Die RUNDSCHAU sprach mit dem Vorsteher des Finanzamtes Finsterwalde, Klaus Peter Schmidt - zuständig für den gesamten Elbe-Elster-Kreis, über Neuerungen und Altbewährtes.

Seit diesem Jahr werden keine Vordrucke mehr für Steuererklärungen verschickt. Warum„
Seit 1992 wurden jedes Jahr rund 800 000 solcher Erklärungsvordrucke im Land verschickt. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen inzwischen aber Software, um ihre Steuererklärung zu erstellen - da sind meistens diese Vordrucke überflüssig. Im vorigen Jahr wurden immerhin noch 180 000 Vordrucke verschickt, doch der Rücklauf war wesentlich geringer. Um Druck- und Portokosten sowie Papier zu sparen, wurde der Versand eingestellt.

Wer dennoch Vordruck-Bedarf hat, woher bekommt er nun diese Formulare“
Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann sie bei uns direkt im Finanzamt abholen oder sich von uns zuschicken lassen. Dazu sollte jedoch ein mit 1,45 Euro frankierter Rückumschlag beigelegt werden. Eine weitere Möglichkeit ist der Download der Vordrucke über unsere Homepage im Internet unter www.fa-finsterwalde. brandenburg.de. Natürlich akzeptieren wir auch die über eine entsprechende Computer-Software erstellten Vordrucke.

Apropos Software, wie sieht es mit der so genannten Elektronischen Steuererklärung, genannt „Elster“ , aus„
Diese ist online über diverse im Handel erhältliche Software möglich. Hierzu ein Tipp: Ab sofort ist in unserem Finanzamt eine kostenlose Software zur Erstellung der Steuererklärung, die „Elster-CD“ , erhältlich. Wer sich den Weg nach Finsterwalde oder die Zusendung eines frankierten Rückumschlags sparen will, kann diese Software auch aus dem Internet herunterladen. Zu finden ist sie hier: www.elster.de. Die Dateigröße für die Steuererklärung 2005 beläuft sich auf 15,1 MB. Dieses Programm beinhaltet auch eine so genannte Plausibiltätsprüfung, die für den Verbraucher recht nützlich ist.

Woher weiß man am Ende, ob die Steuererklärung online auch richtig und vollständig in Ihrem Finanzamt angekommen ist“
Nach dem Senden der Steuererklärung erhält man eine Art Sendeprotokoll mit einer eindeutig zugeordneten Kontroll-Nummer. Dieses Protokoll muss unterschrieben und an unser Finanzamt geschickt werden. Damit ist ein eindeutiger Abgleich mit der Online-Erklärung in unserem Haus möglich.

Also am Ende doch ein wenig Briefverkehr„
Wer das auch noch umgehen möchte, kann dies durch eine elektronische Signatur machen. Unter www.elsteronline.de kann ein entsprechendes Zertifikat kostenlos erworben werden. Ein weiterer Vorteil von „Elster“ besteht darin, dass gesetzlich nicht zwingend einzureichende Belege dem Finanzamt nur nach Aufforderung vorgelegt werden müssen. Sie sind aber bis zur Bestandskraft des Steuerbescheides aufzubewahren und uns auf Verlangen nachträglich vorzulegen.

Was sind gesetzlich vorgeschriebene Belege“
Das sind beispielsweise die Lohnsteuerkarte, Spendenbescheinigungen oder Steuerabzugsbescheinigungen.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer warteten bislang monatelang auf die Bearbeitung ihrer Steuererklärungen. Geht es mit „Elster“ schneller„
Etwas schneller schon.

Wer es weiterhin konventionell auf den Papierbögen handhaben will - wie lange wartet der, bis seine Erklärung bearbeitet ist“
Im vorigen Jahr lagen wir bei den Arbeitnehmer-Veranlagungen bei durchschnittlich 63 Kalendertagen, bei gewerblichen Veranlagungen sind es 60 Kalendertage.

Da wir gerade bei Zeiträumen sind, wie lange kann ein Arbeitnehmer seine Erklärung rückwirkend einreichen„
Für das Jahr 2004 ist dies bei Arbeitnehmern, die nicht zu einer Veranlagung verpflichtet sind, bis Ende diesen Jahres noch möglich.

Was heißt „nicht verpflichtet“ zu sein“
Ich denke, es ist einfacher zu erklären, wer verpflichtet ist, eine Steuererklärung einzureichen. Das sind all jene, die außerhalb ihres Arbeitslohnes noch andere Einkünfte über 410 Euro haben. Dazu zählen beispielsweise Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung, Renten- oder Kapitaleinkünfte. Auch Ehepaare, bei denen einer der Partner die Steuerklasse V oder VI hat, sowie all jene, die sich einen Freibetrag haben eintragen lassen, gehören zu diesem Personenkreis.

Neu in diesem Jahr ist die dreiseitige so genannte „Anlage R“ speziell für Rentner. Was hat es damit auf sich„
Ganz so neu ist das nicht, denn diese Angaben waren vorher in der Anlage „SO“ drin. Diese Anlage gibt es jetzt zwar auch noch, doch sind in der „SO“ nicht mehr die für Rentner spezifischen Angaben einzutragen.

Was ist der Hintergrund dieser neuen Verfahrensweise“
Bisher war ein gewisser Prozentsatz der Renteneinkünfte steuerpflichtig. Ab 2005 sind 50 Prozent dieser Einkünfte steuerpflichtig. Dies gilt für alle Renten, deren Auszahlung im vorigen Jahr begonnen hat. Für 2006 steigt der prozentuale Steueranteil auf 52 Prozent und er wird nach dem Willen des Gesetzgebers in den nächsten Jahren prozentual gestaffelt weiter ansteigen.

Noch eine Frage aus aktuellem Anlass. Die Regierung plant, dass Eltern zum 1. Januar rückwirkend ihre Kosten für die Kinderbetreuung steuerlich absetzen können. Welche Belege sollte man sich vorsorglich aufheben?
Diese Idee der Politik ist ja noch nicht in Gesetzesform gegossen worden, daher kann ich auch noch nicht sagen, was da alles dazu gehören wird. Denkbar für mich wären aber beispielsweise Belege für die Gebühren zur Betreuung in den Kindertagesstätten.

Es fragte FRANK HILBERT.

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