisse auf vielen verstopften Straßen in Deutschland ein kleines Licht am Horizont: „Nach vielen Jahren des Rückbaus ist ein langsames Umdenken bei der Bahn erkennbar.“

Hofmanns hatten das ehemalige Impulsa-Werksgelände im Jahr 2000 übernommen und ertüchtigt. Zur Verfügung stehen ein etwa 10 000 Quadratmeter großer Umschlagplatz mit zwei Containerstaplern, zwei Umschlag- sowie zwei Gleise zum Rangieren und für die Zugbildung, jeweils 700 Meter lang. Der Anschluss an das Schienennetz der Deutschen Bahn AG erfolgt über den Bahnhof Elsterwerda.