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| 18:44 Uhr

Elbe-Elster in Berlin
Elbe-Elster macht sich an Politiker ran

Elbe-Elster mit der Ausstellung "Spurensuche - Reformation im Elbe-Elster-Land" in der Landesvertretung Brandenburg beim Bund - hier Petra (Mitte) und Burkhard Schade
Elbe-Elster mit der Ausstellung "Spurensuche - Reformation im Elbe-Elster-Land" in der Landesvertretung Brandenburg beim Bund - hier Petra (Mitte) und Burkhard Schade FOTO: LR / Frank Claus
Berlin. Ausstellungseröffnung in der Landesvertretung Brandenburg beim Bund in Berlin erfüllt nicht alle Erwartungen, aber … Von Frank Claus

Beim ersten Mal, da tut’s noch weh. Nun gut, so schlimm war’s nicht. Aber die Erwartungen, die Elbe-Elster in seinen ersten Auftritt auf politischer Bühne in Berlin gesetzt hat, waren durchaus größer. Mit stattlicher Vielfalt von Kunst bis Genuss wollte man in der Landesvertretung Brandenburg beim Bund in den Berliner Ministergärten einrücken. Geplant war die Eröffnung der Ausstellung „Spurensuche – Reformation in Elbe-Elster“ mit Brandenburgs Bevollmächtigten beim Bund, Thomas Kralinski, und vielen Gästen, an die man Einladungen verschickt hatte. Doch weder er noch die erhoffte große Gästezahl kamen in die Landesvertretung, die sich Brandenburg mit Mecklenburg-Vorpommern teilt. Kein Wunder, in Berlin zieht in diesen Tagen die parlamentarische Sommerpause ein, im Haus wird es deutlich ruhiger.

Und so hielt sich auch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski knapp mit seinen Einführungsworten, wurden vorab einige geplante Programmpunkte gekänzelt. Aber: Die, die Elbe-Elster vertraten, taten es mit Bravour. Unter charmanter Regie von Marketingchefin Janine Kauk stellt sich der Landkreis anziehend, sehenswert und humorvoll vor. Dass er sich mit Franziska Wilhelm einer Poerty-Slamerin bedient, die aus der Nähe Erfurts kommt und bei der Litera-Tour in Elbe-Elster für Aufsehen gesorgt hat, erweist sich als Volltreffer. Mit ihren hintersinnig-humorvollen Luther-Texten ist sie das I-Pünktchen der kurzweiligen Eröffnung um die Mittagsstunde. Genauso wie Malerin und Grafikerin Petra Schade und ihr Mann Burkhard aus Radeburg, die mit der Kamera in den Händen eine faszinierende Sicht auf Elbe-Elsters Kirchenwelt festgehalten haben. Die Schwarz-Weiß-Fotografien fesseln, weil sie scheinbar Nebensächliches so bedeutsam machen und das Hauptsächliche trotzdem nicht vernachlässigen. Zehn Touren haben sie ins Elbe-Elster-Land geführt. Schon jetzt nutzt der Kreis die Fotos, hat drei Postkartensammlungen aufgelegt und will so schnell wie möglich ein Buch gestalten.

Und da ist Stephan Creuzburg, der Apotheker und das Mitglied der Kleinen Galerie Hans Nadler in Elsterwerda, der so authentisch und leidenschaftlich von der kleinen Kunstszene in Elbe-Elster berichtet, dass man sich von ihm am liebsten gleich einen Fahrschein in den Kreis geben lassen möchte. Sebastian Pöschl ist der Charmeur an den Tasten und wunderbarer Gesprächspartner. Susanne Dobs wirbt für den Tourismus und die fetzigen neuen E-Bikes.

Das Fazit in kleiner Runde? Kulturamtsleiter Andreas Pöschl bringt es am Besten auf den Punkt: „Klar, haben wir uns mehr versprochen. Nicht jeder Auftritt gelingt. Aber wir haben hier so viele Kontakte knüpfen und Türen aufstoßen können. Das eröffnet uns wirklich Perspektiven.“ Täuscht es nur, oder schaut auch Janine Kauk in diesem Moment schon wieder glücklicher?

Elbe-Elster mit der Ausstellung "Spurensuche - Reformation im Elbe-Elster-Land" in der Landesvertretung Brandenburg beim Bund - hier Poetry Slamerin Franziska Wilhelm mit Texten zu Luther
Elbe-Elster mit der Ausstellung "Spurensuche - Reformation im Elbe-Elster-Land" in der Landesvertretung Brandenburg beim Bund - hier Poetry Slamerin Franziska Wilhelm mit Texten zu Luther FOTO: LR / Frank Claus