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| 02:37 Uhr

Elsterwerda hat eine neue Augenärztin

Bürgermeister Dieter Herrchen (r.) und sein Amtskollege Thomas Richter begrüßen Augenärztin Carmen Brückner.
Bürgermeister Dieter Herrchen (r.) und sein Amtskollege Thomas Richter begrüßen Augenärztin Carmen Brückner. FOTO: Frank Claus
Bad Liebenwerda. Es ist der 9. Neujahrsempfang, den die Städte Bad Liebenwerda und Elsterwerda am vergangenen Sonnabend im Ausstellungszentrum der Reiss Büromöbel GmbH in Bad Liebenwerda gemeinsam ausrichten. Und wieder ist es einer mit vielen Informationen und etlichen "Schmunzlern". Frank Claus

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) kann auch über sich selbst lachen und meint vor etwa 180 Gästen, darunter allen vier Landtagsabgeordneten, und dem üblichen Personenkreis aus Wirtschaft, Politik, Verwaltungen, freien Berufen, Vereinen und Schulen: "Der Kreisstadt-Bürgermeister will seinen Jahresempfang anders ausrichten und das Datum der Grünkohlwanderung ist auch verschoben." Im vergangenen Jahr ist er kritisiert worden, dass er der Teilnahme an der Wanderung seiner Partei den Vorrang vorm zeitgleich stattfindenden Neujahrsempfang beider Städte eingeräumt hat.

Zuvor ziehen die Bürgermeister Thomas Richter (Bad Liebenwerda) und Dieter Herrchen (Elsterwerda) Jahresbilanz 2015. Auffällig: Nicht jeder bilanziert einzeln die jeweiligen Sachthemen - einer resümiert jeweils für beide Städte. Von einstiger Rivalität beider Städte ist nichts mehr zu spüren. Thomas Richter freut sich mit, als sein Elsterwerdaer Amtskollege mit Carmen Brückner die neue Augenärztin auf die Bühne bittet. Sie wird vermutlich ab März im Gewerbe- und Gründerzentrum den Anfang machen, um diese einstige Wirtschaftsschmiede zum medizinischen Standort umzubauen. Und Dieter Herrchen gesteht ohne Neid, dass nicht nur durch das Einkaufszentrum Rösselpark die Kurstadt in der Innenstadtentwicklung einen Schritt voraus ist.

Thomas Richter, der die B-183-Ortsumfahrung sicher hat, drängt für die Einwohnerschaft der Nachbarstadt mit und sagt, dass nun die Ortsumfahrung in Elsterwerda und der dreistreifige Ausbau der B 101 zwischen beiden Städten schnell kommen müsse.

Einig sind sich beide Stadtoberhäupter auch, wenn es ums Geld geht. Davon haben beide zu wenig. Von sprudelnden Steuereinnahmen spüren sie fast nichts. Wenn kommunale Selbstverwaltung funktionieren solle, müsse zuallererst die Finanzausstattung stimmen.

Elsterwerdas Stadtchef berichtet, mit wie viel Elan sich in beiden Städten um das Thema Asyl gekümmert werde. Namen von Institutionen und Personen, auf die Verlass sei, fallen- vom Landkreis angefangen bis hin zum DRK, medizinischen Versorgern, Anbietern von Sprachkursen, Vereinen. Kerstin Schenkel, die Mitarbeiter im Regenbogenhaus, Schulleiter Dietmar Koßagk, Lehrer Jannis Kasapis, Kitachefin Petra Gebauer, Sportensemble, ESV Lok, FC Bad Liebenwerda, Cheerleader Thalberg, es solle nur eine kleine Auswahl sein, die damit genannt wird. Und Dieter Herrchen sagt auch: "Die jüngsten, besorgniserregenden Ereignisse in Großstädten und die daraus völlig zu Unrecht abgeleiteten, mitunter heftigen und aggressiven Reaktionen in unseren Kleinstädten bringen die Schutzbedürftigen und die zahlreichen Helfer in zum Teil bedrohliche Situationen."

Aus beiden Städte erfahren die Zuhörer die drängenden Vorhaben 2016. In Bad Liebenwerda sind es die Entwicklung des Bio-Vitalressorts am Wonnemar, der Neubau der Oberschule, die Neugestaltung der Kreuzung Zeischaer Weg, der weitere grundhafte Ausbau der Torgauer Straße. In Elsterwerda stehen der Brücken-Ersatzbau an der B 101 über die Bahn an, die Errichtung des offenen Jugendtreffs, die weitere Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Kraupa und die Anschaffung einer neuen Drehleiter für die Feuerwehr.

Mit einem Kabarettprogramm mit viel Lokalkolorit beginnt der lockere Teil des Nachmittags. Dabei wird Bad Liebenwerdas neuer Imagespruch geboren: "Bad Liebenwerda - Herold gefällts!" Häh?? Herold Quick, Bürgermeister aus Falkenberg, sitzt in den vorderen Reihen, und ist aufgefordert, seinen Vornamen den Kabarettisten zu nennen. Herausgekommen ist nicht nur der Slogan, sondern noch eine Konsequenz: "Bad Liebenwerda - Herold bezahlts!" Schenkelklopfen im Saal und Bühne frei für die Flying Rockets und Häppchen.