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| 18:24 Uhr

Montagmorgen am Bahnhof Elsterwerda:
Berufspendler atmen auf

Berufspendler freuen sich. Nun fahren IC wieder ab Elsterwerda. Den ersten Zug begrüßen um 6.25 Uhr die Landtagsabgeordneten Anja Heinrich (l.) und Rainer Genilke (2.v.r.) sowie EE-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (2.v.l.) - im Zug auch Hans Leister (Pro Bahn).
Berufspendler freuen sich. Nun fahren IC wieder ab Elsterwerda. Den ersten Zug begrüßen um 6.25 Uhr die Landtagsabgeordneten Anja Heinrich (l.) und Rainer Genilke (2.v.r.) sowie EE-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (2.v.l.) - im Zug auch Hans Leister (Pro Bahn). FOTO: Frank Claus / LR
Elsterwerda. Am Montag, 6.25 Uhr, auf dem Bahnhof Elsterwerda: Freude über wieder schnelle Verbindung. Von Frank Claus

Berufspendler atmen auf: Endlich können sie am frühen Morgen wieder mit dem schnellen IC zur Arbeit nach Berlin fahren. Die Landtagsabgeordneten Anja Heinrich und Rainer Genilke sowie Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (alle CDU) haben am Montag um 6.25 Uhr den ersten IC nach der 16-monatigen Streckensperrung auf dem Bahnhof Elsterwerda und Berufspendler begrüßt. So auch Sabine Rick aus Gröden, die seit 2007 pendelt. „Das ist eine deutliche Erleichterung. Bislang bin ich mit dem Auto erst nach Elsterwerda-Biehla, von dort aus nach Falkenberg und dann weiter nach Berlin gefahren. Insgesamt habe ich dafür mehr als zwei Stunden gebraucht - und das morgens und abends.“ Seit Montag benötigt sie zwischen dem Bahnhof Elsterwerda und dem Hauptbahnhof in Berlin exakt 1:16 Stunden.

Auch Julia Eckardt, die aus der Nähe von Meißen kommt, ist froh, nun wieder schneller in Berlin zu sein. „Bislang musste ich über Leipzig fahren. Das hat viel länger gedauert.“ Regelrecht erleichtert ist Thomas Weiß aus Görzig bei Zabeltitz. „Die Sperrung der Strecke Berlin-Dresden war echt nervig. Jeden Morgen bin ich mit dem Auto erst nach Falkenberg gekutscht. Und das Gleiche am Abend wieder zurück. Nach so einem Arbeitstag bis du völlig platt. Ich bin so froh, dass ich jetzt schnell wieder von Elsterwerda nach Berlin und zurück komme. Vorher war ich 14 Stunden am Tag unterwegs.“ Als der Zug hält, überraschen die beiden Abgeordneten auch die Zugbegleiter mit einem kleinen Geschenk und geben ein weiteres für den Zugführer mit.

Momentan gibt es zwei Schnellverbindungen der Linie Hamburg-Prag pro Tag, die in Elsterwerda Zwischenstopp machen. Morgens fahren die Züge um 6.25 und 7.24 Uhr in Richtung Berlin und Hamburg ab, nachmittags kommen sie um 18.34 und 20.34 Uhr zurück. Der Intercity ist somit mit einer Fahrtzeit von 80 Minuten ab Elsterwerda bis in die Berliner Innenstadt konkurrenzlos zum Auto. Auch Fernreisende und Urlauber profitieren davon. Die Reisen nach Hamburg oder Schwerin dauern jetzt ab Elsterwerda 3.45 Stunden.

Am Montagmorgen steigen in den Frühzug knapp 20 Fahrgäste. Dass sie von den beiden Abgeordneten einen Kaffeegutschein für das schmucke Bordrestaurant im Zug erhalten, finden sie „echt nett“. Es sei gut, dass die Politiker darauf achten, dass die Region gut angeschlossen bleibe, wird bei der Unterhaltung auf dem Bahnsteig deutlich.

Dabei soll der große Wurf jedoch erst im Dezember 2019 gelingen. Dann wolle die Bahn die neue IC-Linie zwischen Dresden und Rostock eröffnen. Zweistündlich sollen dann die Schnellzüge in Elsterwerda und Doberlug-Kirchhain halten. Dresden werden Reisende so aller zwei Stunden in einer guten halben Stunde erreichen, am BER können Fahrgäste aus Elsterwerda in 56 Minuten sein. Einen Wunsch haben die Reisenden noch: Die Nutzung der Fernzüge von Elsterwerda nach Berlin auch mit dem VBB-Ticket möglich zu machen. Die Politik hatte erklärt, dies prüfen zu wollen.

Wie Steffen Streu, Pressesprecher des Brandenburger Verkehrsministeriums, erklärt, habe das Land in der Tat ein Interesse daran, für die Strecke Gültigkeit für das VBB-Ticket zu erzielen. Dazu sei allerdings ein Vergabeverfahren einzuleiten, das jetzt vorbereitet werde. Und dann seien, sollte die Bahn den Zuschlag bekommen, Gespräche und Übereinkunft mit der Bahn zu erzielen. Im Ministerium plane man eine Einführung im Jahr 2019. Die Differenz zwischen VBB-Ticket und ICE/IC-Fernticket müsse das Land tragen.