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Elbe-Elster Klinikum behauptet sich als Leuchtturm

Die Elbe-Elster Klinikum GmbH investiert gegenwärtig an allen drei Standorten in seine Bausubstanz beziehungsweise die Außenanlagen. Im Bild: Geschäftsführer Michael Neugebauer und der ärztliche Direktor Prof. Dr. Roland Reinehr vor der eingerüsteten Fassade am Krankenhaus Herzberg.
Die Elbe-Elster Klinikum GmbH investiert gegenwärtig an allen drei Standorten in seine Bausubstanz beziehungsweise die Außenanlagen. Im Bild: Geschäftsführer Michael Neugebauer und der ärztliche Direktor Prof. Dr. Roland Reinehr vor der eingerüsteten Fassade am Krankenhaus Herzberg. FOTO: Gabi Böttcher
Elbe-Elster. Patienten und Besuchern sticht es ins Auge. An allen drei Häusern des Elbe-Elster Klinikums wird gegenwärtig gebaut beziehungsweise in das äußere Erscheinungsbild investiert. Gabi Böttcher

In Herzberg wird die komplette Außenfassade einer Schönheitskur unterzogen. Ein neuer Putz, frische Farben und der Austausch der altersschwachen Jalousien stehen an. 500 000 Euro werden dafür investiert. In Elsterwerda sind die Bauleute mit der Sanierung und Neugestaltung von öffentlichem Innenhof mit Grünanlagen und neuem Pflaster für den Wirtschaftshof beschäftigt. Auch das lässt sich das Klinikum rund 450 000 Euro kosten. Und Finsterwalde bleibt der Schwerpunkt der Bauarbeiten. Die unter Denkmalschutz stehende Sandsteinfassade des Altbaus soll wieder in altem Glanz erstrahlen. "Das Eingangsportal vor dem Altbau (Haus I) ist inzwischen aufgebaut. Bei laufendem Betrieb wird hier umgebaut", erklärt Klinikum-Geschäftsführer Michael Neugebauer. Im ehemaligen Haus der Gynäkologie (Haus II) startet im September der Innenausbau mit der Installation eines neuen Fahrstuhls. "Am Standort in Finsterwalde haben wir von der baulichen Seite her den größten Nachholebedarf", so der Geschäftsführer.

Investiert hat die Elbe-Elster Klinikum GmbH im Jahr 2016 insgesamt 2,95 Millionen Euro in seine drei Krankenhäuser und 340 000 Euro in das Netz des Medizinischen Versorgungszentrums. Zu diesem gehören mittlerweile an insgesamt zehn Standorten 21 Arztsitze. Allein im vorigen Jahr sind sechs Arztpraxen übernommen und somit für die Patienten erhalten worden. Rund 50 000 Patienten werden hier jährlich betreut. Als Anker medizinischer Versorgung im ländlichen Raum hat das Klinikum mit seiner Tochtergesellschaft damit einen großen Schritt getan.

Im stationären und teilstationären Bereich des Klinikums sind im vorigen Jahr rund 21 100 Patienten versorgt worden, noch einmal so viele wurden hier ambulant behandelt. Damit seien die Patientenzahlen im Klinikum im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Angestiegen ist die Zahl der Mitarbeiter von 979 im Jahr 2015 auf 1000 im Jahr 2016 und auf 1016 zum Juni dieses Jahres. Mit liquiden Mitteln in Höhe von 21,4 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss von 1,247 Millionen Euro kommt Geschäftsführer Michael Neugebauer auf das erfreuliche Fazit: "Wir sind in der Lage, eigenständig in unsere Standorte und damit in die Region investieren zu können. Gegenüber Kreditinstituten haben wir keine Verbindlichkeiten."

Der Umsatz in allen drei Gesellschaften (Klinikum, Medizinisches Versorgungszentrum, Klinikservice) ist von 70,8 Millionen Euro 2015 auf 76,4 Millionen im vorigen Jahr gestiegen. Der ärztliche Direktor des Klinikums, Prof. Dr. Roland Reinehr, verweist zur Erklärung auf die Zunahme komplexer Krankheitsbilder infolge einer zunehmenden Zahl älterer Patienten. Zudem ist das breite Spektrum der medizinischen Leistungen in den drei Häusern des Klinikums durch Investitionen in Medizintechnik weiter gestärkt worden. So sind allein im vorigen Jahr 1,1 Millionen Euro in modernste Technik umgemünzt worden. 200 000 Euro flossen in ein neues Röntgengerät für sogenannte Hybrideingriffe. Darunter ist eine Kombination aus offen-chirurgischer und interventioneller Radiologie zu verstehen.

Früchte tragen mehr und mehr das von Prof. Reinehr aufgebaute Endoskopiezentrum Südbrandenburg in Herzberg sowie das von Chefarzt Frank Hoffmann in Elsterwerda etablierte Endoprothetikzentrum. Beide stellen sich seit Jahren externen Qualitätschecks und damit dem Anspruch, Patienten auf höchstem Niveau zu versorgen. Prof. Reinehr ist seit Januar dieses Jahres gemeinsam mit Vertretern weiterer etwa 20 Kliniken an einer deutschlandweit laufenden Studie beteiligt. In deren Ergebnis sollen in einem Deutschen ESD-Register (Endoskopische Submucosadissektion) Kenntnisse über die endoskopische Entfernung von Polypen und Tumoren im Magen-Darm-Trakt zusammenlaufen und zu Schlussfolgerungen für Qualitätsstandards führen. Und auch dies verschaffte dem Elbe-Elster Klinikum über den Landkreis hinaus einen neuen Patientenkreis: Als einziges Krankenhaus in Brandenburg wendet das Herzberger zur Behandlung von Diabetes-Patienten die EndoBarrier-Methode an. Im Gegensatz zu einem operativen Eingriff mit dem Ziel einer Magenverkleinerung wird bei dieser Methode auf endoskopischem Wege ein hauchdünner Plastikschlauch eingeführt, der nach einem Jahr wieder entfernt wird.

Der ärztliche Direktor des Klinikums, der im Herbst 2012 vom Universitätsklinikum Düsseldorf nach Herzberg gekommen war, freut sich mit dem Geschäftsführer über "Ergebnisse auf sehr hohem Niveau". Und schiebt noch ein Ergebnis nach: Das Elbe-Elster Klinikum Herzberg verfügt auf dem Gebiet der Inneren Medizin und Gastroenterologie nunmehr über die volle Weiterbildungsberechtigung. Nun können Mediziner hier die volle Facharztausbildung absolvieren.

Zum Thema:
Das Klinikum der gehobenen Grundversorgung verfügt über 465 Planbetten. Die Zahl der Mitarbeiter ist von 979 im Jahr 2015 auf 1016 bis Juni dieses Jahres gestiegen. Damit ist das Klinikum einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Elbe-Elster mit derzeit knapp 105 000 Einwohnern. Jährlich werden im Klinikum rund 40 000 Patienten stationär beziehungsweise ambulant versorgt. Fachabteilungen gibt es für Anästhesie/Intensivmedizin, Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie/Geburtshilfe, Pädiatrie, Psychiatrie und Radiologie.