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| 16:59 Uhr

Naturpark hat nichts gegen Gorden - Oppelhain
Eine neue Straße im Schutzgebiet ist tabu

Die ab Ortsausgang Gorden gebaute Landwirtschaftsstraße ist die kürzeste Verbindung von und nach Oppelhain. Die Zeitersparnis ist weithin bekannt und wird auch von Auswärtigen zunehmend genutzt.
Die ab Ortsausgang Gorden gebaute Landwirtschaftsstraße ist die kürzeste Verbindung von und nach Oppelhain. Die Zeitersparnis ist weithin bekannt und wird auch von Auswärtigen zunehmend genutzt. FOTO: Manfred Feller
Gorden/Oppelhain. Naturparkverwaltung hält den notwendigen Ausbau der bestehenden kurzen Ortsverbindung von Gorden nach Oppelhain für vertretbar. Von Manfred Feller

Seit den 1990er-Jahren flammt die Diskussion um eine kurze Verkehrsverbindung zwischen den Wirtschaftsräumen Elsterwerda im Süden des Landkreises und Doberlug-Kirchhain im Nordosten immer wieder auf. Für den öffentlichen Fahrzeugverkehr ist lediglich die einspurige Straße Gorden - Oppelhain geblieben. Sie ist vor knapp zwei Jahrzehnten über das Programm „Landwirtschaftlicher Wegebau“ entstanden. Seitdem rollen dort Traktoren sowie auch Autos und Transporter.

Diese Ortsverbindung mit zerfahrenen Seitenstreifen ist dem Verkehr längst nicht mehr gewachsen. Die Gemeinde Gorden-Staupitz und Oppelhain als Ortsteil der Gemeinde Rückersdorf, denen die Straße von zunehmend regionaler Bedeutung gehört, sind mit den Wartungskosten, erst recht mit einem Ausbau, allein hoffnungslos überfordert.

Seine Gemeinde könne sich eine weitere Baustelle nicht leisten, blickt der Gorden-Staupitzer Bürgermeister Fred Wickfeld auf den demnächst startenden Ausbau der einen Landesstraße in Staupitz. Die Gemeinde ist dort als Beteiligte des Projektes in den Jahren 2018/19 finanziell sehr stark gefragt.

Sollten sich die beiden Gemeinden und weitere Partner, wie der um Unterstützung gebetene Landkreis, doch irgendwann - obwohl der schlimme Zustand samt der baufälligen Brücke drängt - für einen Ausbau finanziell zusammenfinden, steht zuvor diese Frage: Geht Straßenbau im Naturpark überhaupt?

Lars Thielemann, Leiter der Naturparkverwaltung in Bad Liebenwerda, stellt aus gutem Grund keine Schranken auf. Wenn die Verbindung Gorden - Oppelhain ertüchtigt würde, könnten die seit der Zeit nach der Wende anhaltenden Diskussionen um andere Trassen (wie Hohenleipisch - Friedersdorf mitten durch die geschützte Landschaft) ein für alle mal aufhören.

„Die Straße Gorden - Oppelhain sollte so ausgebaut werden, dass sie den erkennbaren und prognostizierten Verkehr aufnehmen kann“, so Lars Thielemann. „Wir leben nicht im luftleeren Raum. Jede Straße ist eine Beeinträchtigung, aber in diesem Fall eine vertretbare“, sieht der Naturfachmann die Realitäten. Er halte das Projekt für genehmigungsfähig. Alle Beteiligten sollten eine kluge Lösung finden.

„Meine letzte Hoffnung ist die europäische Leader-Förderung für die ländliche Entwicklung“, greift Fred Wickfeld nach jedem Strohhalm. Diesen hatte im März während der vom Plessaer Amtsdirektor Göran Schrey initiierten Beratung aller Beteiligten, bis hin zur Agrarwirtschaft, Landrat Christian Heinrich-Jaschinski in die Runde gehalten. Doch die Zeit drängt. Das nächste Projekt-Auswahlverfahren ist Ende November.

Obwohl es sich um eine kommunale Straße handelt, ist es keine Gnade, dass der Landkreis mit an dem Tisch sitzt. Das Kuratorium des Naturparkes, dem auch Vertreter des Kreises angehören, hatte sich bereits 2009 mit Blick auf die Erarbeitung der „Kreisentwicklungskonzeption 2020“ für die alleinige Nord-Süd-Verbindung zwischen Gorden und Oppelhain ausgesprochen. Das größte Naturschutzgebiet in Elbe-Elster dürfe nicht durch eine andere öffentliche Trasse zerschnitten werden.

In der bald darauf vom Kreistag beschlossenen Konzeption findet sich dieses Thema dann auch als Handlungsansatz wieder: „Zur Verbesserung der regionalen Erschließung zwischen Elsterwerda und Doberlug-Kirchhain ist eine Verbindungsachse östlich der Bahnlinie Berlin - Dresden zu entwickeln.“ Handlungsansatz könnte heißen: Es kann irgendwann, muss aber nicht.

Eine „gewisse Bindung“ sei der Landkreis damit aber schon eingegangen, deutet dies Göran Schrey, Amtsdirektor in Plessa. Aus seiner Sicht sollten sogar zwei Varianten zügig geprüft werden: Gorden - Staupitz und als Neubau der „Schwarze Weg“, der östlich der neuen Bahnbrücke zwischen Hohenleipisch und Gorden beginnt und nach Oppelhain führt. Doch die Planfeststellung dürfe nicht zehn Jahre dauern. Was auch immer herauskomme: „Wir brauchen eine zeitnahe Lösung“, so Göran Schrey.

Der „Schwarze Weg“ wäre sogar die bessere Lösung, weil er Gorden entlastet. Doch wer finanziert das?“, ergänzt Fred Wickfeld. Die einspurige Straße Gorden - Oppelhain könnte im Neubaufall so bleiben, wie sie derzeit ist und ausschließlich der Landwirtschaft und den Radfahrern dienen. Dies wiederum würde die Gemeinde finanziell sehr entlasten. Doch die Rechnung mit dem „Schwarzen Weg“ ist ohne das Land als Forsteigentümer aufgemacht.