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| 18:42 Uhr

Wenn die Seen zugefroren sind
Eiszeit in Elbe-Elster

Auch auf dem Kiessee in Zeischa hat sich eine Eisschicht gebildet. Das Betreten der Fläche ist nicht nur gefährlich, sondern auch verboten. Der Kiessee liegt im Betriebsgelände. In unmittelbarer Nachbarschaft wird Kies, unter anderem für den B 101-Ausbau, abgebaggert.
Auch auf dem Kiessee in Zeischa hat sich eine Eisschicht gebildet. Das Betreten der Fläche ist nicht nur gefährlich, sondern auch verboten. Der Kiessee liegt im Betriebsgelände. In unmittelbarer Nachbarschaft wird Kies, unter anderem für den B 101-Ausbau, abgebaggert. FOTO: Jens Berger / LR
Elbe-Elster. Kurven auf dem Eis drehen, den Puck über die Spiegelpiste jagen, sich zu Fuß mit dem Hund übers gefrorene Wasser trollen – das geht in diesen Tagen auch im Elbe-Elster-Land. Und sogar unters Eis abtauchen. Von Frank Claus, Ivonne Kommolk und Birgit Rudow

Kälte muss ja auch mal Spaß machen. Am Sonntag nutzten viele das ausgesprochen günstige Wetter für Partys auf dem Eis. Auch die Lugauer zog es in großer Anzahl zum Feuerwehrteich. Besonders die Kinder hatten Spaß – mit und ohne Schlittschuh machten sie über Stunden das Eis unsicher. Die fünfjährige Johanna ist schon seit zwei Jahren auf ihren Schlittschuhen unterwegs und zeigte sich beim Kinder-Wettkampf als eine der Schnellsten, traute sich sogar an die Zweitklässlerin Milla Staack ran, mit der sie ausgezeichnet mithalten konnte. Auch die Erwachsenen genossen den Tag am Eis. Es fanden sich zwei Mannschaften, die gegeneinander im Eishockey antraten. Dabei unterlagen die Oberdorf-Haie den Unterdorf-Lions.

Initiiert vom Verein „Lugau lebt“ und der Freiwilligen Feuerwehr Lugau gab es bei guter Versorgung und Musik einen spannend-spaßigen Nachmittag. Sechs Jahre hatte es gedauert, bis nun endlich wieder optimale Bedingungen für eine Eisparty waren. Fest steht, der sportliche Spaß war ansteckend. Bei den Kindern, die in diesem Jahr noch ohne Schlittschuhe unterwegs waren, stehen bereits jetzt welche auf dem Wunschzettel für den Weihnachtsmann.

Eisparty in Lugau
Eisparty in Lugau FOTO: Ivonne Kommolk

Schlittschuhlaufen auf dem Grochwitzer Teich – damit hatten die Herzberger in diesem Winter eigentlich gar nicht mehr gerechnet. Doch als sich das Eis auf dem Teich in der vergangenen Woche stabilisiert hatte, gab es kein Halten mehr. Spontan haben sich Siegfried Krüger, Ralf Zwiebel und einige andere Helfer entschlossen, am Sonntag ein kleines Eisfest zu gestalten. „Schließlich mussten doch die Schlittschuhe eingeweiht werden, die Weihnachten auf dem Gabentisch lagen“, sagt Ralf Zwiebel. Die Grochwitzer holten die alten Waffeleisen hervor und  Gastronom  Zwiebel rührte einen großen Kübel Waffelteig an. Und während sich die Kinder auf dem Eis tummelten, trafen sich die Großen zum Schwätzchen bei Glühwein und Bier.

Auch auf dem Körbaer See, in Züllsdorf auf dem Dorfteich, auf dem kleinen Maasdorfer Teich bei Thalberg kamen bei schnell organisierten Zusammenkünften die Schlittschuhe zum Einsatz.


Carsten Lehmann und Falko Göbert beim Eistauchen nahe Tröbitz.
Carsten Lehmann und Falko Göbert beim Eistauchen nahe Tröbitz. FOTO: Göbert Falko

Viel ernster haben Carsten Lehmann aus Thalberg und Falko Göbert aus Elsterwerda die zugefrorenen Seen genommen. Sie gehören zu den sechs Einsatztauchern der DLRG im Süden Brandenburgs. Mit Unterstützung der Rettungsassistentin Frances Barra und Christian Barra aus Möglenz, ebenfalls in der DLRG organisiert, sind sie am Sonntag zum Eis-Tauchgang im Tröbitzer Nordfeld aufgebrochen. „Das Eistauchen muss man wirklich üben“, sagt Falko Göbert, der eine Tauchschule betreibt. Denn wer unter Eis taucht, muss vor allem eins haben: ein starkes Nervenkostüm. Schließlich ist es auch für Taucher ungewöhnlich, nicht einfach so auftauchen zu können.

Schlittschuhlaufen in Grochwitz.
Schlittschuhlaufen in Grochwitz. FOTO: Dieter Müller

Mit der Motorsäge wird zunächst ein Dreieck ins Eis geschnitten. Dann beginnt das Anlegen der Tauchbekleidung – in diesem Fall sogenannte Trockentauchanzüge mit Hals- und Armmanschetten, die dafür sorgen, dass kein Wasser an den Körper gelangen kann. Darunter tragen Carsten Lehmann und Falko Göbert Funktionsunterwäsche und einen Thermoanzug. In das etwa vier Grad kalte Wasser können sie trotzdem nur etwa 20 bis 25 Minuten steigen, „dann sind die Hände starr und am Kopf merkst du auch die Kälte“, berichtet der Tauchlehrer. Die DLRG-Taucher kommen zumeist nach Badeunfällen zum Einsatz. Sobald eine Straftat ins Kalkül gezogen wird, werden die Polizeitaucher aus Potsdam zum Einsatzort befohlen.