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| 18:10 Uhr

Nach 16 Jahren ist Schluss
Die letzte Parlamentssitzung für Bürgermeister Dieter Herrchen

Elsterwerda Die letzte Stadtverordnetenversammlung für Bürgermeister Dieter Herrchen (2.v.l.)
Elsterwerda Die letzte Stadtverordnetenversammlung für Bürgermeister Dieter Herrchen (2.v.l.) FOTO: Frank Claus / LR
Elsterwerda. Elsterwerdas Stadtverordnetenvorsteher Patrick Weser würdigt scheidendes Stadtoberhaupt: „Sie haben das Amt gelebt.“

Nach dem wochenlangen Hickhack um die Art und Weise des Ausstiegs von Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos) aus dem Amt war es am Donnerstagabend eine zumeist sachliche und dennoch emotionale Verabschiedung. Ein Indiz für die Spannungen, die sich in der Stadtverordnetenversammlung in den letzten Monaten aufgebaut haben, dürfte auch die Sitzungsstärke gewesen sein. Nur 13 von 19 Abgeordnete waren anwesend, die Fehlenden waren freilich alle mit mehr oder minder triftigen Gründen entschuldigt.

Seit 2002 hat es in der Stadt Elsterwerda 194 Stadtverordnetenversammlungen gegeben, an 162 war Dieter Herrchen anwesend und zumeist umfassend gefordert. Dabei hatte er vier „Chefs“ als Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlungen: Ilse Rosche, Anja Heinrich, Helfried Ehrling und Patrick Weser. Letzterer würdigte die Arbeit des Stadtoberhauptes, die immer von „Respekt, Höflichkeit und Loyalität“ geprägt gewesen sei. Dieter Herrchen habe „das Amt gelebt“ und sich „aus persönlichem Pflichtgefühl oft über das Maß des Normalen“ für die Stadt eingesetzt, so Patrick Weser. Der Bürgermeister habe sich dabei selbst einen Leitspruch zu eigen gemacht: „Bürgermeister sind nicht mehr und nicht weniger als eine Fußnote in der Geschichte einer Stadt“. Mit einem Olivenbaum, der für langes Leben stehe, dankten die anwesenden Stadtverordneten für das Engagement.

Der Bürgermeister indes fasste sich für seine Verhältnisse kurz: „Es war eine wirklich gelebte Zeit. Wir haben miteinander viel erreicht – manches war sicher auch umstritten und oft war es auch anstrengend, aber immer hatten wir ein Ziel, das Beste für die Stadt zu erreichen.“ Der Bürgermeister-Posten, so resümierte er, sei ein 24-Stunden-Job. „Dieses Amt begleitet dich, die Bürger sehen dich immer im Amt, jedes Wort wird gewichtet, jede Handlung gedeutet.“

Und er stellt klar, dass es nicht der Bürgermeister sei, der die Richtung vorgebe, sondern die Stadtverordnetenversammlung. „Wir hatten immer einen Beschluss einer Mehrheit.“

Er bedankte sich bei den Abgeordneten, bedauerte, dass in den vergangenen Monaten die Streitkultur „mitunter gelitten habe“, sprach von einer starken Verwaltung mit engagierten Mitarbeitern und findet es noch heute als richtige Entscheidung, dass Ansgar Große (CDU) zu seinem Stellvertreter berufen worden sei. Er habe seine Amtskollegen geschätzt und viel von ihnen gelernt. Seiner Nachfolgerin Anja Heinrich (CDU) wünsche er als erster Frau an der Stadtspitze viel Erfolg.

Der Abgeordnete Thomas Gehre schlüpfte dann noch ins Weihnachtsmann-Kostüm und überraschte die Abgeordneten mit kleinen Präsenten.