Die Gemeinde Gröden besitzt eine beeindruckende Kirche. Ihr Chor, der im Kern auf die Spätromanik zurückzuführen ist, wurde später mit zwei Kreuzgewölben versehen. Die Verbindung zum Kirchenschiff bildet ein Triumphbogen. Der Westturm sowie die nördliche Sakristei sind mit Tonnengewölben ausgestattet.

Im Jahre 1701 wurden die Decke und die obere Empore von dem bekannten Maler Schilling mit einer Farbfassung versehen. 1704 folgte die Gestaltung der zwei Kreuzgewölbe im Altarraum mit einer polychromen Dekorationsmalerei im Stil des Barock. Kanzel und Kommunion-Stühle wurden in dieser Phase ebenfalls einer Neugestaltung unterzogen.

Künstlerisch hochwertig, aber versteckt

Diese künstlerisch hochwertige Raumfassung verschwand nach 134 Jahren, im Jahre 1838, unter einer vollständigen Überfassung und geriet so im Laufe der Zeit in Vergessenheit.

Im Vorfeld umfassender Sanierungsarbeiten wurde zur Grundlagen­ermittlung eine restauratorische Untersuchung des Kircheninnenraumes in Auftrag gegeben. Im Ergebnis fanden sich mehrere polychrome Fassungen vom Mittelalter bis in die Neuzeit.

In sich stimmige Raumfassung

Durch Initiative von Dr. Rick konnte die Kirchengemeinde davon begeistert und überzeugt werden, die barocke Raumfassung des Malers Schilling freizulegen sowie anschließend zu restaurieren. Diese aufwendige Restaurierung erfolgte im Chorbereich in den Jahren 2017/ 2018 und wurde 2019 mit der Gestaltung der Holzbalkendecke des Kirchenschiffes fortgesetzt und abgeschlossen. Durch diese Maßnahme konnte eine vollständige und in sich stimmige Raumfassung reaktiviert und wieder erlebbar gemacht werden.

Für das große Engagement bei den Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten danke ich der Kirchengemeinde sehr, hat es doch zur überdurchschnittlichen Aufwertung einer Dorfkirche geführt. Dieser Einsatz, der weit über das übliche Maß an vergleichbaren Kirchen hinausgeht, verdient eine öffentliche Würdigung.